Sonntag, 1. Juli 2012

Wandertipp: Fohlenhaus und Lonetopf


Um das Lonetal komplett zu machen hier ein dritter Wandertipp in diesem schönen Tal. Man läuft wieder der Lone entlang, sieht wieder eine der bedeutenden Steinzeithöhlen und gelangt schließlich über den Lonsee zum Ursprung der Lone in Urspring.

Wegverlauf: Westerstetten – Breitingen – Fohlenhaus – Eschental – Halzhausen - Lonsee - Urspring

Weglänge: 30,5 km

 
Anfahrt: Mit dem Zug nach Westerstetten.

Rückfahrt: Mit dem Zug von Urspring nach Stuttgart.

Am Bahnhof von Westerstetten gibt es kaum Wegzeichen. Man geht erst rechts, dann die nächste Straße links und dann immer zur Kirche. Da man diese gut sieht, ist sie ein guter Orientierungspunkt. An der Kirche rechts vorbei findet man dann das gelbe Dreieck, dem man bis zum Fohlenhaus folgt. Es gibt hier auch einen Radweg, dessen Schilder häufiger sind, und an dem man sich orientieren kann. Allerdings gibt es eben parallel dazu den besser zu laufenden Wanderweg mit dem gelben Dreieck. Aus Westerstetten raus läuft man bereits an der Lone entlang. Es ist ein wunderschöner Weg. Die Lone schlängelt sich toll durchs Tal.

In Breitingen geht man links zur Durchfahrtsstraße, auf der man rechts einbiegt und zum Ort hinaus läuft. Kurz darauf biegt man vor einem Parkplatz rechts zur Mühle ab. Ein gelbes Dreieck ist hier leider nicht zu finden. Eine Wanderkarte ist daher unablässig. Die gelben Wegbeschilderungen sind auf der Alb leider nicht so gut gepflegt. Man läuft nun bis zum Fohlenhaus diesen Weg an der Lone entlang. Erst führt sie noch Wasser und dann kann es sein, dass sie komplett verschwunden ist. Durch die extreme Verkarstung sickert das Wasser in den Untergrund. Man hat früher versucht dies zu verhindern, indem man das Flussbett mit Steinen ausgelegt hat, jedoch vergebens. Ein tolles Naturschauspiel. Wenn es vorher viel geregnet hat wird man die Lone jedoch sehen. Ansonsten wachsen im Frühsommer schöne Blumen in ihrem Bachbett.

Am Fohlenhaus angekommen sieht man gleich warum diese Höhle so heißt. Man benötigt hier keine Taschenlampe. Sie reicht nicht weit in den Berg hinein und wurde in der Steinzeit vermutlich als Jagdlager verwendet. Gegenüber der Höhle befindet sich eine Grillstelle, an der man Rast machen kann.

Vom Fohlenhaus zweigen zwei Wege ab. Wir nehmen den linken und bleiben im Lonetal. Hier läuft man weiter bis man die Lone überquert. Direkt danach biegt man in den mittleren Weg ab. Es gibt ab dieser Abzweigung drei Wege. Einer führt rechts weiter, einer ganz nach links, aber der richtige ist in der Mitte. Es gibt hier Wegweiser nach Neenstetten.

Man läuft nun durch das enge und schöne Eschental. Rechts tauchen immer wieder schöne Felsen auf. Im Frühsommer blühen hier Unmengen von roten Lichtnelken. Am Ende des Tals, wenn man aus dem Wald austritt geht es nun unmarkiert weiter über Feldwege. Für diesen Part benötigt man unbedingt eine Karte oder eben eine sehr gute Orientierung. Erst läuft man links am Wald entlang, biegt gleich rechts auf einen geteerten Feldweg und dann links auf einen Grasbewachsenen Feldweg, dann wieder rechts auf einen geteerten Feldweg und immer geradeaus bis zur Straße und zum Sportplatz. Die Straße überqueren und links dem Weg folgen. Dieser macht eine leichte Rechtskurve und nun geht es immer über Grasbewachsene Feldwege geradeaus bis man zur nächsten Straße (Verbindungsstraße Weidenstetten und Breitingen) kommt. Ein sehr schöner Weg! Diese überquert man und läuft immer am Waldrand entlang. Der Weg ist nicht immer zu erkennen. Im Grunde läuft man über eine Wiese. Man trifft dann auf eine geteerte, Baumbestandene Abzweigung, läuft aber weiter bis wieder eine solche Baumbestandene Abzweigung kommt, die jedoch nicht geteert ist. Hier biegt man nach rechts ab, so dass die Bäume rechts von einem sind. Man trifft dann auf einen geteerten Radweg, dem man nach links folgt. Er macht eine Linkskurve und man kommt zur Straße nach Sinabronn.

Die Straße überquert man, läuft rechts den geteerten Weg hoch, gleich wieder links auf geteertem Weg, dann rechts und dann überquert man an einem schönen Baum das Verbindungswegle zwischen Sinabronn und Westerstetten. Man hat nun Wald vor sich und nimmt den Weg nach links (rechts und links von einem ist dann Wald).Der Weg macht bald eine Linkskurve und dann kommt man an die Bahnlinie. Dieser folgt man rechts und unterquert dann nach links an der Straße die Bahn. Man ist nun wieder auf dem Weg mit dem gelben Dreieck. Von nun an ist der Weg ein Kinderspiel. Man läuft immer links von der Bahnlinie, erst durch Halzhausen durch (Schilder weisen nach Lonsee/Urspring - auch Radschilder) und dann kommt man zum Lonsee. Er ist auf der linken Seite hinter Bäumen. Ein wunderschöner See, an dem man Pause machen kann. Der Lonsee ist ein wahres Vogelparadies. Auf die Schwäne muss man etwas aufpassen. Sie mögen es leider nicht, wenn man seine Beine ins Wasser hängt.

Anschließend läuft man durch die Stadt Lonsee zum Bahnhof. Der Weg führt über die Bahnbrücke und führt anschließend auf der rechten Bahnseite bis in den Ort Urspring. Am Bahnhof überquert man nach links die Bahnlinie und läuft geradeaus bis zur Lone. Dieser folgt man nach rechts bis zu ihrer Quelle, dem schönen Lonetopf.

Wer nun noch Lust hat kann noch hoch zur Haldensteinhöhle. Dort ist die Lone vor vielen Jahrtausenden einmal entsprungen. Der Archäologe Riecke hat dort Steinzeitwerkzeuge gefunden.

Ansonsten geht es nun über die Kneippanlage in der Lone zurück zum Bahnhof.

Samstag, 30. Juni 2012

Wandertipp: Lonetal mit Vogelherdhöhle, Hohlenstein & Bocksteinhöhle


Das Lonetal ist ein sehr reizvolles Tal. Aber natürlich sind die drei Höhlen, in denen die berühmtesten und ältesten Steinzeitartefakte der Welt gefunden wurden, das eigentliche Highlight dieser Tour: die Vogelherdhöhle, der Hohlenstein und die Bocksteinhöhle. Obwohl dort bereits fleißig gegraben wurde, sind die Höhle alle frei zugänglich. Eine Taschenlampe sollte daher unbedingt im Gepäck sein.

Die Orientierung ist leicht. Ist man mal am Kloster Anhausen folgt man immer nur dem HW 4 mit dem roten Balken bis nach Langenau.

Wegverlauf: Herbrechtingen – Domäne Falkenstein – Vogelherdhöhle – Hohlenstein – Bocksteinhöhle – Setzingen – Wettingen - Langenau

Weglänge: 27 km


Anfahrt: Mit dem Zug nach Aalen und dort in den Zug Richtung Ulm umsteigen und in Herbrechtingen aussteigen.

Rückfahrt: Mit dem Zug nach Ulm und dort in den Zug nach Stuttgart umsteigen.

Vom Bahnhof Herbrechtingen folgt man der roten Raute bis zum Kloster Anhausen. Ab dort folgt man dem roten Balken (HW 4). Es geht gleich den Berg hinauf durch den Wald, an einem wunderschönen Waldweg entlang. Kurz darauf erreicht man die Domäne Falkenstein, die an einen Felsen gebaut ist, auf dem früher eine Burg stand. Heute befindet sich dort ein wunderschöner Bauernhof mit freilaufenden Schweinen. Auf dem Felsen hat man einen tollen Blick in das Eselsburger Tal.

Weiter geht es durch den Wald über die Bundesstraße und die Autobahn und dann wieder schon zwischen Wald und Feldern sanft den Berg hinunter. An der Kläranlage von Bissingen muss man etwas aufpassen. Nicht nach Bissingen hinein laufen, auch nicht zum Sportplatz, sondern weiter am Waldrand entlang zwischen Wald und Wiesen / Feldern einen unbefestigten Weg entlang laufen.

Man trifft nun auf eine Straße, an der man entlang läuft bis man ein Schild mit einem liegenden roten V sieht, das zur Vogelherdhöhle weist. Das liegende V bezeichnet einen Abstecher vom Hauptwanderweg. D.h. nach der Besichtigung muss man wieder hierher laufen, um den Weg fortzusetzen.

Man kann sich so richtig vorstellen, wie die Menschen in der Steinzeit in dieser Höhle gelebt haben. Sie hat drei Eingänge, wobei zwei miteinander verbunden sind und einer eine Sackgasse ist. Man kann überall hinein. Eine phantastische Höhle. Dort wurden viele kleine Tierfiguren gefunden, so auch das berühmte Wildpferd und Mammut. Die Originale sind im urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren und im Museum der Universität Tübingen im Schloss Hohentübingen ausgestellt. Mit ca. 32.000 Jahren sind sie die ältesten Artefakte der Menschheit, die bisher gefunden wurden. Außen hat man auf der einen Seite einen schönen Blick auf das Lonetal und auf der anderen Seite einen Blick auf ein Trockental. Gustav Riek hat über die Funde einen Roman geschrieben: Die Mammutjäger vom Lonetal Es ist nicht so spannend wie Rulaman, aber doch ganz interessant. Weitere Informationen zur Steinzeit auf der Alb erhält man auch in Johannes Lehmanns Rulaman und seine Horden.  Er beschreibt nicht nur die Steinzeit auf der Alb, sondern gibt auch Tipps für Ausflüge zu den Fundorten.

Weiter geht es nun ein Stück zurück und dann wieder dem roten Balken nach im Lonetal. Die Lone führt hier nur Wasser wenn es ordentlich geregnet hat. Ansonsten wachsen im ausgetrockneten Flussbett leuchtend gelbe Blumen!

Auch hier zeigt ein Schild den Abstecher auf die andere Flussseite zum Hohlenstein.  Es ist eine imposante Höhle mit zwei Eingängen. Der erste Eingang rechts (die Bärenhöhle) ist mit einem Gitter verschlossen. Man kann aber mit der Taschenlampe weit hinein leuchten. Der linke Teil der Höhle (der Stadel), etwas weiter oben, ist eine riesengroße Öffnung im Fels. Erst ganz hinten ist diese auch mit einem Gitter verschlossen, da man befürchtet, die Höhle könne einstürzen. Hier wurden die Splitter des Löwenmenschen gefunden, jener 28cm großen Elfenbeinfigur, die halb Mensch, halb Löwe ist und auf 32.000 Jahre geschätzt wird. Das Original kann man im Ulmer Museum bewundern.

Man läuft nun auf den HW 4 zurück und weiter durch das Lonetal bis man an einen Parkplatz kommt. Die nächste Höhle, die Bocksteinhöhle, ist nicht so leicht zu finden, da am Parkplatz Schilder fehlen. Man läuft hier nach links ein Stück die Straße hinauf, über die Lone drüber und kommt dann zu einem Schild, das nach links zur Höhle weist.

Man findet hier steil am Berg 3 Höhlen. Rechts eine Grotte, die Bocksteinschmiede, in der Mitte eine wunderschöne Höhle, das Bocksteinloch, in das man gut hinein kann. Sie hat mehrere Löcher nach draußen. Wenn die Sonne hinein scheint sieht das wunderschön aus. Ganz links befindet sich die großzügige Bocksteinhöhle, die ähnlich dem Hohlenstein weit geöffnet ist. Hier hat man steinzeitliche Werkzeuge gefunden. Die Funde sind zwischen 50.000 und 70.000 Jahre alt. Das Bocksteinmesser ist das bekannteste davon. Die Originale befinden sich im Ulmer Museum.

Man läuft nun wieder zurück zum Parkplatz und geht dem roten Balken nach erst noch ein kleines Stück im Lonetal, verlässt dieses aber bei Setzingen und wandert über Felder nach Wettingen und schließlich Langenau. Dort gibt es einen netten Biergarten direkt am Bahnhof.

Man kann durch das Lonetal auch gut mit dem Fahrrad fahren, müsste dann aber in Giengen über Hürben starten.

Freitag, 29. Juni 2012

Wandertipp: Charlottenhöhle und Eselsburger Tal


Diese Wanderung führt zu zwei Sehenswürdigkeiten in der Gegend von Giengen an der Brenz. Zur längsten Schauhöhle der schwäbischen Alb und in das malerische Eselsburger Tal mit den steinernen Jungfrauen.

Wegverlauf: Giengen an der Brenz – Hürben – Charlottenhöhle – Spitzbubenhöhle – Kloster Anhausen – Herbrechtingen – Steinerne Jungfrauen – Eselsburg – Hürben

Weglänge: 23,5 km


Anfahrt: mit dem Zug nach Aalen und dort in den Zug Richtung Ulm und in Giengen aussteigen.

Rückfahrt: mit dem Bus nach Herbrechtingen, dort in den Zug nach Aalen und dort in den Zug nach Stuttgart umsteigen.

Die Strecke von Giengen nach Hürben verläuft am dem HW 2 und man folgt daher dem roten Dreieck (spitze Seite des Dreiecks in Laufrichtung). Es ist bereits am Bahnhof markiert. Wer sich die 5 Kilometer nach Hürben sparen möchte, kann auch in Herbrechtingen, eine Station vor Giengen, aussteigen und mit dem Bus von dort nach Hürben laufen. Allerdings fährt dieser Bus nicht allzu oft.

Auf dem Weg nach Hürben sieht man bereits Schilder, die die Charlottenhöhle ausweisen. Und in Hürben folgt man dem Jakobswegle, der direkt am Höhlen-Erlebniszentrum vorbei führt. Man kann dieses nicht übersehen. Es ist ein großes Holzhaus, das im Wikingerstil erbaut ist. Dort kann man etwas Essen und Trinken. Für Kinder gibt es einen Abenteuerspielplatz der Steinzeit, und man erfährt im Inneren des Hauses einiges Wissenswertes über Steinzeit und Höhle.

Am Höhlenerlebniszentrum vorbei folgt man weiter dem roten Dreieck über die Straße und den Hang hinauf bis zur Höhle. Die Charlottenhöhle kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden, die eine dreiviertel Stunde dauert. Man muss daher auf die Öffnungszeiten achten. Die Höhle ist 587 Meter lang und führt durch teilweise enge Gänge an interessanten Tropfsteinen vorbei. Sie gehört zu den schönsten Höhlen auf der Alb.

Von der Höhle geht man ein Stück wieder runter bis zur ersten Kehre. In dieser Kehre geht der HW2 nach rechts ab. Wieder oben angekommen geht der HW2 nach links, wir folgen aber der roten Gabel nach rechts. Man kann hier oben auch das Hundsloch sehen, durch das die Charlottenhöhle entdeckt wurde. Es ist mit Stahlseilen abgesperrt. Dadurch sieht man es sehr gut.

Am Sportplatz geht es links rum die rote Raute entlang, dann durch den Wald und zur Autobahn. An der Gaststätte Lonetal vorbei und über die Autobahn dem roten Balken (HW 4) folgend. Mit dem HW 4 überquert man zweimal die Bundesstraße und kommt dann an einen Waldparkplatz. Dort verlassen wir den HW 4 und folgen dem Weg zur Spitzbubenhöhle. Man findet den Einstieg hinten links am Parkplatz. Es geht den Berg hinunter.

Die Spitzbubenhöhle ist eine der netten kleinen Höhlen, die man auf der Alb manchmal am Wegesrand findet. Man kann sie gar nicht übersehen. Sie war einmal bewohnt. Man hat hier Werkzeuge und Tierknochen aus dem Mittelalter gefunden. Wenn man sie besichtigen will sollte man eine Taschenlampe dabei haben.

Unten angekommen befindet man sich im malerischen Eselsburger Tal. Hier fließt die Brenz um einen großen Hügel und hat damit ein schönes Tal geschaffen. Man kann hier entweder im Tal auf dem links geschotterten Radweg und rechts geteertem Radweg laufen, oder oben am Hang auf schönen Waldwegen. Allerdings sieht man im Tal mehr, daher empfehle ich diesen Weg.

Wir laufen nun links, der 4 folgend und laufen an der renaturierten Brenz entlang. Auf dem Weg sieht man den Bachfelsen (andere Flussseite, man kommt über eine Brücke dorthin als Abstecher) und die Domäne Falkenstein, eine ehemalige Burg auf einem tollen hoch ragenden Felsen, die heute aber nicht mehr steht. An ihrer Stelle ist ein wunderschöner Hof am Falkenstein. Man kann hier einen Abstecher nach oben machen und hat vom Felsen einen prachtvollen Blicks ins Tal.

Im Tal läuft man weiter bis zum Kloster Anhausen und folgt nun der roten Raute nach Herbrechtingen hinein. Man kann leider nicht über die schöne Wacholderwiese auf die andere Seite des Tals laufen, da diese unter Naturschutz steht. So muss man einen kleinen Umweg durch Herbrechtingen machen. Kurz vor dem Ort gibt es ein Kneippbad, das per Solarstrom von der Brenz gespeist wird. Eine wunderbare Gelegenheit die müden Wanderfüße zu entspannen.

Im Ort folgt man weiter der roten Raute bzw. dem Fahrrad Klosterweg. Diese Schilder werden dann durch den Fahrradweg zum Eselsburger Tal ersetzt. Es ist am besten diesen nun zu folgen, da die Abzweigung nach rechts, wo man die rote Raute verlässt und weiter der roten Gabel folgt, sonst schlecht zu finden ist, da das Zeichen der roten Gabel erst nach der Abbiegung wieder zu sehen ist.

Man läuft über den Parkplatz und folgt dann dem Weg Nummer 6, nicht mehr der roten Gabel, da diese auf den Berg hinauf führt. Auf dieser Seite des Tales sollte man tatsächlich im Tal bleiben, da es hier auf der linken Seite das absolute Highlight des Eselsburger Tals gibt: malerische Wacholderheiden mit Felsen und den steinernen Jungfrauen. Der Sage nach wurden hier zwei Mägde in Stein verwandelt, weil sie ihrer männerhassenden Herrin nicht folgten und Abends lieber bei den jungen Fischern waren als auf die Burg zurück zu kehren.

Dem Weg folgend kommt man in den schönen kleinen Ort Eselsburg. Hier gibt es einen tollen Bioland Laden und einen Biergarten, in dem man schön Pause machen kann.

Nach Hürben kommt man nun, indem man der roten Gabel folgt.

Wer will kann nun noch die 5km zurück nach Giengen laufen oder aber in den Bus nach Herbrechtingen einsteigen.

Donnerstag, 28. Juni 2012

15. Etappe: Hürben – Ulm


Wegverlauf: Hürben – Charlottenhöhle - Stetten ob Lontal - Lindenau – Öllingen – Langenau – Oberelchingen – Thalfingen - Ulm

Weglänge: 37,5 km


Anfahrt: Mit dem Zug nach Aalen, dort in den Zug nach Ulm und in Herbrechtingen aussteigen. Von dort mit dem Bus nach Hürben.

Rückfahrt: Mit dem Zug direkt nach Stuttgart.

Gelaufen am: 28.06.2011

Da die Anfahrt so lange und die Busverbindung nach Hürben so selten ist bin ich heute relativ spät los. Von der Bushaltestelle bin ich wieder zum HW2 zurück und dann über das Jakobswegle ins Tal hinein und rüber zur Charlottenhöhle. Man geht in Serpentinen den Berg hinauf und läuft mit einem Lehrpfad in der Zeit rückwärts über die Staufer und Römer schließlich in die Steinzeit hinein. Richtig gut gemacht. Ich habe mir gleich eine Eintrittskarte gekauft und neugierig die Achatscheiben angesehen, die es dort zu kaufen gibt. Der Höhlenwart wollte jedoch auf die nächste Gruppe warten, die sich angemeldet hatte, da zum einen eine Führung bereits in der Höhle war und ich alleine war. Da die Führung eine Dreiviertelstunde dauern würde, wäre ich dann frühestens wieder um 12 Uhr aus der Höhle draußen. Das macht mich ziemlich nervös. Ich beschloss nicht in die Höhle zu gehen. Ich hatte eine recht lange Strecke vor mir (zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, ich laufe nur bis Oberelchingen) und konnte mir daher die Zeitverzögerung nicht leisten. Wir hatten uns nett unterhalten und der Kartenwart gab mir mein Eintrittsgeld zurück während ich versprach ein andermal wieder zu kommen. Schließlich soll die Charlottenhöhle ganz toll sein. Eine Ulmer Freundin hat mir mal erzählt, dass das Eselsburger Tal ganz in der Nähe ist. Das ließe sich ja vielleicht kombinieren und ergäbe eine schöne Extratour.

Durch die Wälder geht es weiter. Ich laufe oberhalb des Lonetals, das ich glaube lieber von unten gesehen hätte, weil es nett aussieht und man durch den grünen Wald keinen Blick nach unten hat. Unten fahren einige Radler. In einem Waldstück stoße ich auf ein totes Eichhörnchen. Das scheint einfach so gestorben zu sein und die Fliegen sind schon da. Es scheint aber noch nicht lange her zu sein. Wie bei den Vögeln denke ich, dass die Tiere ja irgendwo liegen müssen wenn sie sterben. Bisher habe ich das kaum im Wald gesehen. Ich wundere mich wie das wohl bei Vögeln ist, ob die einfach vom Ast kippen oder sich schon vorher am Boden zur Ruhe setzen wenn sie merken, dass sie sterben. Im Wald gibt es auch schöne Schmetterlinge. Neugierig schaue ich auf die Karte und entdecke viele Höhlen im Lonetal, an denen leider der HW2 nicht vorbei führt. Vielleicht wäre das auch eine Extratour. Ich schreibe mir die Idee in meinem Notizbuch auf.

Aber dann ist der Wald zu Ende und es geht über offene Felder. Es gibt mehr zum Schauen, was mich freut, aber die brütende Hitze heute ist enorm. Ich bin froh meine Kappe doch mitgenommen zu haben, da ich wohl sonst mit einem Sonnenstich nach Hause gekommen wäre. Es geht durch Lindenau und Öllingen bevor ich nach Langenau komme und mir dort bereits das Trinken ausgeht. Ich mache erstmal an der Kirch Rast und setze mich auf deren Treppe in den Schatten. Von innen weht ein kühler Luftzug durch den Türspalt heraus. Zum Glück bin ich an einem Wochentag unterwegs. Die Läden haben auf. Ich gehe in die Bäckerei und kaufe eisgekühltes Wasser. Eigentlich hätte ich auch gerne einen Schokoriegel mitgenommen, aber der verformte sich schon als ich ihn anfasste. Ich wagte nicht ihn hochzuheben. Die Verkäuferinnen waren neugierig und fragten mich woher ich komme und wie viel ich gewandert bin. Als ich ihnen sage von Reutlingen über Donauwörth reißen sie die Augen auf. Selbst meine Beteuerung, dass ich das nicht alles am Stück gelaufen bin lässt ihre Faszination nicht abebben. Ich werde ein Stückchen größer und laufe stolz aus der Bäckerei.

Vor dem Bahnhof in Langenau mache ich nochmals Pause auf einer Bank unter Bäumen, da mir die Karte zeigte, dass es danach keinen Wald mehr geben würde. Die Hitze ist unglaublich. Unter Autobahnbrücken und im Schatten von Baumgruppen mache ich regelmäßig Pause, um die Hitze zu mildern. Das erste Mal, dass ich über Autobahnbrücken auf einer Wanderung froh bin. Meine Hände sind sogar etwas angeschwollen, so dass ich diese mit ausgestreckten Fingern nicht flach aneinander drücken kann. Auf den Feldern hat die Heuernte begonnen. So durch die Jahreszeiten zu laufen hat was. Man sieht die Aktivitäten auf dem Land. Man nimmt einfach mehr am jahreszeitlichen Leben teil als dauernd im Büro zu sitzen. Meine Füße sind wie auf Autopilot und die Strecke macht mir nicht so viel aus. 24km will ich heute laufen und dann sehe ich ein Schild, auf dem ich sehe, dass es bis nach Ulm "nur" 10 km weiter wäre und schon hat es mich gepackt: da will ich hin. Rein aus Lust am Laufen und weil ich sonst bei der nächsten Etappe im Wesentlichen nur durch Ulm laufen würde, was mich nicht besonders motiviert. Die Überschwänglichkeit verleitet mich sogar dazu gut gelaunt aus einem Garten, der mitten unter den Feldern im Nirgendwo ist, Johannesbeeren zu klauen. Die sind gerade bei der Hitze extrem erfrischend. Reines Wasser reicht da nicht mehr, man braucht etwas Geschmack.

Auf der offenen Strecke von Langenau nach Oberelchingen habe ich vermehrt Weizen und einmal auch ein Haferfeld gesehen. Der Weizen steht im Gegensatz zur Gerste echt unordentlich da! So durcheinander. Jede Ähre zeigt in eine andere Richtung. Die Gerste wird dagegen regelmäßig vom Wind gekämmt. Lustig welche Gedanken einem durch den Kopf gehen. Das muss doch schon ein Sonnenstich sein.

Von weitem sehe ich bereits das Kloster in Oberelchingen. Ein Ziel, auf das man zulaufen kann. Ansonsten ist hier alles platt. Kein Hügel, nix. Mit Albrand hat das hier nicht mehr viel zu tun. Man kann es gerade mal als geologische Grenze bezeichnen, aber der Albtrauf, den ich von der Uracher Alb kenne, sieht anders aus. 

Um halb sechs mache ich in Oberelchingen in einem Biergarten Rast. Erstmal die Hände unter kaltes Wasser halten! Und dann ein Radler, das sofort in den Kopf steigt und ein Wurstsalat. Hier lässt es sich aushalten. Es ist ein schöner Biergarten. Hündin Luna kommt immer wieder für immer mehr Streicheleinheiten vorbei und es ist einfach zum Genießen dort. Am Nachbartisch kommt nach und nach Dorfprominenz zusammen und debattiert über Projekte im Städtle. Ich dachte so was gibt es nur im ZDF. Ich bestelle noch ein Radler.

Und dann gehe ich tatsächlich weiter. Meine längste Wanderetappe bisher! Etwas über 37 km! Das gibt einen ordentlichen Motivationsschub und die zusätzlichen Kilometer sind so absolut kein Problem. Von der Donau sehe ich leider wenig, weil ich dann im Ulmer Stadtwald erhöht laufe und unten eine Straße und Bahnlinie zwischen mir und der Donau sind. Ein Konzert schallt mir entgegen. Gute Musik. Das macht richtig Laune. Die Ulmer wissen wie sie einen Sommertag feiern. In der Stadt bin ich weniger begeistert. Ich laufe nicht am Münster vorbei, was mich irritiert - wenn man schon eine solche Landschaftstour komplett durch eine Großstadt laufen lässt (was ich nebenbei bemerkt unmöglich finde), dann sollte man sie wenigstens an einer Sehenswürdigkeit vorbei führen. Stattdessen laufe ich durch ein weniger schönes Viertel, das mich ganz und gar nicht begeistert.

Die Orientierung ist leicht. ich bin schon oft durch Ulm mit dem Zug gefahren. Wo der Bahnhof ist weiß ich ziemlich genau, auch wenn ich erst einmal durch die Stadt dorthin gelaufen bin, allerdings vom Münster kommend. Es ist fast 21 Uhr und gerade so noch hell. Ich wusste, dass die späte Uhrzeit kein Problem sein würde, weil es abends nun so lange hell ist und von Ulm andauernd Züge nach Stuttgart fahren. Ich hatte keinen Fahrplan dabei, aber manchmal muss man auch Glück haben. Als Vielfahrer wusste ich, dass die Stuttgarter Züge von Gleis 1 abfahren und bin einfach mal hingelaufen und sehe gerade meinen Zug einfahren! Was für ein schöner Zufall. Es ist allerdings der Lumpensammler, der in jedem Kaff hält, aber das gibt mir die Gelegenheit zu entspannen. Eine Fahrkarte von Oberelchingen über Ulm hatte ich schon heute Morgen in Stuttgart gekauft. Es ist eine Erlösung, dass ich nur so kurz nach Hause habe und kein einziges Mal umsteigen muss. Auf der Ostalb war das immer mit viel Zeit und Anstrengung verbunden. Ich musste immer hoffen, den Anschluss zu bekommen, vor allem wenn ein Bus mit in der Verbindung ist. Wenn man den verpasst wartet man meist lange auf den nächsten. Zum Glück ist mir das auf der Ostalb nie passiert.
Zu Hause angekommen stellte ich fest, dass ich zwar die längste Tour seither gelaufen bin, aber nur 2 Photos gemacht habe! Das ist sicherlich der Hitze und der ereignislosen Landschaft geschuldet.

Montag, 18. Juni 2012

14. Etappe: Dischingen – Hürben


Wegverlauf: Dischingen – Zöschingen - Wahlberg - Oggenhausen – Giengen an der Brenz – Hürben 

Weglänge: 24,5 km


Anfahrt: Mit dem Zug nach Aalen, dort umsteigen in den Zug nach Ulm und in Heidenheim aussteigen. Weiter mit dem Bus nach Dischingen.

Rückfahrt: Mit dem Bus nach Herbrechtingen, von dort mit dem Zug nach Aalen und dort in den Zug nach Stuttgart umsteigen.

Gelaufen am: 15.06.2011

Heute habe ich wieder meine alten Trekkingschuhe an. Die zu klein gewordenen Wanderstiefel stehen vorerst im Eck. Eigentlich sollte ich die Trekkingschuhe schon längst durch neue ersetzen, aber da Wanderschuhe 1A sitzen müssen, scheue ich mich immer vor einem Neukauf und zögere diesen meist so lange raus bis es nicht mehr anders geht. Die Trekkingschuhe sind schon arg ramponiert, aber irgendwie geht es eben doch noch.

Ich gebe zu, ich war etwas angefressen, denn eigentlich hätte ich ja schon in der letzten Etappe den Großteil (zumindest bis Oggenhausen) dessen laufen wollen, was ich heute vorhatte. Ich war dadurch am Anfang nicht so motiviert. Zudem gab es wieder viele lange Waldstrecken, die die Wanderung recht langweilig machen. Ich begann mich auf die Strecke nach Ulm zu freuen, da ich wusste, dass dann das schöne Blaubeuren nicht mehr weit sein würde.

Als ich aus Dischingen heraus lief hatte ich aber von einer Anhöhe nochmals einen schönen Blick auf das Schloss Taxis. Heute war es ein bisschen diesig, aber man konnte das Schloss gut sehen. Im Wald überquerte ich wieder die Grenze nach Bayern. In Zöschingen gab es eine schöne Kapelle, an der ich unbedingt Rast machen musste, um sie anzuschauen und den Blick auf die weite Fläche vor mir zu genießen. Ich konnte von hier auch deutlich das Atomkraftwerk Gundremmingen sehen. Vor nicht allzu langer Zeit hatte sich der Unfall in Fukushima ereignet und in Gundremmingen wurde dadurch ein Block abgeschaltet. Es war auch nur ein Kühlturm aktiv. Ich musste daran denken wie ich in der Zeitung gelesen hatte, dass die Leute Angst um ihre Arbeit dort hatten und dass der Gemeinde viele Einnahmen weg brechen würden, wenn das Kraftwerk nicht mehr in Betrieb wäre. Auf der einen Seite konnte ich diese Bedenken verstehen, aber bei Atomkraft verschwindet dieses Verstehen ziemlich schnell. Schade, dass erst ein solcher Unfall in Japan passieren muss, dass man aussteigt. Aber so hat der Unfall immerhin ein Gutes für uns Deutschen gehabt. Ein Jahr später habe ich übrigens auf einer Wanderung bei Giengen wieder beide Kühltürme rauchen sehen. Da kann ich nur sagen: macht Euern Atomausstieg selber und wechselt einfach zu Ökostromanbietern. Mein Anbieter EWS Schönau ist nicht teurer als mein Atomstromanbieter, bei dem ich vorher war. Und meine Firma ist komplett auf Strom aus Wasserkraft umgestiegen. Das finde ich mal richtig gut. Wo keine Nachfrage ist, wird auch nicht mehr produziert.

Nun folgt ein sehr großes Waldstück. und in Ermangelung anderer Sehenswürdigkeiten habe ich die reiche Tierwelt beobachtet. Hummeln, Schmetterlinge, Amseln und jede Menge anderer Vögel waren unterwegs. Und viele schwarze Nacktschnecken. Ich musste aufpassen wo ich laufe. Einige der Hummeln lagen auch tot am Wegesrand und eine tote Amsel habe ich gesehen. Ganz friedlich lag sie da. Ja genau, wo sind eigentlich die Tiere wenn sie sterben? Man sieht nur selten einen Vogel oder eben auch andere Tiere im Wald wenn sie einen natürlichen Tod sterben. Das müssten doch jede Menge sein. Die einzige Erklärung, die ich mir denken konnte war, dass sie vielleicht irgendwo im Wald liegen wo wir Menschen nicht gleich vorbei kommen, oder eben von den fleißigen Helfern im Wald verputzt werden. Ich würde mich interessieren wie schnell das geht. 

Bei Oggenhausen verließ ich das riesige Waldstück. Es geht durch den Ort hindurch und gleich danach beginnen wunderschöne Wacholderheiden. Es sieht wieder in etwa nach der Alb aus, wie ich sie kenne. Das habe ich ein bisschen vermisst auf den letzten Etappen. Eine Herde Schafe weidete dort und der Schäfer trieb sie ein Stück weiter. Die Wacholderheiden würden ohne die Schafe nicht so aussehen wie wir sie kennen. Sie würden zuwachsen. Der Schäferberuf wird auf der Alb daher sehr hochgehalten.

Anschließend komme ich an einem wunderschönen Gerstenfeld vorbei. Mit diesem schönen Sonnenlicht sah es phantastisch aus. Und dann roch ich Kamille. Hier am Feld? Und tatsächlich! Am Feldrand wuchs wilde Kamille. Das hatte ich noch nie gesehen. Immer wieder entdecke ich auf dieser Tour Dinge, die mir zuvor nicht bekannt waren. Und dann kommt einer der größten und lang gezogensten Wacholderheiden, die ich je gesehen hatte. Mit ihren zusätzlichen vereinzelten Nadelbäumen sah sie aus wie eine Mischung aus Alb und Toskana. Ich bin oft stehen geblieben, habe fotografiert, in der Wiese gelegen und einfach nur genossen ein kleines Paradies gefunden zu haben. Und als ich von der Höhe hinunter auf Giengen zulaufe bleibt es weiterhin bei Wacholderheide. Ab und an stand ein Trog voller Wasser wie für Tiere. Das Wasser floss aus einem Metallröhrchen hinein.

Und dann ging es hinein nach Giengen. Diesen Ort musste ich komplett durchqueren. Ich hatte mir erst überlegt von hier aus zurück zu fahren, weil die Zugverbindung gut ist und der HW2 direkt durch das Bahnhofsgelände verläuft, aber dann wäre mir die heutige Etappe zu kurz gewesen.

Auch in Giengen gab es einiges zu sehen. An einer Gerstenmühle stand ein riesiger Laster, der seinen Korntank schräg und so hoch hinauf wie möglich gestellt hatte, so dass die Körner in einen Schacht rutschten. Später habe ich mich geärgert davon kein Photo gemacht zu haben. Aber ich war zu fasziniert, um an ein Photo zu denken.

Weiter in der Stadt komme ich am Steiff Museum vorbei und den Häusern, in denen die Familie wohnte. Sie sehen noch herrschaftlich aus und haben tolle verzierte Holztüren. Die von Kindesbeinen an gelähmte Margarete Steiff fertigte zunächst einen Stoffelefanten an, später weitere Stofftiere und war sehr erfolgreich damit. Hier wurde der Teddybär erfunden und nach Theodor Roosevelt benannt, da dieser auf einer Jagd einen jungen Bären nicht erschießen wollte. Und so kamen sein Spitzname Teddy und der Bär in Verbindung. Man kann natürlich jede Menge Steiff Tiere im Museum erstehen, aber auch der Produktion zusehen, in der die Stofftiere weiterhin von Hand angefertigt werden. Ein Besuch, der sich allemal lohnt.

Durch die Bahnhofsunterführung kommt man wieder aus der Stadt heraus. Als ich am Stadtrand an einem Supermarkt vorbei kam ging ich hinein, um mir einen gekühlten Kakao zu holen. Neben Limonade und Radler für mich eines der erfrischensten Getränke im Sommer. Sobald man die letzten Häuser hinter sich gelassen hat sieht man auch schon Schilder zur bekannten Charlottenhöhle, die den Weg nach Hürben begleiten. Ich hatte bereits gesehen, dass die Höhle direkt am HW 2 liegt und mir gleich vorgenommen diese bei der nächsten Etappe zu besuchen. Heute war es schon ein bisschen spät dafür. Bis ich in Hürben wäre, hätte die Höhle geschlossen.

Die Strecke ist schön und kurz vor Hürben geht es über eine Wiese, die schon hoch eingewachsen war von vielen Blumen. Ein Blick zurück brachte mir eine wunderschöne Aussicht auf einen lang gezogenen Hügel, der mit einer Wacholderheide bedeckt war, auf der Schafe grasten. Wieder ein tolles Photomotiv mit der stimmungsvollen Spätnachmittagssonne. Die Bushaltestelle am Gasthaus Sonne habe ich gleich gefunden. Die Wartezeit wurde mir durch den Esel im Garten gegenüber verkürzt. Wir schauten uns beide neugierig an.

In Herbrechtingen ist es etwas umständlich umzusteigen und ich hatte Angst den Zug zu verpassen. Die Bushaltestelle liegt leider nicht wie sonst direkt am Bahnhof. Wenn man dort aussteigt weiß man eigentlich überhaupt nicht wo der Bahnhof ist. Leider war an der Haltestelle auch kein Umgebungsplan, der mir weiter geholfen hätte. Etwas gehetzt lief ich orientierungslos umher, rannte die Unterführung runter und fragte auf der anderen Straßenseite eine Fußgängerin wo der Bahnhof ist. Es wurde knapp. Ich musste bis zum Bahnhof joggen. Ich hatte noch keine Fahrkarte. Als ich ankam fielen bereits beim Lösen der Fahrkarte die ersten Tropfen vom Himmel. Und kaum stand ich im gläsernen Wartehäuschen an den Schienen, als es wie aus Eimern schüttete. Andere rennen über die Straße und versuchen sich auch unterzustellen. Sie kommen klatschnass an und wenig später läuft das Wasser in das Häuschen rein und über die metallenen Bänke. Gerade noch mal Glück gehabt. Ich bin kaum nass geworden.

Freitag, 25. Mai 2012

13. Etappe: Unterfinningen – Dischingen


Wegverlauf: Unterfinningen – Oberfinningen – Demmingen – Dischingen

Weglänge: 15 km


Anfahrt: Keine. Übernachtung in Unterfinningen.

Rückfahrt: Mit dem Bus nach Heidenheim, von dort mit dem Zug nach Aalen und dann in den Zug nach Stuttgart.

Gelaufen am: 25.05.2011

Schon am Abend zuvor hatte ich mir fast gedacht, dass es ein Fehler war, die Schuhe im Biergarten nicht auszuziehen. Sie hätten einfach Luft und mehr Raum gebraucht, aber so waren sie weiter bis spät in die Nacht eingeschlossen. All das Ölen hatte nicht viel geholfen, sie taten immer noch weh. Zu allem Überfluss hatte ich am kleinen Zeh eine Blase, die ich mit einem Blasenpflaster zuklebte. Diese Blasenpflaster sind phänomenal. Sie wirken desinfizierend, man muss die Blase nicht aufstechen und man kann mit ihnen relativ gut weiter laufen. Nie wieder etwas anderes bei Blasen. Mit den Schuhen 28km zu laufen war wohl doch keine gute Idee. Die großen Zehen haben wehgetan und dort wo der Stiefelschaft ist waren die Muskeln verhärtet. Am liebsten wäre ich nicht weiter gelaufen, aber wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich das auch durch. Das nächste Ziel war Oggenhausen!

Die Nacht war leider auch nicht besonders gut. Das Zimmer zwar schön und das Bett bequem, aber die Kühlanlage der Gaststätte laut und die Kirchenglocken haben alle Viertelstunde geschlagen. Zweimal die Viertelstunde gab es auch noch ein unidentifizierbares Geräusch, das wie eine leise Toilettenspülung klang. Ich bin dann ein Stockwerk höher (ich war der einzige Gast in dieser Nacht) und hab in einem anderen Bett geschlafen, wo man nur die Kirche gehört hat. Morgens bin ich dann wieder in mein Zimmer geschlichen. Eine kurze Nacht war es allemal. 

Das Frühstück war herrlich und die Hausherrin füllte mir auch meine beiden Wasserflaschen wieder auf. Ich nahm noch belegte Semmeln für unterwegs mit, da sie mir sagte, dass es erst in Demmingen einen Bäcker gäbe. In Unterfinningen gab es außer dem Schlössle nichts. Ein reines Wohndorf. Nach kurzer Zeit war ich schon in Oberfinningen und über Felder ging es zum nächsten Wald, der mich wieder nach Baden-Württemberg brachte. Es war ein schöner warmer und sonniger Morgen und der Wald herrlich. Die Sonnenstrahlen kamen vereinzelt rein und es waren viele Insekten unterwegs. Aber meine Füße taten unglaublich weh. Allmählich begann ich zu verstehen, dass ich es heute nicht bis nach Oggenhausen schaffen würde. Immer wieder kamen Schilder mit Entfernungsangaben und ich merke, dass ich doppelt so lange brauchte als sonst. Es war eine echte Quälerei! Diese Schuhe würden noch heute Abend in Rente gehen. Nun brauche ich also nicht nur neue Halbschuhe, sondern auch neue Bergstiefel. Der Einkauf würde nun also doppelt so teuer werden.

In Demmingen gab es leider keine brauchbare Bushaltestelle. Zudem hatte ich in dem Ort eine kleine Hochphase, die mich wieder von Oggenhausen träumen ließ. Im nächsten Wald war das endgültig vorbei. Ich versuchte die Füße etwas zu schützen, indem ich mehr Kraft auf die Stöcke verlegte und sehr langsam lief. Im Wald lief ich wieder ein Stück durch Bayern, dann auf der Grenze und wieder in Baden-Württemberg. Wie ist nur diese Schlangenlinien verlaufende Grenze entstanden? Witzig so zwischen zwei Bundesländern zu laufen. Bayern hat ja mehr Feiertage als Baden-Württemberg. Manche Dorfbewohner werden vielleicht enttäuscht sein, dass sie bereits in Baden-Württemberg liegen wenn sie zur Arbeiten gehen müssen und die Bayern ausschlafen können.

Vor Trugenhofen habe ich mich ins Gras gelegt. Ich konnte einfach nicht mehr. Dort habe ich lange Pause gemacht, in der Sonne gelegen und gelesen und intensiv die Natur genossen, die ich zu Hause nicht vor der Türe habe. Das war richtig gut. Zwei Arbeiter der Stadtgärtnerei kamen in ihrem orangefarbenen Auto vorbei und strichen die Bank auf der Wiese. Ihnen war auch heiß. Ab und zu kam ein Radfahrer vorbei.

Irgendwann bin ich dann doch weiter gelaufen. Hinter Trugenhofen geht es durch den englischen Garten, der zum Schloss Taxis gehört. Das Schloss ist imposant. Ich habe es mir nicht nehmen lassen trotzdem vor den Eingang zu laufen und die tollen Türme zu betrachten. Leider kann man nicht rein. Es wird heute immer noch als Sommerresidenz verwendet. Ein echtes Highlight auf dieser Tour. Und dann war ich auch schon in Dischingen. 15 km bin ich heute nur gelaufen. Mehr wäre aber auch nicht gegangen. Ich hab überhaupt kein Bild gemacht auf dieser Etappe. Irgendwie war ich nicht in Stimmung.
Ich musste nicht lange warten bis der Bus kam. Ein bisschen Glück muss man dann eben doch haben. schade, dass die Tour bereits vorbei ist. Ich hatte mich auf mehr gefreut.

Donnerstag, 24. Mai 2012

12. Etappe: Donauwörth – Unterfinningen


Wegverlauf: Donauwörth – Riedlingen – Reichertsweiler – Oppertshofen – Oberliezheim – Unterliezheim – Unterfinningen

Weglänge: 27 km

Karte: Keine

Anfahrt: Mit dem Zug nach Aalen und dort in den Zug nach Donauwörth umsteigen.

Rückfahrt: Keine. Übernachtung in Unterfinningen.

Gelaufen am: 24.05.2011

Als ich in Donauwörth ankam war ich in Hochstimmung. Ich hatte es tatsächlich geschafft, was ich anfangs nur für eine wage Möglichkeit gehalten hatte. Und wie es so ist habe ich in dieser Hochstimmung sofort beschlossen auch noch den Südrandweg zu laufen und natürlich anschließend das Stück Nordrandweg, das mir noch fehlte: von Tuttlingen zum Traifelberg. Gesagt getan: im Internet habe ich mich informiert wie viele Etappen der Südrandweg hat und habe mir gleich die ersten beiden ausgesucht: von Donauwörth nach Unterfinningen und dann weiter nach Oggenhausen. Ich habe schnell festgestellt, dass ich auch hier abends nicht nach Hause zurück komme und habe im Internet auch gleich das Schlössle Finningen als Unterkunft gefunden. Gebucht war schnell, und so ging ich bereits zwei Wochen nach Ankunft in Donauwörth wieder los. Man kommt sich vor wie auf großer Fahrt. Es ist phantastisch.

Nachdem mir nach der zweitägigen Wanderung die Füße so wehgetan hatten, habe ich mich mit einem Kollegen unterhalten, der Wanderungen über die Alpen führt. Er meinte es sei besser Schuhe mit harten Sohlen zu haben, wenn man mehr Gepäck auf den Schultern trägt. Dann würden die Füße nicht so schnell ermüden. Ich habe also meine alten Bergschuhe rausgeholt, mit denen ich im Januar noch Schneeschuhwandern war und habe sie auf die nächsten beiden Etappen mitgenommen. Meine Trekkingschuhe waren zudem schon ziemlich verschliessen und ich dachte auch hier über neue nach.

In Donauwörth ging ich gleich am Bahnhof los Richtung Süden anstatt wieder zu der Tafel am Zeughaus zurück zu kehren, an der der Südrandweg eigentlich beginnt, da ich von dieser zum Bahnhof schon letztes Mal gelaufen war. Bloß keine Lücke auf dem Weg lassen. Ich will jeden Zentimeter laufen. Eine Karte für die Tour zu finden gestaltete sich schwierig. Ich hatte meinen Donauwörther Stadtplan, auf dem der Beginn des HW 2 bis raus aus dem Ort eingezeichnet war, was gut durch die Stadt half. Aber für danach gab es keine Karte im Wandermaßstab 1:50.000 - außer ich hätte die komplette HW1/2 Karte kaufen wollen. Und so habe ich mir aus dem Internet eine Karte runter geladen, die zwar nicht sonderlich genau war, aber mir den Weg einigermaßen vorgab. Da Fernwanderwege meist gut beschildert sind, stellte das auch kein sonderliches Problem dar.

Ein bisschen komisch war es schon nun "zurück" zu laufen - zumindest was die Himmelsrichtung anging. Ich hatte zuvor auf einer größeren Karte beide Wege miteinander verglichen. Wo ich am Südrandweg sein würde und was dem am Nordrandweg entspräche. Sehr spannend. Und eine kleine Orientierungsschule.

In Donauwörth ging es durch Riedlingen hoch zum Wald und von dort an auch fast ausschließlich im Wald. Ich schaute von einer Anhöhe rüber nach Wörnitzstein. Dort war ich gelaufen! Faszinierend. Schon bald aber machten mir meine Stiefel Probleme. Ich muss wohl auf meinen vielen Wanderungen die Füße platt gelaufen haben. Jedenfalls passten mir die Stiefel, welche ich noch im Januar auf einer Schneeschuhwanderung ohne Probleme an hatte, in der Länge nicht mehr richtig. Wie konnte das sein? Nach nicht mal dreihundert Kilometern? Ich war erstaunt wie schnell so etwas geht. Später hat mir in einem Laden ein anderer Wanderer bestätigt, dass er das gleiche Problem hat. Ja, schön. Kein Vorteil (Spaß am Wandern) ohne Nachteil. Ich versuchte so gut wie möglich durchzuhalten. Diese Etappe nach Unterfinningen musste ich unbedingt schaffen. Ich konzentrierte mich auf den Wald und versuchte die Füße auszublenden. Der Wald war wunderschön. Hirschkäfer liefen über den Weg, auch Weinbergschnecken und Nacktschnecken. Die ersten Hummeln lagen wieder tot am Wegesrand. Es schien als habe die Tierwelt auch ihre Jahreszeiten. Erst so viele Hummeln, von denen die ersten wieder starben und nun die Schnecken. So etwas war mir noch nie zuvor aufgefallen. Auch die Haut einer Blindschleiche fand ich. Durch die Jahreszeiten zu wandern hat was.

Ab und an kam ich aus dem Wald heraus und wurde meist von Gesternfeldern begrüßt. Optisch ist Gerste mein Lieblingsgetreide. Ich mag es wie seine Federn im Wind hin und her wogen und wie das Gerstenfeld in der Sonne schimmert. Das gibt schöne Photomotive und eine idyllische Stimmung. Vor Oppertshofen war auch ein solches Feld, das Dorf lag weiter unten in einer sanften Senke und dahinter erhob sich die Landschaft wieder leicht mit weiteren Feldern. Ein perfekter Ort für eine Pause! Ich mag es an stimmungsvollen Plätzen zu essen.

Dann wieder Wald und wieder ein Örtchen namens Oberliezheim. Ein richtig nettes Dorf, aber natürlich mit einer riesigen Kirche wie es sich das für Bayern gehört. Sie war auf und der Innenraum willkommen kühl. Das Wetter war wieder phantastisch und ideal für kurze Hose, T-Shirt und Sonnenbrand. In der Nähe der Kirche gibt es einen Dorfteich, in dem Frösche quaken. Davor ist eine Bank, auf die ich mich setzte und erleichtert die Schuhe auszog. Sie passten einfach nicht mehr richtig und die Füße beschwerten sich immer mehr. Das Ignorieren half nur noch streckenweise. Ich hoffte einfach, dass die Füße sich über Nacht erholen würden, damit ich auch die morgige Etappe laufen würde können. In meinem Rucksack hatte ich eine Flasche Arnikaöl mit dabei. Das sollte dabei helfen.

Die letzten Kilometer nach Unterfinningen waren jedoch eine Qual. Ich stützte mich mehr auf meine Stöcke beim Laufen und war froh als ich das Schlössle Finningen sah. Es sieht wunderschön aus. Ein toll renoviertes altes Haus mit einem einladenden Biergarten davor, in dem eine Gesellschaft mit Sekt anstieß. Ich kam mir mit meiner Wandererkluft etwas deplaziert vor, aber die Menschen begrüßten mich freundlich und freuten sich eine Wanderin da zu haben. Mein Zimmer war wunderschön und ich freute mich über die tolle Unterkunft.

An die Füße dachte ich leider wenig als ich im Bierarten saß. Die Schuhe waren immer noch eng angeschnürt und als ich mein Bier trank winkten mich die beiden vom Nachbartisch rüber. Die Gesellschaft war gegangen und wir drei die einzigen im Biergarten. Ich bestellte eine große Portion Schnitzel mit Salat und ein weiteres Bier. Es stellte sich heraus, dass der Ältere von beiden der Besitzer des Schlössles war und dieses nun an seinen Sohn und dessen Frau übergab. So kam ich in den Genuss einiger Geschichten über diesen Ort. 

Der Zweite war Mössingen und machte mit seinem Segelflugzeug "segelwandern". Er wollte eigentlich bis nach Mössingen zurück, hat es aber mit den herrschenden Winden nicht geschafft und wartete auf seine Rückholer. Natürlich bin ich mit zum Maisfeld, in dem er gelandet ist und habe geholfen das Segelflugzeug im Anhänger zu verstauen. Wie spannend! Ich bin auch einmal drin gesessen. Gar nicht so unbequem. Und dass ein so großes Segelflugzeug in einen solchen relativ kleinen Anhänger passt ist phantastisch. Es gibt also noch weitere Abenteurer auf der Alb.