Donnerstag, 26. Juli 2012

Ausflugstipp: Kanufahren auf der Donau bei Obermarchtal


Auf der Donau gibt es verschiedene Anbieter für Kanufahrten auf dem Fluss. Man kann ein Kanu und Zubehör mieten und wird am Zielort abgeholt. Dann geht es mit dem Bus des Anbieters bis zum Startpunkt. Man erhält eine kleine Einweisung, Schwimmwesten, wasserdichte Plastikfässer für Ersatzklamotten, Schlüssel und Vesper (muss man selbst mitnehmen), Paddel, sowie ein Rollwägelchen, mit dem man das Kanu über die Schleusen übersetzen kann. Man muss hier mehrmals das Wasser verlassen und das Kanu rollen / tragen und dann nach der Schleuse wieder ins Wasser gehen, was mit dem Wägelchen jedoch kein Problem ist. Einen Flussplan bekommt man auch, damit man weit vorher schon weiß, wann die Schleuse auf einen zu kommen.

Eine Möglichkeit ist bei Obermarchtal zu paddeln. Die Tagestour geht von Zwiefaltendorf bis nach Öpfingen und ist 32,5km lang. Das hört sich viel an, ist aber nicht so anstrengend wie man meinen könnte. Wenn man auf der Karte schaut wird man sehen, dass eine Straße in der Nähe vorbeiführt, aber sie ist meistens weit genug weg und selbst wenn sie mal näher an der Donau ist, man merkst davon nichts auf dem Fluss. Man paddelt an Felsen vorbei, die direkt ins Wasser reichen, zwischen Bäumen und Grasbestandenen Uferböschungen und schließlich auch unterhalb des Klosters Obermarchtal. Eine landschaftlich reizvolle Tour und selbstverständlich auch vom Fluss sehr reizvoll. Das Boot muss dreimal umgesetzt werden.

Zum Anbieter.

Samstag, 21. Juli 2012

Ausflugstipp: Kanufahren auf der großen Lauter


Das große Lautertal wird auf allen möglichen Arten bereist. Manche fahren einfach mit dem Auto durch und halten an der einen oder anderen Burg oder am Gestüt Marbach. Viele preschen mit dem Motorrad durch und auch zum Wandern ist es hier herrlich. Am Wochenende ist jedoch sehr viel los. Zum Wandern ziehe ich es daher vor unter der Woche ins große Lautertal zu gehen. Man kann auf der Lauter aber auch zwischen Buttenhausen und Indelhausen Kanufahren. Es gibt ein paar Wehre, die man umtragen muss. Es ist also sinnvoll, diese Tour auf jeden Fall zu zweit zu machen.

Die große Lauter darf nur an Wochentagen zwischen Juli und September befahren werden. Grund hierfür ist der Vogelschutz. Der Transfer vom Zielpunkt zum Ausgangsort wird vom Anbieter übernommen. Einkehren kann man danach in Bichishausen im wunderschönen Bootshaus.

Die Lauter ist sehr kurvenreich und nach dem ersten umtragenen Wehr gibt es happige Stromschnellen, an denen schon der eine oder andere gekentert ist. Aber das gehört auch dazu.

Zum Anbieter.

Mittwoch, 18. Juli 2012

18. Etappe: Hütten – Hayingen


Wegverlauf: Hütten – Sondernach - Granheim – Erbstetten – Heumacherfels - Ruine Wartstein - Lautertal – Maisenburg - Hayingen

Weglänge: 24 km

Karte: F524 Freizeitkarte Bad Urach 1:50.000

Anfahrt: Mit dem Zug nach Ulm, weiter mit dem Zug nach schelklingen und von dort mit dem Bus nach Hütten.

Rückfahrt: Mit dem Bus nach Münsingen, weiter mit dem Bus nach Reutlingen und von dort mit dem Zug nach Stuttgart.

Gelaufen am: 15.07.2011

Ich hatte ja gehofft wieder mit dem Zug nach Hütten fahren zu können, weil mir die Fahrt mit dem Anhalten bei Bedarf so gut gefallen hat. Aber leider gibt es diese Verbindung früh morgens unter der Woche nicht. Und so bin ich dann von Schelklingen aus mit dem Bus nach Hütten. Der Bus hält mitten im Ort, am Gasthof Bären (Tipp: von hier aus kann man eine super Tour ins Bärental und zur Bärentalhöhle machen). Am Bahnhof kann er leider nicht halten. Mist. Ich hatte mir ja vorgenommen, jeden Zentimeter der Albumrundung zu laufen. Nun stand ich da, und hatte einige Meter übersprungen. Soll ich zurück zum Bahnhof? Ach was. Was für ein Umstand! Oder doch? Egal, ich laufe los. Als ich an der Brücke über den Bach komme und schon gute 200m gelaufen bin, habe ich mich geärgert und bin doch zurück gelaufen. Es geht hier ja schließlich ums Prinzip. Entweder ich umrunde die Alb komplett aus eigener Kraft oder nicht. So. Also wieder zurück und schon stellt sich eine gewisse Genugtuung ein. Ja, das ist der richtige Weg. Am Bahnhof stehe ich und denke nochmals an den Zug, den ich per Anhalter gefahren bin. Lustig. Und richtig idyllisch ist es hier. Ich atme ein paar Mal durch. Bloß nicht den Tag versauen lassen, weil ich mich jetzt geärgert habe. Gleich mal davon frei machen.

Ich bin neugierig, ob auf dem Baumstumpf noch die Pilze wachsen, oder sie bereits wieder weg sind und laufe so über die Straße, wo der HW 2 aus dem Wald runter kommt. Und tatsächlich, die Pilze sind noch da. Sie wachsen auf dem kompletten Baumstumpf und bedecken ihn völlig. Ein richtig guter Anblick. Ich photographiere die Pilze aus allen möglichen Perspektiven, probiere die Makrofunktion aus und mache viel mehr Bilder, als ich später aufheben will. Mit den digitalen Kameras genießt man hier einen gewissen Luxus, den man früher mit den Abzugsbildern nicht hatte. Man musste jedes Bild bezahlen. Heute lade ich die Bilder einfach auf meinen Rechner und lösche die, die nichts geworden sind. Eine feine Sache. Allerdings photographiere ich so auch viel mehr und brauche bald eine größere Festplatte.

Nun laufe ich also wieder in den Ort hinein, ducke mich innerlich ein wenig, weil ich glaube, die Leute müssten mich für verrückt halten, wenn sie mich hier zum zweiten Mal laufen sehen. Der Weg geht nun an den Bahngleisen entlang. Ich wundere mich, welcher Zug hier fährt. ich kenne die Strecke gar nicht. Später lese ich, dass hier der Ulmer Spatz fährt und fahre ihn auch tatsächlich ein Jahr später, als ich zur nahe gelegenen Schmiechquelle wandere (nebenbei bemerkt eine tolle Quelle, wie sie so aus dem Felsen kommt). Aber heute wirkt sie so verlassen. Wie eine Geisterbahn. und doch ist in Sondernach eine hübsche Haltestelle mit einem netten Häuschen. Ich komme an Ziegen vorbei, die mich genauso neugierig beobachten wie ich sie. Sie reagieren, wenn ich sie anspreche und schauen wie wenn sie versuchen wollten zu verstehen was ich sage. Es ist erstaunlich wie Tiere reagieren, wenn man sich ernsthaft um sie kümmert. ich habe das schon oft auf meinen Wanderungen beobachtet.

Das Tal ist sehr schmal und schön zu laufen. Es gefällt mir hier. Wieder eine Idylle gefunden! Allerdings machen mir die Mücken das Leben schwer. Die schiere Menge davon ist lästig. Und man sollte meinen, sie hätten genug Platz zum Fliegen, aber immer wieder finden sie treffsicher meine Augen oder ein Nasenloch. Entweder muss das etwas ganz besonders Anziehendes haben, oder es sind so viele Insekten, dass sie jeden verfügbaren Raum zum Fliegen nutzen müssen. Auf dem Weg sind einige schwarze Schnecken. An einer Übergangsstelle laufe ich auf das Bahngleis und blicke ihm entlang. wie es wohl sein muss hier stehen zu bleiben wenn ein Zug kommt? Ich muss an den Nationaltürhüter Robert Enke denken, der genau das getan hat und hoffe inständig, dass jetzt kein Zug kommt. Davon abgesehen ist es eine interessante Perspektive. Wenn man im Zug sitzt sieht man nur seitlich zum Fenster hinaus. Mal direkt auf die Schienen zu sehen ist ein ganz anderer Blickwinkel. Mir wird wieder bewusst was für ein schönes Tal das hier ist und bin traurig, weil ich weiß, dass ich es bald nach links verlassen werde.

Auf der Suche nach dem Schild, das mir den Weg nach links zeigt sehe ich ein Reh im Wald stehen. Es hat mich auch gesehen, schaut mich an und hüpft gleich darauf weiter. In den wenigen Sekunden, als es mich direkt angesehen hatte, habe ich überlegt, die Kamera anzumachen und ein Bild zu versuchen, habe mich aber dann dagegen entschieden, weil ich das schon öfters versucht habe und mir nie ein Bild mit Reh gelungen ist. Man ist einfach nicht schnell genug für ein solches Bild. Nachdem ich einige Waldbilder ohne Reh hatte, habe ich beschlossen, von nun an nicht mehr die Kamera rauszuholen in solchen Situationen, sondern einfach nur zu schauen und den Augenblick zu genießen. Und so habe ich ein Photo in meinem Inneren.

Und an der nächsten Abzweigung weist das rote Dreieck nach links. Ich verlasse das schöne Tal und die Bahnlinie. Es geht steil hinauf und oben angelangt grüßt mich eine wunderschöne Stimmung: Wolken am Himmel, etwas bedrohlich in ihrer Farbe, Weite, die mit braunen Feldern bedeckt ist und mittendrin ein einzelner Baum.

Ich laufe weiter zur Straße und sehe im hohen Rapsfeld etwas herausragen. Ist es eine andere Pflanze, oder doch? Ja, es ist ein Reh! Es schaut minutenlang neugierig zu mir rüber und wenig später schaut an einer anderen Stelle ein weiteres Reh heraus. Ich bin gespannt wer zuerst geht. Es ist ungewöhnlich, dass Rehe einen so lange anschauen. Aber schließlich ist es ihnen langweilig geworden und sie laufen mit eleganten Sprüngen über das Feld, weg von mir.

Ich laufe durch einen Wald und als ich heraus komme sehe ich weiter weg auf einer Wiese am Wald ein Gehege mit Tieren, die ich aus dieser Entfernung nicht richtig erkennen kann. Kann es sein, dass das Rehe sind? Aber warum sollten sie auf einer offenen Wiese in einem Gehege gehalten werden? Ich kenne diese Variante nur als Schutzgehege im Wald. Aber eine offene Wiese kommt mir komisch vor. Ich beschließe zunächst, dass es vermutlich doch keine Rehe sein werden, mache aber einige Photos, damit ich sie zu Hause auf dem Rechner vergrößern kann. Und tatsächlich, es waren Rehe! Später erfahre ich, dass zum Beispiel in Neuseeland Wild gezüchtet wird, um ihr Fleisch genauso wie das von Rindern und Schweinen zu gewinnen. Eine eigenartige Vorstellung. Bisher dachte ich, dass das Wild einfach im Wald geschossen wird. Schließlich habe ich auf meinem Weg (besonders in Bayern) schon unglaublich viele Schießstände (Hochsitze) gesehen.

Es geht weiter durch den Wald. Und ich rieche schon bald Pilze. Wenn die Pilze frisch wachsen, riecht man sie sofort im Wald. Und da! Drei riesengroße Pilze nicht weit vom weg entfernt. Sie sind bestimmt 20 Zentimeter hoch. Wenige Meter weiter sehe ich einen ebenso riesigen Ameisenhaufen. Er ist bestimmt einen halben Meter hoch und mein Weg führt direkt an ihm vorbei. Es ist gar nicht so einfach die kleinen Ameisen auf dem Haufen zu photographieren. Aber bei den vielen Versuchen, die ich gemacht hatte, kamen einige schöne Bilder heraus. Ich überquere die Straße und gleich danach sehe ich wieder einen Ameisenhaufen, der aussieht wie wenn er sich an einen Baumstamm gelehnt hätte. Ich beschließe hier keine weitere Photosession einzulegen, weil ich es heute sonst nie ins Lautertal schaffen werde.

Es geht ein Stück durch den Wald und dann höre ich einen Traktor. Ein Bauer mäht eine Wiese am Hang. Hin und her fährt er. Es ist ein schmales, aber langes Stück Land. Mit meiner einjährigen Wanderung bekomme ich auch mit, wann die Bauern welche Arbeiten machen. Richtig interessant. Der Weg würde nun durch Erbstetten führen, aber das merke ich erst hinterher. Mir gefällt der Blick auf das Dorf gut, gerade weil ich erst aus dem Wald getreten bin und gleich einen Panoramablick präsentiert bekomme. Und so laufe ich einfach am Waldrand weiter und merke nicht, dass ich durch den Ort gehen hätte müssen. Das macht aber auch nichts, denn ich stoße ganz automatisch wieder auf das rote Dreieck und laufe nun zum Heumacherfelsen. Ich erkenne ihn gleich wieder. Vor zwei Jahren habe ich hier im Lautertal eine Rundwanderung gemacht. Er ist nichts Besonderes, läutet aber eine Gegend mit vielen typischen Albfelsen ein.

Weiter vorne stoße ich auf die Ruine Wartstein. An ihr geht seitlich eine metallene Wendeltreppe hoch. ich kann mich erinnern, dass ich schon damals Probleme hatte sie hoch zu laufen, da man durch die Stufen hindurch sehen kann und ich nicht schwindelfrei bin. Aber ich will hoch. Also schraube ich meine Wanderstöcke zusammen, befestige sie am Rucksack und laufe langsam, aber trotzdem bestimmt die Wendeltreppe hinauf. Die letzten Meter kosten mich einiges an Überwindung, aber als ich oben auf dem Turm stehe bin ich richtig euphorisch. Ich habe es geschafft! Und das trotz Höhenangst! Yeah! Und der Blick von hier oben in das Lautertal ist die richtige Belohnung. Er ist phantastisch. Man ist unglaublich weit oben. Die Lauter schlängelt sich in unendlich vielen Kurven durch das Tal und schimmert in der Sonne. Herrlich.

Der Abstieg ist eine weitere Herausforderung, da ich nun per se nach unten sehe. Aber oben bleiben wäre eben auch keine Lösung. So bleibt mir keine andere Wahl. Unten angekommen bin ich dieses mal jedoch nicht euphorisch, sondern einfach nur erleichtert. Es geht nun steil den Wald hinunter und schließlich bin ich im großen Lautertal. Das Lautertal zählt für mich zu den schönsten Gegenden auf der Alb. Und nun auch auf der Albumrundung ein Stück hineinzulaufen ist phantastisch. Man muss das selbst einmal erlebt haben. Der Fluss, das Tal und die Berge drum herum, und die schönen Albfelsen mit ihren unzähligen Höhlen und Einbuchtungen. Hier muss man unbedingt eine Taschenlampe dabei haben. Ich habe mir angewöhnt sie am besten gar nicht erst aus dem Rucksack nehmen, auch wenn ich sie dann oft umsonst mitgenommen habe. Heuscheuerle, Schwarzlochfelsen, Ochsenlöcher - ich schau sie mir alle an und freunde mich in Gedanken bereits mit einer sehr späten Ankunft zu Hause an. Das ist es wert. Als ich zur Maisenburg aufsteige und damit das Lautertal wieder verlasse weiß ich, dass ich wieder hierher kommen werde.

Ich hatte mich schon ein bisschen auf die Maisenburg gefreut, weil ich dachte, dass dort ganz bestimmt ein toller Hofladen ist. Aber da hatte ich mich getäuscht. Die Burg ist zu einem schönen und edlen Veranstaltungsort umgewandelt, den man auch mieten kann. Schade. Heute gibt es also keine essbaren Mitbringsel von der Alb. Dafür begeistert mich der Weg von der Burg zum Wald umso mehr. Er ist gesäumt von unzähligen Disteln, auf denen Hummeln krabbeln. Sie sind frisch aufgegangen und verströmen noch nicht den vertrockneten Sommercharme. Und weiter vorne sehe ich ein Feld voller Erbsenpflanzen. Und gleich danach wieder eine Weide mit Wild. Die Bildvergrößerungen zeigen mir zu Hause, dass es dieses mal Hirsche mit prächtigen Geweihen sind. Wieder am Waldrand, aber eine offene Wiese. Also eigentlich sehr untypisch für Wild.

Der Weg läuft nun regelrecht aus nach Hayingen. Nach so vielen Highlights eine regelrechte Erholung für das Gemüt. Da ich eine Weile auf den Bus warten muss, kaufe ich beim Metzger hausgemachte Dosenwurst ein und nach erfolgloser Klosuche im Ort laufe ich aus dem Ort heraus und finde noch ein Feld mit genügend Deckung. Und schließlich ist die Zeit um und der Bus da. Die Fahrt wird ein richtiger Augenschmaus. Sie führt komplett durch das Lautertal hindurch und am Gestüt Marbach vorbei. Nach einem Aufenthalt in Münsingen fahre ich in einem weiteren Bus quer über die Alb und passiere Trailfingen, meinen Ausgangsort. Wahnsinn! Nach so langer Zeit dort vorbei zu fahren. Was für einen weiten Weg ich gekommen bin in der Zwischenzeit!

Donnerstag, 5. Juli 2012

17. Etappe: Blaubeuren – Hütten


Wegverlauf: Blaubeuren – Felsenlabyrinth - Küssende Sau - Hausen ob Urspring - Ruine Hohenschelklingen - Schelklingen – Urspring - Teuringshofen - Schmiechtal - Talsteußlingen - Hütten

Weglänge: 22,5 km


Anfahrt: Mit dem Zug nach Ulm, dort in den Zug nach Blaubeuren umsteigen.

Rückfahrt: Mit dem Zug nach Blaubeuren, dort in den Zug nach Ulm und dort in den Zug nach Stuttgart umsteigen.

Gelaufen am: 05.07.2011

Dieses Mal hatte alles geklappt mit dem Zug. Wenn man unter der Woche fährt sind die Züge nach Ulm einfach pünktlicher. In Blaubeuren schlug ich einen Weg ein, den ich noch nicht kannte: zum Felsenlabyrinth und der küssenden Sau, eine Felsformation, die aussieht wie wenn eine Sau einen anderen Felsen küsst. Bei der Wanderung vom Hohlen Fels meinte ich diesen Felsen schon gesehen zu haben. Aber hoch zum Felsenlabyrinth zu laufen ist großartiger. Es ist ein ganz toller Weg. Beim Laufen bekomme ich ständig Spinnwebenfäden ins Gesicht. Ich vermute, dass diese von den Würmern kommen, die dauernd von den Bäumen runter hängen und halte meine Stöcke weit vor mein Gesicht, so dass die Fäden sich an den Stöcken statt in meinem Gesicht verfangen. Es gibt hier jede Menge toller Felsen. Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

Zunächst komme ich zur Brillenhöhle Die Abzweigung dorthin ist den Hang hinauf beschildert. Ihr Eingang ist vergittert und man kann sie nur besichtigen, wenn man beim Urgeschichtlichen Museumin Blaubeuren anfragt. Man sieht jedoch gut hinein und warum sie Brillenhöhle heißt. In ihrer Decke sind zwei große Löcher, durch die Sonnenlicht in den riesigen Hohlraum fällt. Sie wurde in der Altsteinzeit als Jagdlager verwendet. Man hat dort Schmuck und Steinwerkzeug gefunden.


Und dann laufe ich durch ein Felsentor, drehe mich um und sehe die küssende Sau! Eine super Felsformation, die tatsächlich aussieht wie zwei Säue, die sich küssen! Ich habe viel Zeit im Felsenlabyrinth verbracht, jede Felsformation bewundert und genossen, dass ich diese wieder auf meinem Weg habe. Danach geht es viel durch den Wald. Und am Waldaustritt verliere ich gleich den Weg. Ich glaube der Albverein will hier den Weg verlegen, hat die neue Beschilderung nicht konsequent durchgehalten und die alte nicht komplett abgebaut. Das sorgt für reichlich Verwirrung, weil man ja auch nicht darauf hingewiesen wird (wie das beispielsweise in Harburg bei der Wegverlegung der Fall ist) und dann verzweifelt versucht den Weg mit Hilfe der Karte zu finden. Bis Schelklingen bin ich also im Blindflug gelaufen und irgendwann hatte ich so die Nase voll von der Beschilderung, dass ich einfach frei Schnauze gelaufen bin wie mich meine Orientierung getragen hat. Das hat mich über das Hofgut Oberschelklingen geführt wo Kühe noch täglich auf die Weide getrieben werden anstatt nur im dunklen Stall gehalten zu werden. Ich bin gleich mal einer Herde hinterher gedackelt, die von einem Jugendlichen auf die Weide getrieben wurde. Die Kühe waren sehr neugierig! Und gerochen hat es auch entsprechend. Aber Spaß hat es gemacht. Ich bin dann am Waldrand entlang bis zur Burgruine Hohenschelklingen gelaufen. Der Weg war nicht so einfach zu finden. Ich lief immer am Albtrauf entlang und habe mich an der Umgebung orientiert, weil klar war wo ich nicht hin laufen wollte. Und so habe ich über Stock und Stein tatsächlich die Ruine gefunden und unterwegs noch zwei Rehe gesehen.

An der Ruine war es heiß. ich habe meine Schuhe und Socken ausgezogen und Mittag gemacht. Leider haben weder die Bienen noch die Flugameisen mich recht in Ruhe gelassen. Ich habe zweimal den Platz gewechselt bis ich schließlich bleiben konnte. Trotzdem ein schönes Fleckchen hier.

Von der Ruine geht es steil runter in den Ort Schelklingen. Der Weg führt durch den Ort und um den Lützelberg herum. Das sieht auf der Karte ein wenig wie bei Blaubeuren aus, das sich auch um einen Berg herum gruppiert hat. Und auch in Schelklingen fließt um den Berg ein Flüsschen: die Ach. Man läuft vom Ortsausgang auf einem schönen Weg an Wiesen vorbei und kommt zu einem Teich, dem Aachtopf. Er war ganz nett, aber voller Algen. Das heiße Wetter hat ihn vollkommen zuwachsen lassen. Ich bin bald wieder gegangen, um die knutschenden Teenager nicht weiter zu stören, die auf der nächsten Bank saßen. Wenig weiter sah ich wo diese herkamen. In Urspring gibt es im ehemaligen Kloster ein Internat, das wohl den Schwerpunkt auf Sport legt. Es sind viele Sportplätze und eine Turnhalle da. Überall laufen Halbstarke rum, ich fühle mich nicht besonders wohl. Die Jugendlichen treten aggressiv auf. Sie machen die Hackordnung unter sich aus. Ich nehme solche Stimmungen immer gleich auf und kann sie schlecht ignorieren. Den nächsten Quelltopf, die Urspring, habe ich daher auch nicht lange besichtigt. Sie liegt inmitten des Klosters. Eigentlich sieht sie nicht sehr viel anders aus als der Blautopf. Eher eine Mischung aus Blautopf und dem Quelltopf der Brenz, schimmert auch blaugrün. Komisch, dass dieser Quelltopf nicht eine solche Berühmtheit wie der Blautopf geworden ist.

Es geht jetzt den Berg hinauf über die Klosterhalde und schön durch den Wald. Wenig später geht es wieder den Berg hinunter ins Schmiechtal, welches sehr idyllisch ist. Es ist schmal und wird rechts und links von Wald eingesäumt. Und es ist eine wasserreiche Gegend. Hier fließt das nächste Flüsschen - die Schmiech. Ich überquere die Bahngleise und laufe rechts weiter ins Tal hinein. Auf diesen Gleisen werde ich später zurück fahren. Oft habe ich heute den Zug nicht gesehen. Er fährt in jede Richtung nur einmal in der Stunde und er fügt sich gut in die Landschaft ein, so dass er einem meistens nicht auffällt. Ich laufe überwiegend direkt neben den Bahngleisen. Üppiges Grün lässt die Gleise in der Landschaft verschwinden. Es geht durch Teuringshofen und dann in den unglaublich benannten Ort Talsteußlingen. Ich muss immer an Talscheußlingen denken, aber das hat der Ort nicht verdient. Im Gegenteil. Es ist sehr schön hier. An der Schmiech dreht sich ein riesiges altes Mühlenrad, das von Moos bewachsen ist. Es glänzt mit dem Wasser in der Sonne und erinnert an eine frühere Mühle. Daneben ist eine Sitzgelegenheit. Landromantik pur.

Wieder geht es über die Bahngleise und auf der anderen Seite durch den Wald. Schade, nun sehe ich nichts mehr von dem schönen Tal. Der Weg führt ein wenig nach oben, dann eben und wieder sanft nach unten nach Hütten. An der Stelle, an der es aus dem Wald geht ist ein Baumstumpf über und über mit kleinen Pilzen bewachsen.

Und der Bahnhof ist ein Erlebnis! Es gab keinen Fahrkartenautomat (soll man im Zug beim Schaffner lösen - den es nicht gab) und auf einem kleinen Schild las ich, dass man dem Zugführer ein deutliches Handzeichen geben soll, wenn man mitfahren will - der Zug hält nur bei Bedarf. Zugfahren per Anhalter! Genial.

Auf der Rückfahrt habe ich die Landschaft nochmals genossen. Die Strecke bis nach Ulm ist auch vom Zug aus besonders sehenswert. Es gibt hier einen Wintermärchenzug. Mit dem möchte ich unbedingt mal fahren. Mit Schnee sieht es hier bestimmt auch toll aus.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Wandertipp: Blaubeuren und Hohler Fels


Als ich von Blaubeuren aus auf dem HW 2 weiter laufen wollte fuhr ich mit dem Zug nach Ulm, aber an einem Sonntag. Am Wochenende kommt es öfters mal vor, dass die Züge in Ulm Verspätung haben. Leider warten die Anschlusszüge nicht immer, vor allem nicht die Regionalbahn, die über das Donautal in den Schwarzwald fährt. Und so stand ich in Ulm eine Stunde und wartete auf den nächsten Zug. Da ich schon einen Zug später genommen hatte wurde mir die Zeit knapp und ich entschied mich gegen die nächste Etappe und legte eine Pause in Blaubeuren ein. Wie sich gezeigt hat war das goldrichtig. Ich habe ein paar Dinge gesehen, die wirklich interessant sind. Die Tour sollte an einem Sonntag stattfinden, da der Hohle Fels nur sonntags geöffnet hat. Man sollte sich außerdem die Zugverbindungen von Blaubeuren nach Schelklingen herausschreiben.

Wegverlauf: Blaubeuren - Blaustein - Blautopf - Bahnhof Blaubeuren - Schelklingen - Hohler Fels - Bruckstein - Blaubeuren

Weglänge: 12 km


Anfahrt: Mit dem Zug nach Ulm und dort in die Regionalbahn nach Blaubeuren umsteigen.

Rückfahrt: Mit dem Zug nach Ulm und dort in den Zug nach Stuttgart umsteigen.

Vom Bahnhof in Blaubeuren läuft man entlang der roten Gabel direkt in die Stadt hinein. Sobald man am Ende des Tals angekommen ist geht dieser Weg eine schmale Treppe zwischen zwei Häusern hinauf. Das ist nicht so leicht zu sehen. Es ist ein wunderschöner Anstieg zu tollen Felsen. Auf halber Höhe angekommen läuft man erst nach links und hat dort tolle Felsen, die steil abfallen, dann weiter nach rechts, ein Stück in den Wald hinein und ganz nach oben bis zum Blaustein, von dem man einen phantastischen Blick hat. Im Sommer trifft man hier einige Kletterer.

Den gleichen Weg läuft man wieder bis zu den Treppen hinunter und geht dann nach links zum Blautopf. Man kann hier einfach nur die Karstquelle mit ihrer blaugrün schimmernden Farbe bewundern, in die Hammerschmiede gehen, im Kiosk jede Menge tolle Literatur zum Blautopf und der Alb erstehen und in einem Haus gegenüber den Film Mythos Blautopf ansehen. Die DVD dazu kann man auch im Kiosk erstehen (Einen Ausschnitt gibt es auf youtube). Eigentlich wollte ich den Film gleich dort ansehen (für einen Euro! Da lacht das Schwabenherz. Warum sollte ich die 17 Euro für die DVD verschwenden, wenn ich hier nur einen Euro zahle? Da tritt der Schwabe in mir zur Seite und lässt den Wanderer vor. Der sagt nämlich, dass es hier richtig viel zu sehen gibt und es eine Sünde wäre den Tag in einem dunklen Raum vor einer Leinwand zu verbringen anstatt draußen zu sein. Der Wanderer hat gesiegt.) Die DVD ist leider nicht über das Internet beziehbar. Man muss sie tatsächlich vor Ort kaufen. Der Film zeigt tolle Bilder von einem Tauchgang in den Blautopf. Er erzählt auch viel außen rum. Mir waren es dann leider zu wenige Aufnahmen vom Innern der Höhle verglichen mit dem was sonst noch erzählt wird. Aber spannend ist der Film allemal. Es gibt auch ein Buch dazu: „Faszination Blautopf: Vorstoß in unbekannte Höhlenwelten“. Darin gibt es mehr Bildmaterial zu den unterirdischen Höhlen.

Man läuft nun zurück zum Bahnhof. Und dort nimmt man den Zug nach Schelklingen. Man sollte sich vorher die Verbindungen heraussuchen, da der Zug nur stündlich verkehrt.

Am Bahnhof in Schelklingen läuft man rechts (rote Gabel), dann wieder rechts und unter der Bahnlinie hindurch. Hier verlässt man den Weg mit der roten Gabel und folgt nun dem Donauradweg in Richtung Blaubeuren (nach links). Man kommt nun schnell an die Höhle Hohler Fels. Man kann sie nur Sonntag besichtigen von 14 bis 17 Uhr. Hier wurde die berühmte Flöte aus einem Gänseflügelknochen gefunden, die 32.000 Jahre alt ist und das älteste bisher gefundene Musikinstrument der Erde ist. Zudem eine kleine Frauenfigur, die Venus, welche 35.000 Jahre alt ist. Man sieht noch wo gegraben wird. Die Höhle ist ein riesiger großer Raum, der stimmungsvoll beleuchtet ist. 

Man läuft ohne Führung hinein. Eine Taschenlampe ist hilfreich, wenn man ein bisschen mehr sehen will. Aber für mal reinschauen geht es natürlich auch ohne eigene Lampe. Erstaunlich finde ich, dass Weinland in seinem Rulaman genau eine solche Flöte aus Gänseflügelknochen beschrieb bevor dieser Fund gemacht wurde. Manche Autoren haben eben ein feines Gespür für ihren Stoff. Die Flöte ist im urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren zu bewundern.



Man läuft nun den Radweg entlang weiter und kommt nach einer lang gezogenen Biegung an das Geißenklösterle. Die Höhle ist nicht leicht zu finden. Man muss eine Karte dabei haben, um zu wissen wo man rechts den Hang hinauf gehen muss. In schmalen Serpentinen geht es hinauf, dann an einem Baum vorbei durch ein Portal, ein Stück weiter hinauf und zur Höhle. Sie ist mit einem Gitter verschlossen, um die Grabungen zu schützen. Hier wurde ein in Mammut Elfenbein geschnitzter Mensch, der Adorant, gefunden, der die älteste menschliche Darstellung der Erde ist. Das Amulett ist sogar noch 2.000 Jahre älter als die Flöte aus dem Hohlen Fels.

Man geht nun den Weg wieder runter zum Radweg und kann kurz darauf wieder einen schmalen Weg nach rechts den hang hinauf laufen zum Bruckfels. Der Aufgang befindet sich direkt gegenüber einer Abzweigung nach links. Der Fels ist wunderschön und sieht beim Hinauflaufen nochmals anders aus als von unten.

Anschließend läuft man den Weg wieder hinunter und läuft rechts weiter. Man muss ein Stück durch das kleine Industriegebiet Blaubeurens, bevor man links über die Bahnlinie kann und nach rechts wieder zum Bahnhof gelangt.

Bei der Rückfahrt hatte ich ein wenig Aufenthalt in Ulm und habe im Buchladen am Bahnhof gestöbert. Dort habe ich das Buch „Der Albtrauf“ gefunden. Ein tolles Buch und so passend für die Albumrundung! Ein echter Glücksgriff.


Montag, 2. Juli 2012

16. Etappe: Ulm – Blaubeuren


Wegverlauf: Ulm – Allewind - Beiningen – Blaubeuren

Weglänge: 23,5 km


Anfahrt: Mit dem Zug nach Ulm.

Rückfahrt: Mit dem Zug nach Ulm, dort in den Zug nach Stuttgart umsteigen.

Gelaufen am: 02.07.2011

Ich war richtig froh heute am Ulmer Bahnhof beginnen zu können und nicht den Großteil der Tour durch Ulm zu laufen. Durch Ulm zu laufen fand ich auf der einen Seite unschön, weil es eine Großstadt ist und der HW2 ein Naturweg. Auf der anderen Seite aber großartig, denn ich konnte sagen: ich bin nach Ulm gewandert! Und durch und weiter. Wahnsinn. Ich habe oft zurück geschaut und den Blick auf das Münster gesucht. Ansonsten ist es aus Ulm heraus nicht wirklich prickelnd. 

Nachdem ich die Stadt verlassen hatte lief ich zwischen Felder über eine schöne Landschaft. Ich hatte wieder nach Süden einen tollen weiten Blick, da ich leicht erhöht lief. Im Süden war alles flach. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass irgendwann die Alpen kommen. Aber München ist auch platt, obwohl es so nah an den Alpen liegt. Ganz im Gegensatz zu Stuttgart mit seinem Talkessel. Auch die Wege werden wieder schöner im Wald. Schmäler und auf Waldboden statt breit und geschottert. Ich genieße den Weg. Er ist zwar ereignislos, aber schön an sich. Ich laufe durch Allewind, das überhaupt nicht windig ist wie ich vom Namen her gedacht hätte. Über Felder, am Wald vorbei, durch den Wald und denke mir so gar nichts beim Laufen. Mein Kopf entleert sich richtig. Volle Entspannung.

Und dann stehe ich vor Beiningen an einem Maisfeld und kann nach Blaubeuren schauen. Phantastisch! Beiningen ist auf einem Berg und Blaubeuren mit seinem Tal, durch das das Flüsschen Blau fließt, weit unten. Ich habe auch hier einen tollen weiten Blick. Ich sehe wie sich von Ulm bis hierher die Alb so langsam wieder erhebt und schon im Osten vor Blaubeuren richtig schöne Täler zwischen den bewaldeten Bergen entstehen. Wenn man sich eine topographische Karte anschaut, oder auf den elektronischen Karten mal auf Relief umschaltet kann man diesen Effekt auch beobachten. Wie wenn im Osten ein Riese die Albfläche runtergedrückt hätte.

In Beiningen laufe ich an einem schönen alten Backhaus vorbei, das toll renoviert ist. Und nach dem Ort steige ich nach Blaubeuren ab. Schön langsam über einen verwunschenen großzügig geschwungenen Weg, zu einer tollen alten Brücke, die total überwuchert ist und ich im Wald so nicht erwartet hätte. Auch wenn der Weg nicht darüber verlief musste ich doch einen Abstecher über die Brücke machen. Hat mir sehr gefallen. Vielleicht war das eine alte Straße, die schon lange nicht mehr benutzt wurde?

Meine Etappe wäre nun offiziell am Bahnhof in Blaubeuren zu Ende gewesen. Der HW2 führt tatsächlich nicht durch Blaubeuren durch. Auf dem Südrandweg verstehe ich manchmal die Streckenführung nicht, gerade hier. Wer nicht weiß, dass Blaubeuren absolut sehenswert ist und viel zu bieten hat, läuft glatt dran vorbei, ohne es jemals zu erfahren. Den Abstecher muss man einfach machen. Vom Hang über Blaubeuren läuft man über eine Brücke, dann vor zum Bahnhof und dort rechts rüber in die Senke. Man kommt schnell zur Blau. Sie schlängelt sich hier im Tal Naturbelassen durch die Landschaft. Unter der Bahnbrücke durch kann man rechts über einen Steg direkt tief unter der Bahnbrücke auf die andere Seite der Blau laufen und hat so einen tollen Blick auf den glasklaren Fluss. und tatsächlich, er hat eine bläuliche Farbe. Im Sonnenlicht strahlt er regelrecht. Ich bleibe lange dort stehen und schaue verträumt auf das Wasser hinaus. An der Bahnlinie bin ich dann lange auf einem Hügel gesessen. Der Platz gefällt mir gut. Der Zug fährt direkt unter mir vorbei. Ich sehe ihn schon lange bevor er mich erreicht. Ein toller Blickwinkel. Und überhaupt ein richtiger Albhügel wieder einmal. Ich bin zurück!

Von hier aus geht es der roten Gabel entlang den Berg hinauf. Ich laufe auf altbekannten schmalen Serpentinenwegen zur Ruine Rusenschloss.  Auf dem Weg dorthin komme ich an einen großen Felsvorsprung, auf dem ich mich eine Weile sonne. Ich rufe eine Ulmer Freundin an, mit der ich vereinbart hatte, mich heute zu treffen. Wir verabreden uns am Blautopf, so dass für mich noch genug Zeit bleibt den Weg dorthin mit allen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Die Ruine des Stauferschlosses hat einiges zu bieten. Ein Vater kommt mir mit seiner kleinen Tochter entgegen. Die beiden haben sichtlich Spaß. Ich auch. Alte Gemäuer lassen einen träumen wie es wohl damals gewesen sein musste. Ich frage ihn, ob er weiß wie ich zur Großen Grotte ist. Das soll eine Höhle direkt unterhalb des Schlosses sein, in der Tierknochen aus der Zeit der Neandertaler gefunden wurden. Ganz so einfach scheint es nicht zu sein. ich solle wieder ein Stück zurückgehen, dann rechts runter, sobald ich ein Metallseil am Felsen und einen schmalen Abgang sehe. Ein richtig toller Abgang. Man muss gut auf seine Schritte achten und wieder ein kleines Abenteuer. Es geht dann wieder in Richtung des Schlosses, aber eben unterhalb. Die Wege sind schmal und nur etwas für Leute, die trittsicher sind. Der Hang ist steil. Von weitem höre ich schon Kletterer. An einer Felsausbuchtung klettern sie den steilen Fels hinauf. Einige stehen unten und halten die Seile derer, die in der Wand sind. Irrtümlicherweise habe ich gedacht, das sei die Große Grotte. Wie ich später festellen musste war sie es leider nicht, ich hätte noch ein Stück weiter laufen müssen. Schade. Aber an dem Tag dachte ich, ich hätte sie gefunden. Glaube ist was Wunderbares.

Ich ging den gleichen Weg zurück und stieg dann ins Tal hinab. An der Blau entlang gibt es keinen Weg und so entschloss ich mich über die Wiese zu laufen und den Windungen der Blau zu folgen. Ein Bauer war gerade dabei die riesige Fläche mit seinem Traktor zu mähen. Schließlich kam ich an einer Mühle vorbei, bog ums Eck und sah den blaugrün schimmernden Blautopf. Dieser Quelltopf übt eine unglaubliche Faszination aus. Ich konnte kaum meine Augen davon lösen. Solange ich auf meine Freundin wartete stand ich am Wasser und schaute hinein. Was für eine Farbe! Der Blautopf ist eine der größten Karstquellen Deutschlands.

Wir laufen auch gemeinsam noch einmal um den Blautopf, besuchen die Hammerschmiede und gehen dann über den Klosterhof in die historische Altstadt, um dort ein Eis zu essen. Was für ein wunderschöner Tag! Die Beschilderung war heute wieder besser. Auf der Westalb scheint das besser zu laufen mit den Schildern. Auf der Ostalb war die Beschilderung im Allgemeinen auch gut, aber es gab einige Stellen, an denen ich die Karte konsultieren musste. Auf der Westalb dagegen gibt es so viele Schilder, dass man fast ohne Karte laufen könnte. Man kann sich dort eigentlich nicht verlaufen.

Sonntag, 1. Juli 2012

Wandertipp: Fohlenhaus und Lonetopf


Um das Lonetal komplett zu machen hier ein dritter Wandertipp in diesem schönen Tal. Man läuft wieder der Lone entlang, sieht wieder eine der bedeutenden Steinzeithöhlen und gelangt schließlich über den Lonsee zum Ursprung der Lone in Urspring.

Wegverlauf: Westerstetten – Breitingen – Fohlenhaus – Eschental – Halzhausen - Lonsee - Urspring

Weglänge: 30,5 km

 
Anfahrt: Mit dem Zug nach Westerstetten.

Rückfahrt: Mit dem Zug von Urspring nach Stuttgart.

Am Bahnhof von Westerstetten gibt es kaum Wegzeichen. Man geht erst rechts, dann die nächste Straße links und dann immer zur Kirche. Da man diese gut sieht, ist sie ein guter Orientierungspunkt. An der Kirche rechts vorbei findet man dann das gelbe Dreieck, dem man bis zum Fohlenhaus folgt. Es gibt hier auch einen Radweg, dessen Schilder häufiger sind, und an dem man sich orientieren kann. Allerdings gibt es eben parallel dazu den besser zu laufenden Wanderweg mit dem gelben Dreieck. Aus Westerstetten raus läuft man bereits an der Lone entlang. Es ist ein wunderschöner Weg. Die Lone schlängelt sich toll durchs Tal.

In Breitingen geht man links zur Durchfahrtsstraße, auf der man rechts einbiegt und zum Ort hinaus läuft. Kurz darauf biegt man vor einem Parkplatz rechts zur Mühle ab. Ein gelbes Dreieck ist hier leider nicht zu finden. Eine Wanderkarte ist daher unablässig. Die gelben Wegbeschilderungen sind auf der Alb leider nicht so gut gepflegt. Man läuft nun bis zum Fohlenhaus diesen Weg an der Lone entlang. Erst führt sie noch Wasser und dann kann es sein, dass sie komplett verschwunden ist. Durch die extreme Verkarstung sickert das Wasser in den Untergrund. Man hat früher versucht dies zu verhindern, indem man das Flussbett mit Steinen ausgelegt hat, jedoch vergebens. Ein tolles Naturschauspiel. Wenn es vorher viel geregnet hat wird man die Lone jedoch sehen. Ansonsten wachsen im Frühsommer schöne Blumen in ihrem Bachbett.

Am Fohlenhaus angekommen sieht man gleich warum diese Höhle so heißt. Man benötigt hier keine Taschenlampe. Sie reicht nicht weit in den Berg hinein und wurde in der Steinzeit vermutlich als Jagdlager verwendet. Gegenüber der Höhle befindet sich eine Grillstelle, an der man Rast machen kann.

Vom Fohlenhaus zweigen zwei Wege ab. Wir nehmen den linken und bleiben im Lonetal. Hier läuft man weiter bis man die Lone überquert. Direkt danach biegt man in den mittleren Weg ab. Es gibt ab dieser Abzweigung drei Wege. Einer führt rechts weiter, einer ganz nach links, aber der richtige ist in der Mitte. Es gibt hier Wegweiser nach Neenstetten.

Man läuft nun durch das enge und schöne Eschental. Rechts tauchen immer wieder schöne Felsen auf. Im Frühsommer blühen hier Unmengen von roten Lichtnelken. Am Ende des Tals, wenn man aus dem Wald austritt geht es nun unmarkiert weiter über Feldwege. Für diesen Part benötigt man unbedingt eine Karte oder eben eine sehr gute Orientierung. Erst läuft man links am Wald entlang, biegt gleich rechts auf einen geteerten Feldweg und dann links auf einen Grasbewachsenen Feldweg, dann wieder rechts auf einen geteerten Feldweg und immer geradeaus bis zur Straße und zum Sportplatz. Die Straße überqueren und links dem Weg folgen. Dieser macht eine leichte Rechtskurve und nun geht es immer über Grasbewachsene Feldwege geradeaus bis man zur nächsten Straße (Verbindungsstraße Weidenstetten und Breitingen) kommt. Ein sehr schöner Weg! Diese überquert man und läuft immer am Waldrand entlang. Der Weg ist nicht immer zu erkennen. Im Grunde läuft man über eine Wiese. Man trifft dann auf eine geteerte, Baumbestandene Abzweigung, läuft aber weiter bis wieder eine solche Baumbestandene Abzweigung kommt, die jedoch nicht geteert ist. Hier biegt man nach rechts ab, so dass die Bäume rechts von einem sind. Man trifft dann auf einen geteerten Radweg, dem man nach links folgt. Er macht eine Linkskurve und man kommt zur Straße nach Sinabronn.

Die Straße überquert man, läuft rechts den geteerten Weg hoch, gleich wieder links auf geteertem Weg, dann rechts und dann überquert man an einem schönen Baum das Verbindungswegle zwischen Sinabronn und Westerstetten. Man hat nun Wald vor sich und nimmt den Weg nach links (rechts und links von einem ist dann Wald).Der Weg macht bald eine Linkskurve und dann kommt man an die Bahnlinie. Dieser folgt man rechts und unterquert dann nach links an der Straße die Bahn. Man ist nun wieder auf dem Weg mit dem gelben Dreieck. Von nun an ist der Weg ein Kinderspiel. Man läuft immer links von der Bahnlinie, erst durch Halzhausen durch (Schilder weisen nach Lonsee/Urspring - auch Radschilder) und dann kommt man zum Lonsee. Er ist auf der linken Seite hinter Bäumen. Ein wunderschöner See, an dem man Pause machen kann. Der Lonsee ist ein wahres Vogelparadies. Auf die Schwäne muss man etwas aufpassen. Sie mögen es leider nicht, wenn man seine Beine ins Wasser hängt.

Anschließend läuft man durch die Stadt Lonsee zum Bahnhof. Der Weg führt über die Bahnbrücke und führt anschließend auf der rechten Bahnseite bis in den Ort Urspring. Am Bahnhof überquert man nach links die Bahnlinie und läuft geradeaus bis zur Lone. Dieser folgt man nach rechts bis zu ihrer Quelle, dem schönen Lonetopf.

Wer nun noch Lust hat kann noch hoch zur Haldensteinhöhle. Dort ist die Lone vor vielen Jahrtausenden einmal entsprungen. Der Archäologe Riecke hat dort Steinzeitwerkzeuge gefunden.

Ansonsten geht es nun über die Kneippanlage in der Lone zurück zum Bahnhof.