Sonntag, 16. September 2012

24. Etappe: Tuttlingen – Gosheim


Wegverlauf: Tuttlingen – Nonnenhöhle – Bettelmannskeller – Russberg – Risiberg – Schotterwerk – Klippeneck - Gosheim

Weglänge: 31,5 km


Anfahrt: Mit dem Zug direkt nach Tuttlingen

Rückfahrt: Mit dem Bus nach Aldingen und von dort mit dem Zug nach Stuttgart.

Gelaufen am: 08.09.2011

Ein komisches und berauschendes Gefühl gleichzeitig, den Südrandweg hinter sich zu haben und nun wieder auf dem Nordrandweg zu laufen. Aber großartig. Mir fehlen nur noch 5 Etappen und ich habe die Alb umrundet! Nur noch 5 Etappen? Mist. Dann ist die Tour ja zu Ende! Schon? Und was mache ich danach? Auf mich stürmen eine ganze Menge Gefühle ein. Als ich loslaufe sind diese aber bald vorbei, da die Tour bereits großartig beginnt. Durch die Stadt laufe ich ein Stück auf dem Weg zurück, den ich vom Schild, der das Ende des Südrandwegs markiert, bis zum Bahnhof gelaufen bin. Interessanterweise ist auch dieses Stück mit dem roten Dreieck markiert. An dem Schild angelangt denke ich noch kurz an den tollen Buchladen, in dem ich das letzte Mal gestöbert habe und biege dann links auf die Holzbrücke über die Donau ein. Ich werde den Fluss nun verlassen und laufe wieder nach Norden. Die erste Etappe wieder auf dem Nordrandweg geht fast geradeaus noch Norden, sozusagen nach oben auf der Karte. 

An der nächsten Straße entdecke ich ein viel schöneres Schild aus älteren Tagen. Es ist gemalt und zeigt grob den Verlauf der Albumrundung mit einzelnen Highlights, die nicht nur genannt sind, sondern auch mit einem Wahrzeichen gemalt sind. Eine schöne Orientierung. ich lasse die einzelnen Stationen gedanklich an mir vorbei ziehen als ich mit den Augen den Wegverlauf nachvollziehe.

Kaum aus der Stadt draußen geht es steil bergan. Ich steige 200 Höhenmeter durch den Wald hinauf. Es ist sehr steil, die Natur wuchert üppig und auf dem Gras liegt noch Raureif. Man merkt hier schon, dass sich der Sommer dem Ende neigt. Und dann bin ich endgültig im Wald. ich werde heute hauptsächlich im Wald laufen. Eine weiterer Anstieg und ich bin auf über 900 Höhenmetern! Im äußersten westlichen Teil der Alb erreicht man voralpine Höhen. Das gefällt mir natürlich. Es gibt hier zehn Berge mit etwas über 1000m Höhe. Einige davon werde ich heute erreichen. Nicht alle liegen entlang des Nordrandwegs. Ich habe im Internet gelesen, dass es eine Wanderung gibt, mit der man alle zehn erreichen kann.

Der Wald ist schön. Die Sonne scheint durch die Blätter und macht eine gute Stimmung. Und dann treffe ich den Förster. Er lässt seinen Hund laufen, der stark von Krankheit gezeichnet ist. Man sieht dem Förster seine Trauer an. Er weiß, dass er seinen Hund bald verlieren wird und zeigt mir was für ein toller Hund es ist. Allerdings lässt er seine Trauer auch in blöden Bemerkungen mir gegenüber raus. Ehrlich ich kann nix dafür, dass sein Hund stirbt. Und wenn er ein Ventil für die Gefühle braucht soll er sie woanders suchen. Meine Laune sinkt auf den Nullpunkt. Am Ende des Wegs setze ich mich auf eine Bank an einem Aussichtspunkt und versuche den Ärger wegzudrängen, um mir den Tag nicht versauen zu lassen.

Und weiter geht es immer durch den schönen Wald. Es riecht nach Pilz. Gesehen habe ich allerdings keinen. Man riecht selbst den herbstlichen Einzug im Wald. Auf der Karte lese ich, dass es hier zwei Höhlen gibt. Die Nonnenhöhle liegt nicht direkt am Weg, aber sie ist ausgeschildert! Ich laufe links den Hang hinunter und dann parallel zum Berg weiter unten ein Stück zurück. Und da ist sie: die Nonnenhöhle. Ein Schild erklärt, dass sich hier drei Nonnen vor dem Übergriff von Soldaten versteckt hielten. Die Höhle ist nicht sehr groß, aber für eine Weile hat sie sicher gut als Schutz gedient.

Wieder zurück auf dem Nordrandweg dauert es nicht lange und ich komme zum Bettelmannskeller. Warum die Höhle Keller genannt wird ist schnell klar. Sie liegt regelrecht unter dem Weg. Steil könnte man runter steigen und dann in eine Höhle gelangen, die im Dach ein kleines Loch hat, aber mir ist der Weg zu steil. Ich laufe stattdessen außen herum und gelange an die "Hintertür" der Höhle. Man kann von hier aus nicht rein, weil der Schlitz, der in die Höhle führt nur wenige Zentimeter vom Boden freigibt. Da ich Hunger habe setze ich mich davor und esse mein Baguette. Als ich so vor mich hinkaue und beruhigt feststelle, dass keine Wespe mitessen will sehe ich in der Erde etwas glitzern. Neugierig grabe ich es aus. Es ist eine Münze. Nachdem ich die Erde weggerubbelt habe sehe ich es: es ist eine deutsche Mark! Wie lange die wohl hier liegt? Wir haben schon seit fast zehn Jahren den Euro. Ganz bekomme ich den Dreck nicht ab, stecke die Münze aber wie eine Trophäe in meinen Geldbeutel, wo sie gut ein Jahr bleibt bevor ich sie rausnehme und in ein kleines Kässchen lege. Ich habe einen kleinen Schatz im Keller gefunden.

Die ehemalige Burg Fürstenstein habe ich zwar auf der Karte gesehen aber dann prompt die Abzweigung verpasst und bin einfach auf dem HW1 weiter gelaufen. Ich beschließe nicht mehr zurück zu laufen, weil ich schon einige Ruinen gesehen habe.

In Rußberg laufe ich an üppigen Obstwiesen vorbei. Die Apfelbäume tragen heuer sehr viel. Die Äste sind mit langen Stecken abgestützt, damit sie nicht unter der Last der Früchte brechen. Blumenbeete, ein altes Holzhaus mit einer Außentreppe, die voller prächtiger Blumenkübel ist. Einfach idyllisch. Ein Mann läuft über die Straße und bemerkt, dass ich alles photographiere. Er erzählt mir, dass in diesem Haus einmal sein Vater gewohnt hat und er aber nun im moderneren Haus gegenüber wohnt. Seine Frau sorgt für die vielen Blumen. Und immer wieder kämen Brautleute, um ihr Hochzeitsbild vor dem schönen Haus machen zu lassen.

Am Ortsausgang laufe ich an einem Stall vorbei. die Kühe schauen raus. Vielleicht ein wenig traurig. Ich laufe an ihnen vorbei in Freiheit und sie sind von Gittern eingesperrt. Ich wollt nicht mit ihnen tauschen. Da vergeht einem das Fleischessen. Seitdem ich diese Haltung auf meinen Wanderungen direkt vor Augen gesehen habe, esse ich wieder vermehrt vegetarisch. Da sprechen sie von einem fairen Milchpreis, aber hat schon mal jemand von fairer Viehhaltung gesprochen? Die Tiere müssen den Großteil ihres Lebens in dunklen Ställen verbringen. Wer würde das denn wollen? Und draußen hat es genügend Wiesen, auf die man das Vieh treiben könnte. So habe ich das bei Schelklingen gesehen und würde es mir viel öfters wünschen. Aber da stehen die Kühe auf diesem Betonboden, strecken ihre Hälse durch die metallenen Gitter, kauen ihr Gras und stehen im Dunkeln. Seitdem kaufe ich auch bewusst Milchprodukte von Herstellern, die ihr Vieh auf die Weide treiben. Hofgut nicht mehr. Davon habe ich nun genug gesehen.

Weiter geht es wieder am Trauf entlang wie ich ihn vom Nordrandweg kenne. Es ist wieder ein RANDweg. Einen Rand, den man nur allzu deutlich sehen kann. Immer wieder gibt es Aussichtspunkte auf die große Ebene vor der Alb. Lange kommen keine Erhebungen. Aber am Horizont sieht man den Schwarzwald. Vielleicht auch die Vogesen? Ich kann es nicht beurteilen, bilde es mir aber mal ein.
 
Als ich aus Risiberg raus laufe komm eich an zwei Pferden vorbei, die vor einer Kapelle stehen. Eines sieht sehr krank aus. Man sieht die Knochen und die Schulter sieht aus wie wenn sie heraussteht. Aber es sieht nicht unglücklich aus. Vielleicht war es einmal ein Unfall? wer weiß. Sie reagieren auf meine Zusprache. Ob sie mich wohl verstehen? ich kann leider kein Pferdisch. Wahrscheinlich verstehen uns die Tiere alle durch das viele und lange Zuhören und amüsieren sich königlich über unsere infantile Sprache, wenn wir sie ansprechen!

Und wieder geht es an den Rand. Wieder die tolle Aussicht Richtung Schwarzwald. Und dann komme ich auf eine Lichtung, die in Nebel gehüllt ist. Das Rasthäuschen aus Holz sehe ich erst gar nicht. Weiter hinten aber ist der Nebel schon wieder verschwunden. Und dann kommt Klippeneck. Ich konnte mir bis dato keine Vorstellungen dazu machen, war aber sofort Feuer und Flamme von diesem Plateau. Ein metallenes Kreuz mit reicher Verzeihung steht neben einer Bank im Gegenlicht. Ein Photomotiv wie aus dem Buch. Dahinter der Albabbruch, die Ebene und ganz hinten der Schwarzwald.

Es wird windig. Die Hochebene öffnet sich nach hinten und wird zu einem Segelflugplatz. Eine Windhose weht waagerecht im Wind. Ich laufe auf dem Trampelpfad über einen Teil des Fluggeländes. Ich muss an den Übersberg denken, über den ich im tiefen Schnee vor mehr als einem halben Jahr auf meiner ersten Etappe gelaufen bin. Ich laufe hier schon seit einiger Zeit gleichzeitig auf drei Wegen: dem Nordrandweg, dem MainNeckarweg und dem Alb-Donauweg. Kein Wunder dass sie sich alle diesen Weg ausgesucht haben. Wirklich schön hier. Da ich mir ohnehin schon vorgenommen habe irgendwann den Alb-Donauweg zu laufen weiß ich, dass ich wieder hier her kommen werde. Eine schöne Vorstellung. Ich könnte gerade so weiter laufen, aber irgendwann neigt sich auch der schönste Tag zu Ende. Gosheim liegt unterhalb des HW2, hat aber eine Bushaltestelle, die mich kurz darauf zum Zug bringt.

Montag, 3. September 2012

Ausflugstipp: Donauversickerung und Donauquelle


Dieser Ausflugstipp liegt bereits außerhalb der Schwäbischen Alb, soll aber das Bild des schönen Donautals vervollständigen. Die Donauversickerung bei Immendingen sorgt regelmäßig dafür, dass im jungen Donautal aufgrund des niedrigen Wasserstands nicht Kanugefahren werden kann. Die Tour führt in einer Erweiterung an die Quelle(n) der Donau. Man kann sich in Donaueschingen selbst ein Bild der Diskussion um die Quelle der Donau machen.

Wegverlauf: Möhringen – Donauversickerung – Immendingen – Donaueschingen – Donauquelle - Zusammenfluss Brigach & Breg - Donaueschingen

Weglänge: 12,5 km


Anfahrt: Mit dem Zug nach Tuttlingen, dort umsteigen in den Zug bis nach Möhringen.

Zwischenfahrt: Mit dem Zug von Immendingen bis Donaueschingen

Rückfahrt: Mit dem Zug nach Rottweil, dort umsteigen in den Zug nach Stuttgart.

Am Bahnhof von Möhringen läuft man ein Stück zurück und überquert gleich die Gleise und läuft dann nach rechts auf den Donauradweg. Diesem folgt man bis nach Immendingen. Entlang des Weges führt größtenteils die Donau. Manchmal bewegt sich der Radweg von der Donau weg. Es lohnt sich auch über die Wiesen direkt an der Donau entlang zu laufen, allerdings muss man ein bisschen Glück haben, wenn man über die mannshohen Brennnesseln einen Blick auf die Donau erhaschen möchte. Manchmal findet man auch Schneisen durch die Brennnesseln, die jemand anders hineingemäht oder -gelaufen hat und man hat so eventuell Glück den Ort zu sehen, an dem die Donau wieder fließt. Man läuft hier entgegen der Fließrichtung und sieht daher den Durchbruch vor der Versickerung.

Wer aber nur auf dem Weg läuft kommt ebenso auf seine Kosten. Man erreicht bald ein Schild, das nach links zur Donauversickerung weist. Im Sommer hat man meistens Glück. Die Donau verschwindet mittlerweile fast die Hälfte des Jahres hier unter die Erde. Ist die Furt hier trocken, so kann man nach rechts im trockenen Kiesbett der Donau laufen bis zu der Stelle, an der die Donau im Untergrund versickert. Man muss schon genau hinschauen, um zu sehen wo das Wasser über die Steine plätschert und wo sie tatsächlich im Grund versickert. Sie versickert in Richtung Süden. Mit Farbe hat man festgestellt, dass sie Richtung Aachtopf fließt.




Nun muss man auf dem gleichen Weg durch das Flussbett zurück und wieder nach links auf den Donauradweg, dem man bis zum Bahnhof Immendingen folgt. Hier steigt man in den Zug nach Donaueschingen ein.







Am Bahnhof in Donaueschingen angekommen läuft man Richtung Stadt und folgt den Schildern zur Donauquelle. Man kann sie gar nicht verfehlen. Kreisrund eingefasst sprudelt in Blasen eine Quelle an die Oberfläche, die dann unterirdisch weiter verläuft. 



Die Quelle ist schön eingefasst. Eine Statue komplettiert das Bild. Ein wunderbarer Ort. Allerdings als Quelle der Donau nicht unumstritten. Der weitere Wegverlauf wird dies zeigen. Man läuft nun zurück zur Straße, folgt dieser nach rechts bis zur Talstraße und läuft in diese hinein bis zum Fluss Brigach. Diesem folgt man nach links bis zur Brücke, auf der Autos verkehren. Hier vereinen sich Brigach und Breg zur Donau. In der Schule lehrt man noch heute "Brigach und Breg bringen die Donau zu Weg". Die Brigach ist der deutlich größere Fluss, aber die Breg fließt auch nicht wirklich in die Brigach hinein, man kann tatsächlich von einer Vereinigung sprechen. Für mich ist diese Stelle die Donauquelle.

Viele Seiten im Internet, auch Bücher weisen die rund eingefasste so genannte Donauquelle als Quelltopf des Donaubachs aus und ich hatte gelesen, dass dieser sich mit der Brigach "vereint". Und den wollte ich finden, daher bin ich die Brigach ein Stück zurück gelaufen, dann links über die Brücke, dann nach rechts weiter bis vor zur Stadt. Kurz vor dem Museum sieht man dann auf der rechten Seite unter einem kleinen Tempel einen Bach in die große Brigach plätschern. Hier fließt der Donaubach in die Brigach. Meiner Meinung nach kann genau deswegen die so genannte Donauquelle in Donaueschingen nicht als Quelle der Donau bezeichnet werden. Ich kenne keinen Bach, der als Quelle eines großen Flusses bezeichnet wird außer hier in Donaueschingen. Aber vielleicht meint man, wenn man überall groß "Donauquelle" hinschreibt, dass es dann auch jeder glaubt. Auch ich dachte das, bis ich zu diesem Thema verschiedene Meinungen gelesen hatte und vor Ort mir selbst eine Meinung gebildet hatte. Für mich gilt nach wie vor, dass Brigach und Breg die Donau zu Weg bringen.

Von hier aus geht es bis zur Straße geradeaus und dann nach links zurück zum Bahnhof.

Die gesamte Tour kann man auch gut mit dem Fahrrad machen und so die Zugfahrt von Immendingen nach Donaueschingen durch Radeln ersetzen. Die Gesamtlänge von Möhringen nach Donaueschingen beträgt 30km.

Freitag, 31. August 2012

23. Etappe: Beuron – Tuttlingen


Wegverlauf: Beuron – Jägerhaus - Bergsteig – Tuttlingen

Weglänge: 25,5 km


Anfahrt: Mit dem Zug nach Tuttlingen und dort in den Zug nach Beuron umsteigen.

Rückfahrt: Mit dem Zug direkt nach Stuttgart.

Gelaufen am: 31.08.2011

Die letzte Etappe auf dem Südrandweg! Ich bin richtig stolz auf mich. Wer hätte gedacht, dass ich tatsächlich so weit kommen würde! Ich blicke in Gedanken zurück auf den Südrand. Er ist nicht so durchgängig toll wie der Nordrand, aber in der zweiten Hälfte auch einfach nur gut. Und der Rest gehört einfach mit dazu. Wenn man die Alb komplett erleben will, muss man auch die flacheren Abschnitte im Osten gesehen haben, die im Südosten sogar noch flacher werden, so dass man nur noch von einem geologischen aber nicht topographischen Rand sprechen kann. Viele Abenteuer liegen hinter mir und viele Erzählungen. Mittlerweile verfolgen einige meiner Freunde und meine Familie den Weg mit jeder Etappe. Immer wieder werde ich darauf angesprochen. Ich bin selbst total begeistert von dieser Wanderung.

Dass das Donautal hier so schnell wieder zu Ende ist macht mich fast schon traurig. Es ist wirklich ein wunderschönes Tal, in das man immer wieder kommen kann. Und außer dem HW2 gibt es noch jede Menge andere Möglichkeiten es zu erleben. Der Alb-Donauweg und der Hohenzollernweg streifen es beispielsweise auch.

Da der Klosterladen von Beuron so schön ist konnte ich nicht widerstehen und bin gleich morgens nach meiner Ankunft rein und habe dort nochmals eingekauft. So habe ich den ganzen Tag ein Flasche Obstbrand mit mir herum getragen. Ich kann nicht sagen, dass ich es bereut hätte. Und heute ging es endlich im Tal weiter. Das hat mir bisher auf den Etappen im Donautal gefehlt: die Talsicht. Ich gebe zu, dass ich mich auf dem SüdRANDweg befinde und dieser bevorzugt oben auf den Felsen entlang läuft, aber hier hätte ich mir ab und an die Talsicht gewünscht. Der Hohenzollernweg führt durch das Tal - den werde ich vielleicht mal wannanders laufen. Allerdings ist es im Tal auch nicht ganz ungefährlich für Wanderer: es gibt hier viele Radfahrer und am Wochenende denke ich läuft man Gefahr von denen umgenietet zu werden. Vielleicht ist es sinnvoller das Tal mit dem Fahrrad oder Kanu durchzugehen. Ideen für die Zukunft gibt es genügend!

Nachdem man die Bahnlinie unterquert hat kann man wählen, ob man nun auf der Höhe oder im Tal laufen möchte. ich entscheide mich für das Tal. Auch weil ich unbedingt den Donaudurchbruch und die Donauversickerung sehen will. Der Weg führt an wunderbaren Felsen vorbei und am Jägerhaus, in dem man gut isst. Dort sollte man unbedingt runter an den Fluss. Man kann über Steine (oder auch über eine kleine Brücke) auf die andere Seite gelangen. Wannimmer ich dort bin muss ich mindestens zweimal hin und her auf den Steinen laufen. Wunderbare Stepping Stones! Die Strecke bis hierhin ist wunderschön. 

Man kommt an Obstbäumen vorbei, die zwischen Fels und Donau wachsen. Die Donau ist sehr schmal. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass dieser kleine Fluss einmal so breit werden wird! Aber was aus Kindern einmal wird weiß man ja vorher auch nicht. Man läuft direkt am Felsen entlang und dann sehe ich etwas weiter oben links einen Spalt im Fels. Eine Höhle? Muss ich gesehen haben! Neugierig laufe ich hoch und tatsächlich: ein schmaler und hoher Schlitz im Fels durch den man in eine kleine Höhle kommt. Schnell die Taschenlampe gezückt und langsam rein laufen. So sehr mich die großen Höhlen mit ihren Tropfsteinen faszinieren so sehr begeistern mich dann doch immer wieder diese kleinen Höhlen, die man zufällig am Weg entdeckt. Gerade weil man überrascht wird und beim ersten Blick nicht weiß was einen erwartet sind sie so toll. Mitten in der Zivilisation wird man zum Entdecker.

Am Jägerhaus liegen einige Kühe müde im Gras und schauen gelangweilt zu mir rüber. Die Kühe interessieren mich dieses Mal nicht. Ich laufe lieber über die Steine im Fluss, mehrmals hin und her. Wenn man hier über den Fluss und nach oben wandert kommt man auch auf schöne Wege. Auch dort oben gibt es eine interessante Höhle. Um zusätzlich dort hinauf zu laufen fehlt mir jedoch die Zeit und ich laufe weiter. Mehrmals treffe ich zwei Hollänger auf ihren Fahrrädern. Als sie Rast machen unterhalten wir uns. Sie erzählen, dass sie mehrere Tage hier im Tal sind und schon einiges gesehen haben. Ich frage sie, ob sie schon den Donaudurchbruch gesehen haben und wo man lang muss. Leider haben sie ihn noch nicht gesehen, werden aber selbst neugierig. Und als ich nach ihnen weiter laufe und neugierig um eine Ecke schaue ermutigen sie mich reinzulaufen. Ich denke, das könnte passen. Ich laufe einen Waldweg hinein und komme auf eine freie Wiese an einer Donaubiegung. Der erste Blick als ich aus dem Wäldchen heraus laufe ist phantastisch. Jenseits der Wiese ragen Felsen steil vom Fluss empor. An einigen Stellen bröckeln sie ab. Es sieht aus wie eine Miniaturmoräne. Enttäuscht musste ich feststellen, dass das gesamte Ufer dicht mit Brennnesseln zugewachsen ist. Nirgends ist an ein Durchkommen zu denken, egal wie weit ich am Ufer entlang laufe. Mist. Den Donaudurchbruch kann ich mir für heute in die Haare schmieren.

Ganz vorne kann ich an den Fluss aber dort plätschert die Donau lustig über das flache Kiesbett. Einen Durchbruch kann man das nicht nennen. Der muss weiter unten kommen, denn hier ist etwas wenig Wasser. Na ja, egal. Ich ziehe meine niegelnagelneuen Schuhe aus und laufe durch das Wasser. Ich habe endlich neue Schuhe gefunden bzw. mich auch dafür entschieden. Nach meiner Tour durch die Wanderläden bin ich nun bestens darüber informiert, was gute Wanderschuhe ausmacht und welche man zu welcher Gelegenheit tragen sollte. Die wichtigste Information für mich war, dass man härtere Sohlen haben sollte, wenn man mehr Gewicht auf den Schultern trägt, damit die Füße nicht so schnell erlahmen. Ich habe dann gleich doppelt zugeschlagen: ein Paar für die Alb und ein Paar Bergstiefel für die Alpen komplett mit Geröllschutz und Kerbe für Schneeschuhe und Steigeisen. Die doppelte Anschaffung hat zwar ein großes Loch in meine Kasse gerissen, mich aber ziemlich glücklich gemacht. Und ich laufe hervorragend in beiden Pärchen. Es hat sich gelohnt, sich ein bisschen Zeit dafür zu nehmen. Und so muss ich die Stiefel natürlich gleich am Fluss photographieren.

Die Füße hänge ich weiter in den Fluss. Es ist wieder ein toller sonniger Tag, den es sich am Flussufer hervorragend verbringen lässt. Ich hole mein Vesper heraus und beiße genüsslich hinein, werde aber bald so arg von Wespen geplagt, dass ich  dauernd hin und her laufe und das Baguette schneller in mich hineinschlinge als ich es eigentlich wollte. Und Schwupps habe ich meine Ruhe. Die Wespen sind fort und ich kann immerhin noch die Kühle des Flusses genießen. Welch Wohltat nach der nervigen Wespenattacke.

Die Donauversickerung habe ich mir dann aus dem gleichen Grund erspart. Da der HW2 nicht direkt daran vorbei führt wollte ich den Umweg zu einem Meer aus Brennnesseln nicht machen und bin auch zum Bergsteig gelaufen. Schweren Herzens verließ ich das Donautal und wusste: jetzt neigt sich der Südrandweg zur Neige. Ein bisschen Wehmut machte meine Füße schwerer.
Ein Jahr später war ich an der Donauversickerung hier bei Fridingen. Wenn man jedoch nicht weiß, dass diese hier ist, könnte man auch meinen eine Stromschnelle zu sehen. Es ist ein Schild angebracht, das die Versickerung erklärt und wie viel unglaubliche Mengen an Wasser hier in einer Minute versickern, aber die Donau hat offenbar genug Wasser, dass man es an dieser Stelle nicht sieht. Es gibt allerdings noch eine weitere Versickerungsstelle bei Möhringen und Immendingen, an der man das viel besser sieht. Dort kann man im Sommer sogar im trockenen Flussbett der Donau laufen!

Als ich den Berg fast ganz hoch gelaufen bin und den Bergsteig schon vor mir sehe beschleunigen sich meine Schritte wieder. Die Landschaft verändert sich hier jeden Meter. Man kann regelrecht zuschauen wie sich die für die Alb charakteristische Landschaft nun in jene des Schwarzwalds verwandelt! Unglaublich. Die Vegetation wird eine andere und auch die Häuser sind nun anders gebaut. Mehr Holz, Schindeln, ein Holzbalkon, Borden. Die Alb ist zu Ende.

Ob es nun an der Wegmarkierung lag oder an meiner Verwunderung über den landschaftlichen Wandel - ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls habe ich mich sofort verlaufen. Und als ich so in den Wald blickte und mich fragte wie ich laufen hätte sollen sehe ich ein Reh! Es schaut mich kurz neugierig an und im nächsten Augenblick läuft es davon. Heute habe ich mich gerne verlaufen.

Der Weg geht nun größtenteils durch Wald und als nächstes sieht man auch schon Tuttlingen, das nicht so besonders ist. Keine Stadt, die man unbedingt am Ende des Weges besichtigen muss. Wirklich gut ist der letzte Buchladen vor der Einkaufsstraße wo ich noch das Buch "AlbAnsichten" mitgenommen habe. Das Schild am Ende des Weges ist eher unscheinbar an einem Pfosten neben einer Holzbrücke angebracht. Der Weg verläuft danach weiter zum Bahnhof. An einer Ecke war ich etwas verwirrt, weil es plötzlich ein Schild HW1 nach rechts gab. Links ging dann der mit dem Dreieck beschilderte Weg zum Bahnhof weiter. Aha, hier geht es also bei der nächsten Etappe dann Richtung Norden. Wow. Ich habe es tatsächlich geschafft! Manchmal kann ich es selbst noch nicht glauben. Ich bin den Südrandweg komplett durchgelaufen!!! Von Donauwörth nach Tuttlingen! Was für ein Gefühl! Das muss ich mir noch öfters auf der Zunge zergehen lassen. Und es sind nur noch 5 Etappen bis ich die Alb komplett umrundet habe. Ein wunderschönes Projekt.

Donnerstag, 30. August 2012

Ausflugstipp: Kanufahren auf der jungen Donau

Mit dem Kanadier die Donau runter: von Thiergarten bis Sigmaringen – das Donautal aus einem ganz andern Blickwinkel erleben. Auf dem Fluss sieht jede Landschaft anders aus! Zweimal muss ein Wehr umtragen werden. Eine Tonne für die eigenen Habseligkeiten, Paddel und Schwimmweste bekommt man alles gestellt. Man wird vorher eingewiesen, so dass auch jemand paddeln kann, der das vorher noch nie gemacht hat.

Die Rückfahrt muss man allerdings selbst organisieren. Andere Anbieter holen einen ab und fahren einen zum Einstiegsort zurück. Aber es gibt hier im Tal immer Busse, die eine Rückfahrt ermöglichen. Dafür zahlt man hier auch ein bisschen weniger als bei Anbietern mit Abholung.

Durch die Donauversickerung ist manchmal der Pegelstand der Donau zu niedrig und man kann dort nicht Kanufahren zu dieser Zeit. Daher sollte man sich auf der Homepage des Anbieters immer vorher über den Pegelstand informieren. Eine Befahrung der Donau ist vom 01.05. bis 30.09. bei einem Pegelstand von über 50 cm und unter 140 cm zulässig. 

Zum Anbieter.

22. Etappe: Hausen im Tal – Beuron


Wegverlauf: Hausen im Tal – Burg Werenwag – Korbfels - Eichfels – Burg Wildenstein – Alpenblick - Beuron

Weglänge: 21 km


Anfahrt: Mit dem Zug nach Tuttlingen, dort umsteigen in den Bus nach Hausen.

Rückfahrt: Mit dem Zug nach Tuttlingen, dort umsteigen in den IC aus Zürich nach Stuttgart.

Gelaufen am: 28.08.2011

Was hat mich nur geritten, dass ich so früh aufstehe? Das habe ich mich oft gefragt, vor allem hier auf dem Südrandweg, wenn die Anfahrt so lange war, dass ich extrem früh aufstehen musste. Aber sobald ich im Zug sitze, oder spätestens im Wald ist alles vergessen, denn dann bin ich glücklich. Die meiste Zeit habe ich mir morgens auch noch etwas zu essen für unterwegs gemacht. Weckle aufbacken, dann ins Bad solange diese auskühlen (vorher nochmals im Bett die 10 Minuten dösen, die die Weckle im Ofen sein müssen bis der Küchenwecker mich aus dem Schlummer gerissen hat) und dann belegt. Meist hat es gerade so gereicht dann loszugehen. Aber irgendwann war ich dieser Weckle überdrüssig und habe mir etwas am Bahnhof gekauft. Und so konnte ich morgens noch ein bisschen länger liegen bleiben.

Ich habe mir auch angewöhnt vor einem Wandertag abends früher ins Bett zu gehen, um das frühe Aufstehen auszugleichen. Oder abends duschen statt morgens, im Zug frühstücken, usw. Zugegeben, ich hätte öfters mehrere Etappen direkt nacheinander machen können und auf der Alb übernachten, dann hätte ich morgens nicht so früh aufstehen müssen. Aber mir hat das so gut getan immer wieder wandern zu gehen, wenn möglich einmal in der Woche. Jede Woche Bewegung anstatt nur im Büro zu sitzen, jede Woche Natur. Die Natur, das ist einfach mein Ding. Diese Art über das Jahr verteilt zu wandern hat mir ein ganz anderes Lebensgefühl gegeben. Und dafür hat sich auch das frühe Aufstehen gelohnt. Vielleicht werde ich eines Tages ich meine Arbeitszeit reduzieren, so dass ich nur noch 4 Tage die Woche arbeite und die Zeit für solche Dinge nutzen kann. Noch bin ich nicht so weit, aber die Zeit wird kommen.

Der Busfahrer heute war wieder sehr nett. Am Bahnhof in Tuttlingen habe ich zufällig gesehen, dass ein Bus viel früher in meine Richtung fährt als der ursprünglich geplante Zug. Obwohl meine Zugkarte streng genommen nicht im Bus gilt lässt der Fahrer mich so mitfahren. Die Strecke geht über Beuron (mein heutiges Etappenziel sehe ich also schon am Morgen) und über den Irndorfer Hardt. Der Busfahrer hat mich gefragt wo ich wandere, wir haben uns ein bisschen über das schöne Donautal unterhalten und dann ließ er mich in Hausen direkt dort aussteigen wo ich den Weg hoch zum Südrandweg nehme. Ganz ohne Bushaltestelle. Solche netten Busfahrer trifft man eigentlich überall auf der Alb. In Hausen bin ich erstmal zum Dorfladen gegangen, um dort noch ein Croissant mitzunehmen. In dem laden gibt es alles: Getränke jeder Art Süßigkeiten, Backwaren, Zeitschriften... Ein echter Tante Emma Laden. Ich muss ich ein Stück den Berg hinauf bis ich wieder auf den HW2 komme. Der Südrandweg verläuft hier nur auf der Höhe. Es geht steil hinauf und nebenher zu essen war vielleicht doch nicht so eine gute Idee. Ich bin gleich außer Puste.

Als erstes geht es zur Burg Hausen und Schloss Werenwag - beides in Privatbesitz. Schloss Werenwag sieht von unten super aus, aber von der Rückseite sieht man eigentlich nicht viel, gerade mal eine alte Scheune. Als ich sie auf der letzten Etappe von vorne gesehen habe, hatte ich mich schon gefreut direkt daran vorbei zu laufen - dachte man kann vielleicht in den Hof. Aber die Burg ist nicht zugänglich.


Der Weg geht nun durch den Wald zu einem schönen Aussichtsfelsen - dem Korbfelsen. Das Donautal ist hier wunderschön. Das müsste man auch mal durchpaddeln. Von unten sieht das bestimmt nochmals anders aus. Der Blick von hier oben ist wie von den Donautalbroschüren. Man kann hier eigentlich gar kein schlechtes Bild machen. Einfach draufhalten. Rechts und links Felsen und im Tal schlängelt sich die schmale Donau durch die grünen Wiesen. Auf dem Felsen lasse ich mir lange Zeit bis mir die Höhe zu viel wird. Es geht hier steil nach unten und ich bin nicht schwindelfrei.

Ein Highlight aber ist der Eichfelsen, von dem aus man einen tollen Blick ins Tal und zu den phantastischen Felsen hat, die beidseitig der Donau aufragen. Dort habe ich erstmal Mittagspause gemacht und den Ausblick genossen. Ich hätte es vorhin nicht gedacht, aber der Blick von hier toppt sogar den vom Korbfelsen.

Und dann erlebe ich eine Seltenheit auf dem Albrundweg. Die Schilder führen mich in die Irre. Ich verpasse eine Abzweigung und merke das erst als ich auf dem rauen Stein stehe und kein weiteres Schild finde. Der Ausblick ist super, in der Näher gibt es einen tollen Biergarten. Hier lässt es sich aushalten. Aber wo ist das nächste Schild? Also schaue ich doch mal auf die Karte und stelle fest, dass der HW2 gar nicht über den rauen Stein geht. Mmh, aber warum stand der dann vorhin auf dem Schild mit dem roten Dreieck? Na ja, vielleicht war das früher mal so. Ich präge mir den Wegverlauf von der Karte gut ein und schaue auch runter ins Tal. Man sieht schon wo es lang geht. 

Das erleichtert die Orientierung. Unterhalb des Hanges gibt es einen Bergkegel, um den die Donau rum fließt und an dem die Bahn den Fluss auf einer schönen alten Eisenbrücke überquert. Ok, also zurück und dort sehe ich das Anschlussschild auf der Serpentine nach unten. Von der anderen Seite sieht man das Schild jedenfalls nicht. Aber egal. Bei der genialen Beschilderung, die ich bisher vorgefunden habe will ich mal nicht meckern. Schließlich hatte ich einen tollen Blick vom rauen Stein und weiß für das nächste Mal wo man einkehren kann.

Ich laufe über die Brücke, was mir immer gut gefällt, dann über eine Wiese zu einer reich verzierten Kapelle. Auf einem weiteren Schild sehe ich wieder den rauen Stein unter dem roten Dreieck. Na ja. Radler sind auch unterwegs. Ich glaube, wenn man im Tal wandert wird man von denen überfahren. Es sind ziemlich viele. Und dann sehe ich schon die Burg Wildenstein. Mein Vater hat mir erzählt, dass er dort als Junge mal übernachtet hat. Die Burg ist heute eine Jugendherberge. Der Aufstieg ist klasse! Gleich am Anfang eine tolle Ausbuchtung im Feld und romantisch verwildertes Grün. Ein älteres Ehepaar kommt mir entgegen und sie erzählt, dass ihr Mann schon so ziemlich alles auf der Alb gemacht hat. Er kenne jeden Weg und war auch schon viel Kanufahren. Als ich schon viel weiter bin könnte ich mich in den Allerwertesten beißen, dass ich nicht gefragt habe, ob er Werner Schmidt ist, von dessen Wanderbüchern ich so begeistert ist. Manchmal hat man so ein Gefühl. Ich hätte wetten können, dass er es war!

Die Burg betritt man über eine Hängebrücke. Es stehen schon Wägen mit Bettwäsche rum. Wäre auch eine Idee gewesen hier zu übernachten und so die restliche Etappe des HW2 gleich anzuschließen. Im Innenhof sind Sitzbänke und es gibt eine Burgschänke. Ich hole mir ein Radler und eine heiße Wurst. Als ich mein Radler kurz auf dem Tisch stehen lasse, um die Wurst abzuholen stürzen sich die Wespen drauf. Den Rest in der Flasche kippe ich aus, um die Wespe vor dem Ertrinken zu retten und währenddessen fällt die nächste in mein Glas. Ey! Das war mein Bier!!! Dieses mal schütte ich es nicht aus, sondern fische die Wespe mit einer Gabel raus. Ihre Nachfolgerin ist schon im Anflug. Als ich endlich einen Bierdeckel schützend über das Glas bekomme sehe ich, dass es den anderen Gästen nicht anders geht.

Von der Burg dort geht es auf der Höhe durch Wald. Man sieht im Sommer leider nicht runter ins Tal. Das ist auf dem HW2 auf diesem Abschnitt schade, weil man so viel Wald sieht, aber nicht das malerische Donautal. Vielleicht ist es besser diesen Weg im Winter oder Herbst zu laufen, oder dann eben durch das Tal zu gehen. Allerdings gibt es hier einen Alpenblick. Mit etwas Phantasie kann ich sogar die blauen Berg im diesigen Sonnenlicht erkennen. ich mache mehrere Aufnahmen, um zu Hause zeigen zu können, dass ich die Alpen gesehen (wenigstens erahnt) habe, aber es ist gar nicht so leicht so etwas auf ein Photo zu bekommen. Nur wenn man es vergrößert sieht man etwas. Und dann vermutlich auch nur, wenn man weiß wonach man schauen muss. Aber: ich habe die Alpen gesehen!

Gleich anschließend geht es in Serpentinen im Wald nach unten zum Kloster Beuron. Ein schöner Abstieg zum Schluss und vor allem ein schönes Tagesziel. Das Kloster liebe ich und vor allem auch sein Klosterladen. Ich laufe erst in die Kirche, in der jemand Orgel übt. Ich setze mich eine weile hin und höre zu. Schließlich laufe ich vor zur seitlichen Kapelle, die toll ausgeschmückt ist. Die Malerei hat hier einen ganz eigenen Stil. In der Kapelle ist ein kleiner Raum eingelassen, in dem unzählige rote Kerzen brennen. Die Wände sind mit Marmor ausgekleidet und der Raum wird nur von den flackernden Kerzen erhellt. Sie sind in einer Spirale auf einem Gestell angeordnet und an der Wand hängt eine weitere Eisenkonstruktion herunter. Eine wunderschöne Kombination. Ich zünde auch eine Kerze an für meine Wanderung.

Anschließend gehe ich in den Klosterladen, der ein riesiges Sortiment hat. Ganz viele Bücher und jede Menge eigene Klostererzeugnisse wie Obstbrand, Tee, Wurst und Salben verkauft werden. Das Kloster hat eine eigene Metzgerei, pflanzt selber Kräuter und Obst an. Ich hab mich gleich mit einer Mischung quer durch das Sortiment eingedeckt. Ich liebe es von unterwegs solche Sachen mit nach Hause zu nehmen.

Montag, 13. August 2012

21. Etappe: Sigmaringen – Hausen im Tal


Wegverlauf: Sigmaringen – Inzigkofen – Thiergarten – Schaufelsen - Hausen im Tal

Weglänge: 25 km


Anfahrt: Mit dem Zug direkt nach Sigmaringen.

Rückfahrt: Mit dem Zug nach Ulm, dort umsteigen in den Zug nach Stuttgart.

Gelaufen am: 11. 08. 2011

Diese Etappe ist eine der schönsten auf der Albumrundung, einfach weil das Donautal wunderschön ist. Dass die Etappe 25km lang ist und man eine recht lange Anfahrt hat kann man leider nicht so viel schauen wie ich es gerne getan hätte. ich werde daher nochmals kommen und mehr Zeit mitbringen.
In Sigmaringen läuft man zunächst ein Stück an der Donau entlang. Man hat nochmals einen tollen Blick auf das grandiose Schloss und nach kurzer Zeit bereits Flussromantik. Schon bald ist es mir zu warm und ziehe meinen Pullover aus. Es verspricht ein sonniger Tag zu werden. Ich laufe an Feldern entlang, komme zu einem Wäldchen und wäre an einer Wiese fast an dem wunderschönen Amalienfels vorbei gelaufen. 

Zum Glück habe ich mich umgedreht und sehe ihn an einer Donaubiegung steil aus dem Wasser ragen. Weit oben ist ein Wappen und der alte Schriftzug "Andenken an Amalie Zephyrine 1841" angebracht. Wunderschön gelegen. Ich bleibe eine Weile stehen und lasse das Bild auf mich wirken. Später lese ich, dass Amalie Zephyrine in jungen Jahren in Paris gelebt hatte und nach der Heirat mit einem Prinzen von Hohenzollern nicht im Sigmaringer Schloss wohnen wollte. Sie zogen stattdessen in das ehemalige Kloster von Inzigkofen und legten dort einen Park an. Nach ihrem Tod wurde Zephyrine der Fels gewidmet, da sie sich im Dorf stets für die Armen engagierte.

Kurz darauf erlebe ich eine Überraschung. Was nun folgt hatte ich in keinster Weise erwartet. Ich hatte auch noch nie darüber gelesen. Der Inzigkofer Park wird von einem steil an den Felsen angelegten Weg gesäumt, auf dem der Südrandweg verläuft. Man läuft auf schmalen Wegen, über Holzbrücken und -planken. Stets begleitet einen ein Geländer. Ohne diesen angelegten Weg würde man gar nicht in dieser Höhe an den Felsen laufen können. Allein der Weg begeistert mich. Und dann erreiche ich die Teufelsbrücke. Eine Brücke, die 20m hoch eine kleine Schlucht überbrückt. Sie steigt steil mit Treppen an und auf der anderen Seite geht sie genauso steil wieder mit Treppen hinunter. Der Teufel soll sie gebaut haben, weil der Hofbaumeister sich weigerte eine Brücke über diese Schlucht zu bauen. Ich photographiere sie von allen Seiten, laufe mehrmals darüber. Und nach der Brücke geht es durch einen kleinen Tunnel durch den Fels und weiter auf dem abenteuerlichen Weg am Fels entlang. 

Bald kommen drei Grotten und auch Felsbögen. Diesen Weg habe ich später einem Kollegen empfohlen, der sonst vom Laufen nicht sehr begeistert ist. Aber Inzigkofen und dieser Weg haben sogar ihn gelockt und begeistert. Ich liebe es, wenn man solchen Wegen überrascht wird, so wie es mir bereits beim Bittenschießer Täle passiert ist. Man läuft nichts ahnend in eine tolle Landschaft hinein. Das ist ein viel besseres Erlebnis als es vorher gewusst zu haben.


Leider hat auch ein solcher Weg einmal ein Ende. Ich laufe hinunter zur Bahnlinie und überquere diese. Gleich anschließend geht es steil hinauf und die schönen freistehenden weißen Felsen des jungen Donautals beginnen. Ich kannte diese bereits von früheren Wanderungen um Beuron herum und konnte es gar nicht erwarten hier auf dem Südrandweg zu laufen. Ich laufe nun hoch über dem Tal am Hang entlang, sehe viele der Felsen von den Hängen heraufragen und folge einem schmalen Weg über das Grün. Was für eine Aussicht! Ich komme an einer Ruine vorbei, die ich nicht gleich als solche erkenn, weil die Überreste auf einem extrem schmalen Felsen sind. ich frage mich wie hier einmal eine Burg gewesen sein kann. Der Fels ist viel zu schmal für einen Wohnraum. ich könnte mir vorstellen, dass hier einmal mehr Fels war und dieser abgebrochen ist. Die Ruine heißt Gebrochen Gutenstein. Vielleicht weil etwas abgebrochen ist? Ich laufe hinunter so weit ich komme, kann aber nichts erkennen. Von hier sehe ich aber wie schmal der Fels ist.

Es geht dann noch eine Weile oben weiter, dann aber wieder steil hinunter. Ich bin ein bisschen enttäuscht. Sollte das mein Höhenausflug gewesen sein? Als kleine Entschädigung verläuft der Weg regelrecht über Stock und Stein. Von der seitlichen Wand ist Geröll abgebrochen. Gleich rechts neben mir sind Bahngleise. Nach einem Stück entlang der Straße geht es dann aber zum Glück wieder hinauf auf die Felsen. Der Tag kann weiter gehen! Nach einer Weile zeigt ein Weg vom Hauptweg weg zum Rabenfels. Natürlich muss ich diesen gehen. Ich will heute jeden einzelnen Felsen mitnehmen. Über Geröll führt der Weg verwunschen nach oben. Die Steine sind mit Moos bewachsen. Und dann hört der Fels auf. Aha, war's das? Ich taste mich vorsichtig an das Ende hin, bin froh das der Fels auf Schulterhöhe aufhört, steige etwas empor und schaue vorsichtig über die Kante. Wow! Wie gut, dass ich so vorsichtig war. Hier geht es senkrecht gute 100m hinunter! Ich gehe erstmal wieder von der Kante weg, sammle mich und schaue mir den Felsen dann in aller Ruhe und Vorsicht an. Der Rabenfels. Prompt kommen schwarze Vögel angeflogen. Ob es Raben oder Krähen sind kann ich von hier aus nicht erkennen. Aber Ringe von Kletterern sehe ich. Die können hier sicher für die Alpen üben. Tief unten sehe ich die schmale Donau fließen und die Straße, auf der Ameisenautos fahren. Ein toller Platz.

Vor der Tour hatte ich im Wesentlichen dem Schaufelsen entgegen gefiebert, weil ich diesen von früheren Wanderungen kannte und vor allem der Ausblick von dort auf die felsige Donaulandschaft. Aber was ich bisher gesehen habe ich mindestens genauso toll. Vom Schaufelsen selbst war ich dann etwas enttäuscht. Wie es eben so ist, wenn man etwas in seiner Erinnerung hochstilisiert und dann an das Wiedersehen große Erwartungen knüpft. Ich hatte eine Bank auf einer Felskuppe mit tollem Blick auf die Donaubiegung und die Felsen an beiderseitigen Hängen in Erinnerung. und diesen Platz wollte ich unbedingt wieder finden. Leider musste ich festellen, dass die Landschaftspfleger etwas dagegen hatten, dass die Wanderer hier überall bis zu den Felsen laufen. Sie haben in den Jahren, die seit meinem letzten Besuch vergangen sind, ineinander verkeilte Äste auf den Boden gelegt, so dass man nicht mehr vor kann und als ich glaubte den Platz mit der Bank gefunden zu haben fand ich eine verwitterte Bank und eine Aussicht, die durch hoch gewachsene Bäume nicht mehr die tolle Aussicht war, die ich in Erinnerung hatte. Nachdem mich der Weg schon mehr durch Wald statt an den Felsen entlang geführt hatte war ich sauer. Ich wollte doch unbedingt wieder das Bild wachrufen, das sich seit Jahren in mein Gedächtnis eingeprägt hat. Ich verstehe ja den Naturschutz und das Bestreben, die Felsen und ihre Flora vor dem Zertrampeln zu schützen, aber man sollte wenigstens einen schönen Aussichtspunkt auf dem Schaufelsen für die Wanderer haben, sonst laufen sie demnächst nur noch im Tal, was schade wäre. Zu Hause verglich ich die Bilder von damals mit den heute aufgenommenen Photos und sah, dass meine Erinnerung richtig war.

Man muss sich eben jetzt mehr verrenken, um den Blick auf die Donaubiege zu haben. Und man muss es wissen, dass hier einer der tollsten Blicke wartet, eben weil die Donau um die Felsen herum fließt. Was mich hier begeistert ist auch, dass die Felsen sich zu beiden Seiten erheben. Am Albnordrand hat man das nicht. Ein Ehepaar, das ich unterwegs traf meinte sie seien hier aus der Gegend und hatten das immer als gegeben hingenommen und bewundert, aber waren sich nie bewusst, dass es das nicht so oft auf der Alb gibt. Was man eben gewohnt ist!

Weiter geht es wieder eher durch den Wald als am Felsen entlang. ich beschließe eines Tages wieder die Rundwanderung aus Werner Schmidts Buch "Westliche Alb" zu machen. Der Südrand weg verläuft hier toll und immer oben, aber was mir an dem Rundweg so gut gefallen hatte ist, am gleichen tag die Felsen auch von unten zu bewundern und ein Stück am Fluss entlang zu wandern. Es lohnt sich wirklich dieses Tal aus verschiedenen Blickwinkeln zu erwandern. Und es wird nie langweilig dabei. Schließlich geht es nach Hausen hinunter. Auf dem Abstieg höre ich Rufe von oben. Kletterer sind im Felsen und als der Junge die Spitze erreicht bricht er in Freudengebrüll aus. Sein Vater ist noch in der Wand. Für den Zug bin ich noch zu früh dran. Gott sei Dank! Denn schon beim Abstieg sehe ich die romantisch gelegene Burg Werenwag auf den Felsen und will das Tal noch eine Weile genießen bevor ich wieder gehe. Bevor ich zum Bahnhof gehe, laufe ich über die schöne Steinbrücke mit ihren Pfeilerfiguren und lege mich auf eine Wiese mit Blick auf Werenwag. Manche Blicke muss man einfach auf sich wirken lassen. Ein Hund rennt an mir vorbei und springt in den Fluss. Als er zurück kommt hat er einen Tennisball im Maul und trieft am ganzen Körper vor Wasser.

Am Bahnhof stelle ich überrascht fest, dass es keinen Fahrkartenautomaten gibt. Ich frage den Herren im Bahnhofshäuschen und er meint, er sei nur hier, um die Signale und Weichen zu stellen 8alles noch Handarbeit!). Von den Fahrkarten wüsste er nicht. Wir unterhalten uns noch eine Weile nett und ich steige dann eben ohne Fahrkarte ein. Offenbar ist es billiger die Leute schwarzfahren zu lassen als die Strecke mit den Automaten auszurüsten. Da ich keinen Schaffner fand, bei dem ich nachlösen hätte können, löse ich erst in Ulm eine Fahrkarte und stecke den Gewinn gleich in Schokoriegel.

Mittwoch, 1. August 2012

20. Etappe: Friedingen – Sigmaringen


Wegverlauf: Friedingen – Emerfeld – Bingen - Büttenschießer Täle - Nägelesfelsen - Sigmaringen

Weglänge: 24 km


Anfahrt: Keine. Übernachtung in Friedingen.

Rückfahrt: Mit dem Zug direkt nach Stuttgart.

Gelaufen am: 01.08.2011

Der Vorteil bei Übernachtungen ist, dass man morgens früher loslaufen kann. So saß ich bereits um 8 Uhr beim Frühstück und freute mich über die riesige Auswahl. Es gab alles was das Herz begehrt und auch genug, um mir ein reichhaltiges Vesper zu machen. Im Gasthof Adler wird man richtig verwöhnt. Dafür darf man schon mal Werbung machen!



Morgens war es noch etwas kühl, aber ich spürte, dass das nicht lange so bleiben wird. An der Kirche vorbei geht es gleich wieder raus aus dem Städtchen auf eine große Pferdekoppel zu. Die Pferde stehen malerisch vor der landschaftlichen Kulisse. Etwas Tau hängt noch in der Luft. Die Pferde schauen neugierig zu mir rüber. Der Weg geht am Wald entlang, auf der anderen Seite sind saftige Wiesen. Es ist ein wunderschöner Morgen. Leider bin ich schnell verwirrt was den Weg angeht und verlaufe mich prompt. Die Beschilderung auf den Albrandwegen ist wirklich ausgezeichnet und ich brauche selten eine Karte, aber jetzt hatte ich vor lauter Träumerei am Morgen nicht aufgepaßt wie ich gelaufen war und hatte etwas Schwierigkeiten wieder auf den Weg zurück zu finden. So bin ich ungewollt über Emerfeld gelaufen, habe es aber nicht bereut, weil es von dort malerisch ins Tal geht. Wacholderheiden auf der einen Seite mit weidenden Ziegen und Wald auf der anderen Seite. Am Wegesrand ein Brunnen aus einem Baumstamm geschnitzt.

Vor Warmtal finde ich die Abzweigung auf den HW2 sofort und achte nun etwas genauer auf die Schilder. Wenn man so komplett in Gedanken läuft oder wie ich beim Laufen regelmäßig den Kopf ausleert passiert es schon mal, dass man ein Schild übersieht.

Hinter Billafingen stoße ich wieder auf eine bunte Blumenwiese wie am Tag davor. Unglaublich viele verschiedene Blumen wachsen hier, ein regelrechtes Blütenmeer, aus dem hoch die Sonnenblumen herausragen. Weiter im Wald finde ich einen großen Pilz, der ein richtiges Schirmchen hat. Zu Hause im Pilzbestimmungsbuch meine ich ihn als Parasolpilz zu identifizieren. Aber die Pilze sehen alle so ähnlich aus! Ich glaube ich würde nie welche im Wald sammeln, weil ich mir nicht sicher wäre, was ich da genau einsammle.

Die Strecke durch den Wald ist lang und dann quer durch die Stadt Bingen. Bisher ist die Strecke schön, aber ohne Highlights. Aber nach Bingen bin ich so überrascht. Damit habe ich nicht gerechnet, weil es auf der Karte recht klein eingezeichnet ist und ich daher vorher nicht nachgeschlagen habe welches Kleinod sich hier befindet: das Büttenschießer Täle. Zwei Felsen bilden ein Eingangstor zu dieser kleinen Wunderwelt. Ich sehe gleich einen Bach rauschen, der die Farbe von Gletscherbächen hat. Die Felsen ragen direkt ins Wasser hinein. Eine Kombination, die mir schon immer sehr gefallen hat. Ich stehe lange und beobachte das Wasser, weiß nicht ob ich lieber noch eine Weile bleibe oder das märchenhafte Tal weiter erkunden will. Beides verlockt gleichermaßen. Schließlich siegt die Neugier und ich laufe am Bachlauf weiter. Er macht eine Schleife und dahinter sehe ich eine Mauer im Wasser. Was ist das? Ich muss das natürlich anschauen. Mein Entdeckergeist läuft auf Hochtouren. Ich laufe durch das Gebüsch und an der Biegung vorbei. Ein Fels versperrt mir die Sicht. Soll ich ans andere Ufer? Das Wasser sieht tief aus und nur ein schmaler Baumstamm führt darüber. Zu schmal. Auch wenn es warm ist will ich nicht nass werden und laufe weiter am Ufer entlang bis ich einen guten Blick auf die Biegung bekomme. An deren ufer muss einmal etwas gebaut gewesen sein. Es war tatsächlich eine Mauer, die ich gesehen habe.

Kaum mache ich ein paar Schritte auf dem Weg sehe ich links einen Trampelpfad den trockenen aber steilen Hang hinauf laufen. ich folge ihm und finde eine Höhle. Jemand hat dort Holz in einem Sack gelagert. Über der Höhle ist ein weiteres Loch und auf der gegenüberliegenden Seite ist auch ein Loch in der Felswand. Ich klettere hinüber und erreiche das Loch in der Felswand. Es ist leider zu klein, um hinein zu schlüpfen, aber die schmale Felsrippe, auf der ich kam reicht gerade zum Sitzen und Staunen.

Irgendwann schlafen mir die Füße ein und ich klettere wieder hinunter. Etwas schwieriger als nach oben zu kommen. Man könnte es auch kreatives Runterrutschen nennen. Das Tal hält weitere Highlights bereit. Gleich drauf weist der Weg über eine hochbeinige Brücke, auf drei Balken überwuert man den Fluß. Alles ist mit frischem Grün zugewachsen wie im Urwald. Jetzt fehlt nur noch eine Hängebrücke. Und wieder Felsen und dann ein riesiges Loch im Fels: die Büttenschießer Höhle. Ihre Wände sind kohlrabenschwarz. In der Mitte eine Feuerstelle, davor ein großer Platz. ich sehe regelrecht die Steinzeitmenschen vor mir wie sie hier essen und leben.

Und dann ist das Abenteuer vorbei. Es geht an der Lauchert entlang, zwei Radfahrerinnen kommen mir entgegen und das Tal wird wieder breiter mit Wiesen.

Bald darauf geht es aber nach oben zum Nägelesfelsen, auf dem geschickterweise eine Bank steht, auf der ich beim Ausruhen prompt einschlafe. Ein schöner Platz zum Schlafen. Anschließend verlasse ich die Natur und laufe nach Sigmaringen hinein. Ich will unbedingt das großartige Schloss sehen und laufe daher fix durch die Stadt. Es geht dann gleich auf einen Weg, den ich so nah an der Stadt nicht vermutet hätte. Eigentlich ist er wie viele andere auf der Alb, wo weit und breit keine Stadt zu sehen ist. Für die Bewohner ist das sicherlich ein wunderschöner Spazierweg. Er führt durch den Wald steil nach oben auf eine Felskuppe hinaus, die einen sensationellen Blick auf das Sigmaringer Schloss freigibt. Das Schloss ist ein monumentaler Bau, der beeindruckenden Art. Viele Türmchen ragen daraus hervor und es vereint sich perfekt mit dem Felsen, auf dem es steht. Von hier oben sehen ich steil hinunter auf die Bahnlinie. Ich habe noch etwas Zeit bis der nächste Zug fährt. Sigmaringen ist gut angeschlossen und es fährt häufig ein Zug.

Nach einer Weile wandere ich hinunter. Auf einem Felsen steht eine Steinbockfigur und dann bin ich gleich am Bahngleis, an dem ich ein Stück entlang laufe zum Bahnhof. Für die Gleise wurde hier extra Fels herausgeschlagen. Und dann bin ich schon an der Donau. Ich weiß, dass als nächstes das schöne junge Donautal kommt und wäre am liebsten gleich weiter gelaufen. Nach einem Bummel durch die hübsche Stadt steige ich dann aber in den Zug und fahre wieder nach Hause.