Samstag, 14. April 2012

7. Etappe: Gingen an der Fils – Heubach

Wegverlauf: Gingen – Kuchalb – Messelstein – Weißenstein – Heubach

Weglänge: 27,5 km


Anfahrt: Mit der Direktverbindung von Stuttgart nach Gingen an der Fils.

Rückfahrt: Mit dem Bus nach Böbingen an der Rems und von dort mit dem Zug nach Stuttgart.

Gelaufen am: 13.04.2011

Ab hier beginnt für mich absolutes Neuland. Hier bin ich noch nie auf der Alb gelaufen. Ich bin gespannt wo mich das hinführt. Heute habe ich auch zum ersten Mal meine Kamera dabei, weil mich Freunde und Familie bereits durchlöchert haben mit ihren Fragen wo ich denn laufe und ob ich Photos hätte. Bisher habe das nicht für nötig erachtet, weil ich eh schon alles kannte und von diversen anderen Touren Bilder hatte. Und das tausendste Photo von Bad Urach wollte ich nicht machen. Aber ok, da wollen Leute virtuell mit mir mitreisen. Und sie sollen ihre Bilder bekommen.

Nach Gingen ging's früh. Zum einen hat mich der letzte Bahnstreik darauf gebracht, dass eine frühe Anfahrt richtig viel bringt beim Wandern und zum anderen habe ich nach Gingen eine einstündige Direktverbindung. Was will man mehr? Um 8 Uhr stand ich im Wald. Ja, der Bahnstreik. An sich verständlich, aber auch lästig, weil er jedes Jahr stattfindet. Und dann gab es da einen Tag, an dem so halb gestreikt wurde, damit die Berufstätigen noch rechtzeitig zur Arbeit kommen. An dem Tag wollte ich auch wandern gehen. Und hab ich geflucht, als ich las wann die Züge aufhörten zu fahren. Und so bin ich das erste Mal in meinem Leben zum Wandern um kurz nach sieben im Zug gesessen. So früh aufzustehen für einen Tag Freizeit ist gewöhnungsbedürftig. Aber es hatte sich gelohnt! Ich hatte eine satte Stunde mehr vom Tag, kam weiter als sonst und überhaupt fand ich die Morgenstimmung klasse. Seitdem bin ich also früh zum Wandern unterwegs. Dem Bahnstreik sei's gedankt.

In Gingen also am Bahnhof die Treppe runter und links unter der Bahn durch, dann gleich wieder nach rechts die geschwungene Straße hoch. Diese verwandelt sich quasi augenblicklich in einen Waldweg. Und dort haben mich schon die ersten Blumen erwartet. Die schönen Blumen waren auch ein Grund, warum ich die Kamera mitgenommen hatte. Die meisten kenne ich nicht beim Namen, da ich mir darüber noch nie wirklich Gedanken gemacht habe. Aber wenn man älter wird interessiert man sich plötzlich auch für andere Dinge. Also hatte ich mir vorgenommen die Blumen zu photographieren und in meinem Buch, das ich noch aus Kindertagen besitze, "Was blüht denn da" anschließend nachzuschauen, oder meine Mutter zu fragen. Die kennt sie meistens auch. Gleich am Anfang hat mich der Waldmeister begrüßt, gleich daneben der Bärlauch. Ende der 70er Jahre gab es zu Hause immer Waldmeisterbowle. Ein Getränk, das heute komplett Out ist. Das kann sich aber auch ganz schnell ändern. Der grauenvolle Jägermeister ist ja plötzlich auch wieder modern seitdem sie die Werbung auf cool gemacht haben. Weiter geht es mit einem wahren Feuerwerk an Blumen - alle in direkter Nähe: Lerchensporn, Veilchen, Anemonen, Taubnessel, Wolfsmilch und als ich auf dem Berg angelangt bin sehe ich auf einer Lichtung Wiesenschaumkraut, weiter vorne am Wegesrand Schlüsselblumen. Natürlich weiß ich den Großteil davon nun erst im Nachhinein. Der Berg hat es in sich. Es ist ein richtiger Vulkankegel und entsprechend steil. Gestern hat es geregnet und das sieht man heute noch. Die Wolken hängen noch tief und in den Bäumen. Eine schöne Morgenstimmung. Als ich weiter laufe komme ich auf eine Weide, auf der Schafe stehen. Auf sie scheint die Sonne, die sich einzelne Bahnen durch die Wolken ergattert hat.

Und zur linken Seite habe ich einen phänomenalen Blick auf die Berge, die vor mir liegen. Die Kuchalb sieht wunderschön aus. Die tief hängenden Wolken geben dem Ganzen ein mystisches Aussehen. Ich stehe eine ganze Weile dort, photographiere was das Zeug hält und bin glücklich die Kamera nun doch mitgenommen zu haben. Es sind einige einzelne Berge zu erkennen, nicht nur ein lang gezogener Trauf, wie das an anderen Stellen der Fall ist.

Weiter geht es durch den Ort Kuchalb. Man hätte ihn auch Kuhalb nennen können. Hier wird Rinderzucht betrieben. Und dann bin ich im Kretschmannländle. Wie wenn unser erster grüner Landesvater schon seit Jahren gewählt wäre und nicht erst dieses Jahr sieht es hier aus. Windräder. Ich wollte schon immer mal direkt unter einem stehen und herausfinden, wie laut sie sind. Doch der Weg biegt links ab. Mist. Auf der Karte sehe ich leider nix und denke, ich komme schon wieder an die Windräder ran. Leider nicht. Der Weg geht links an ihnen vorbei, aber ich werde sie noch fast den ganzen Tag sehen, was den Eindruck macht, dass ich nicht weit gelaufen bin, aber eine Strecke muss man eben nicht nur geradeaus gehen. Der HW1 führt hier wieder an den Albtrauf heran und auf einem schmalen Waldweg, der von frischem Grün gesäumt ist zu zwei wunderschöne Aussichtsfelsen: erst den Rötelstein und dann an den Meisselstein. Man kann ein wenig nach rechts schauen und ahnen wo man hinläuft. Ich bin neugierig. Und man steht hoch über dem Tal und hat so eine tolle Aussicht. Die Wolken hängen schon nicht mehr ganz so tief. Ich mache hier meine erste Rast und genieße den Blick.

Es geht nun immer weiter am Albtrauf entlang. Ein toller Weg. Und überall Blumen. Ich entdecke eine neue: die Frühlingsblatterbse. Ein Blau, das in ein Violett übergeht. Die Pflanze gefällt mir. Schließlich komme ich am Schloss Weißenstein an. Es ist gut erhalten, aber baufällig, das sieht man erst auf den zweiten Blick, wenn man gerne den HW1 weiter laufen will und davon abgehalten wird, weil die Brücke gesperrt ist wegen Einsturzgefahr. Ja, aber wie haben die das Baumaterial dann rüber gebracht? Ein Fall für mich. Ich lass mich nicht von so einer Absperrung abhalten und laufe vorsichtig über die Brücke. Na also, nichts passiert. Es geht dann eine Treppe den Hang hinunter in das Dorf Weißenstein zum Kirchvorplatz, auf dem ein großer und alter gusseiserner Wegweiser für den HW1 steht. Ein Vorbote aus Aalen, wo früher solche schönen Wegweiser hergestellt wurden. Die Adeligen hatten es etwas bequemer zur Kirche: vom Schloss führt ein überdachter und gemauerter Weg direkt zur Kirche. Frieren musste hier niemand und das Privileg war gesichert. Ich mache einen kleinen Abstecher in die schlichte aber schöne Kirche. Durch das Dorf findet man die roten Dreiecke sehr gut. Sie sind an jeder Hausecke zu sehen. Dann die Straße rüber und hier muss man genau schauen, da der Weg einen Verlauf nimmt, den man nicht oft hat: genau zwischen zwei Häusern durch, Treppe hoch und oberhalb der Häuser direkt am Zaun entlang zum Wald. 

Auf dem Weg treffe ich auf zwei braune Schafe. Sie fressen genüsslich ein paar Blumen aus dem Vorgarten und als sie mich sehen rennen sie ein paar Meter vor. Sie würden ja gerne wieder zu den Blumen zurück, nur ich laufe vorwärts und der Weg ist zu schmal, um aneinander vorbei zu gehen. So laufen sie immer wieder ein paar Meter vor, schauen zurück was ich mache und ich bin mir unsicher, ob das so gut ist. Ich will sie ja nicht in den Wald treiben. Ich laufe zurück, aber sie bleiben. Also laufe ich irgendwann einfach hoch und oben am Waldrand angelangt sind zwei Bänke, auf die ich mich setze. Die Schafe gehen aber nicht wieder runter. Offenbar gibt es hier auch interessante Pflanzen zum Essen. sie schauen etwas irritiert, weil ich immer noch da bin, fressen aber sonst in Ruhe ihre Kräuter und Pflanzen. Nachdem sie nicht von alleine runter gehen versuche ich sie dazu zu bringen, indem ich um sie rumkommen will, um sie nach unten zu treiben. Das ist aber gar nicht so einfach. Sie brauchen sehr viel Abstand zwischen mir und sich, wenn sie stehen bleiben, ansonsten laufen sie gleich mal einen Waldweg weiter hoch. Das wollte ich nun doch nicht. Ich mache also einen riesengroßen Bogen um die Schafe. Sie beäugen mich und ich sie. Und es klappt, ich bin oberhalb der Schafe! Sie laufen nicht weiter in den Wald hinein. Und schon haben sie mich vergessen. Der Mensch ist endlich weg und hier wachsen so viele Pflanzen! Sie essen einfach weiter und würdigen mich keines Blickes mehr. Sonderlich bekümmert sehen sie ja nicht aus.
Als ich oben aus dem Wald laufe stoße ich auf einen Bauernhof und werde prompt vom Wachhund gestellt. Ich versuche meine übliche Methode auf ihn einzureden, in der Hoffnung, dass er mich genauso vorbei lässt wie alle anderen Hofhunde zuvor. Aber der hier nicht. Ich bin verunsichert und rufe dem Bauern am Haus zu. Er kommt und nimmt der Hund etwas zur Seite. Ich spreche ihn auf die Schafe an. Er weiß sofort wem sie gehören. Die sind wohl schon öfters ausgebüchst und auch schon zwei Nächte fort. Ich bin beruhigt, dann werden sie vielleicht auch heute Nacht nicht vom Fuchs gefressen. Die haben's leicht mit dem Überleben draußen. Überall wächst was für sie. Der Mensch hätte es schwerer. Wahrscheinlich genießen sie ihre Freiheit.
Es geht nun lange durch den Wald. Er ist abwechslungsreich, aber es ist ungewohnt so auf dem HW1 zu laufen. Mir ist schon aufgefallen, dass es weniger Albtrauf gibt. Das hat langsam nach der Autobahnüberquerung angefangen und wird nun immer häufiger, ebenso wie Strecken, die mitten durch einen Wald gehen. Irgendwann komme ich zum Bargauer Kreuz. Ich mache eine Pause, um auf der Karte nachzusehen wie es weiter geht. Der Wald ist zu Ende. Es geht nun ins Himmelreich. Netter Name. Dahinter verbirgt sich eine gut besuchte Gaststätte und Herberge auf dem gleichnamigen Berg. Ich laufe aber ein Stück weiter zu einer Bank mit Aussicht, weil mir das besser gefällt als der Trubel. Nachdem ich die Aussicht ein wenig genossen habe lege ich mich auf die Bank und schlafe sogar für ein paar Minuten ein. Richtig schön hier draußen.

In der Senke vor dem Scheuelberg hat man zwischen den Bergen eine grüne Aussicht auf einen Funkturm. Ob das wohl schon Aalen ist? Ich weiß es nicht, aber die Vorstellung ist toll. Bald werde ich bei Aalen sein! Auf dem Scheuelberg sehe ich eine Pflanze, die ich noch nie zuvor wahrgenommen habe. In meinem schlauen Buch finde ich am Abend heraus, dass sie wildes Silberblatt heißt. Ein bisschen silbern schimmert sie schon. Und Weißwurz wächst hier auch. Am Bergende steht wieder eine Bank mit Aussicht. Der Blick runter auf Heubach. Die Bäume tragen schon frisches Grün. Die Aussicht ist freundlich und weit. Es gefällt mir hier.

Wie so oft geht es den Berg auf einem schönen schmalen Waldweg am Hang in Serpentinen runter. Ich liebe diese Abstiege. Heubach scheint mir ein netter Ort zu sein. ich brauche noch ein Brot für zu Hause und finde auch gleich eine kleine Bäckerei. Auf den Bus muss ich noch ein wenig warten. In der Nähe der Bäckerei gibt es ein öffentliches Klo. Sehr praktisch. Wenn auch nicht besonders sauber. Als ich an der Bushaltestelle warte höre ich aus dem Keller vom Pfarramt ein Schlagzeug.

Mittwoch, 11. April 2012

Wandertipp: die drei Kaiserberge Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen

In der Göppinger Gegend staufert es überall, wie der Autor des Buches "ErlebnisSchwäbische Alb"  so schön sagt. Und dazu gehören auch die drei Kaiserberge, die man vom Fuchseck auf dem HW1 so schön sehen kann. Oft sieht man sie von dort im Nebel verhüllt. Die Landschaft darunter ist nicht sichtbar, aber die Berge spitzeln aus dem Nebel hervor. Sie zu besteigen erfordert Kondition. Die drei Aufstiege sind nicht ohne. Wer die Tour etwas verkürzen möchte, kann von Göppingen mit dem Bus zum Ort Hohenstaufen fahren. Das spart 8 km.

Wegverlauf: Göppingen - Spitalwald - Hohenstaufen - Rechberg - Stuifen - Waldstetten

Weglänge: 23km


Anreise: mit dem Zug direkt nach Göppingen.

Abreise: mit dem Bus von Waldstetten nach Schwäbisch Gmünd und dort mit dem Zug zurück nach Stuttgart

Kurz gefasst folgt man von Göpping bis zum Hohenstaufen dem roten Balken (Hauptwanderweg 7, HW 7), dann dem roten Kreuz über den Rechberg hinauf zum Stuifen und dann dem blauen Kreuz nach Waldstetten. Weiter nach Schwäbisch Gmünd zu laufen kann ich leider nicht empfehlen. Zu viele Autos, zu viel Lärm, zu viel Gestank. Man nimmt daher lieber den Bus von Waldstetten nach Schwäbisch Gmünd.

Gut gelaunt war ich aufgestanden und fühlte mich sehr wohl. Aber schon am Bahnhof merke ich, dass für alle anderen heute ein komischer Tag ist. Es gibt so Tage, an denen die ganze Welt verrückt zu spielen scheint. Bereits beim Fahrkartenkauf werde ich zwei Mal von vorüberhechtenden Passagieren angerempelt als ich am Fahrkartenautomat stehe. Hinter mir gab es wirklich meilenweit Platz, um vorbei zu gehen. Aber nein, sie müssen mich anrempeln. Das ist wie am U-Bahnhof. Wenn man dort mit einer Zeitung oder einem Buch lesend auf den Zug wartet, laufen andere so dicht an einem vorbei, dass sie oft das Buch oder die Zeitung streifen, obwohl es auch hier massig Platz hätte in gebührendem Abstand vorbei zu laufen. Es wird der Tag kommen, an dem ich diesen Leuten ein Bein stelle. Weiter ging es bei der Schlange am Bäcker. Erst wollte sich einer direkt vor mich stellen, obwohl ich schon länger dort stand. Als ich ihn kritisch anschaue, stellt er sich hinter mir an, rückt mir aber so nah auf die Pelle, dass er mit seinem fetten Bierbauch ständig meinen Rucksack berührt. Glaubt er wirklich, dass es schneller geht, wenn er meinen Rucksack auffrisst? Nervkralle. Was ist nur aus meinem schönen Tagesbeginn geworden?

In Göppingen komme ich im geschäftigen Morgentrubel an, der einer Stadt dieser Größe morgens anlastet. Ich laufe durch die Fußgängerzone entlang des roten Balkens, der immer gut sichtbar ist; alternativ das Zeichen für den Jakobsweg. Im darauf folgenden Wohngebiet stehen die Mülleimer in Reih und Glied sauber zur Straße ausgerichtet. Die Göppinger scheinen ein diszipliniertes ordentliches Völkchen zu sein. Ich muss schmunzeln. Als ich am Wald angelangt bin fällt die Anspannung von mir ab, die mir die umgebende Welt heute aufgebürdet hat. Jetzt schwinge ich wieder in meiner eigenen Stimmung, die ich schon beim Aufstehen hatte. Jetzt geht es mir wieder gut.

Es geht durch den Spitalwald, einem verwunschenen Wald mit einigen Tümpeln voller Algen, auf denen ab und zu eine Ente schwimmt. Die abgesägten Bäume und Äste werden im Wald liegengelassen wo sie langsam vermodern und mit Moos überwachsen. Ich beobachte seit einigen Jahren, dass die Forstwirtschaft umdenkt. Wo früher alles aus dem Wald rausgeholt wurde und dieser sauber und ordentlich aussah, wird nun alles liegengelassen, was Kleintieren und Insekten ein neues Zuhause gibt.

Weiter vorne auf einer Lichtung treffe ich eine Kindergartengruppe, die zum Frühstückspicknick dick eingemummt auf einer Decke sitzt und singt "piep piep piep, wir haben uns alle lieb und wünschen guten Appetit." Manche Dinge ändern sich nie. Lach.

Der Ort Hohenstaufen liegt am Berg, direkt unterhalb der Ruine Hohenstaufen. Als ich den Ort zum ersten Mal sehe, sehe ich rechts auch schon den Rechberg und den Stuifen. Alle drei Kaiserberge auf einen Blick versammelt. Zur Ruine geht es steil rauf, vorbei an einer Kirche, die auch Station auf dem Jakobsweg ist. Dort kann man sich einen Stempel abholen. Oben angelangt treffe ich Zimmerleute, die das Ausflugslokal renovieren. Es schallt "message in a bottle" aus dem Pickup. Sie werfen mir ein freundliches "gude morgä" entgegen. Hier oben hat man einen phantastischen Rundblick in die Umgebung. Obwohl es diesig ist, sehe ich sehr weit. Die Ostalb links und rechts das Remstal. Meine beiden Fernwanderwege (HW1 und Remstalhöhenweg) auf einen Blick und ich mittendrin. Ich knabbere noch ein paar Karotten und laufe dann weiter.

Man könnte von hier aus auch einen Abstecher zum 4km entfernten Schloss Wäschenbeuren machen, das auch aus der Stauferzeit stammt, aber sehr gut erhalten ist. Hier auf dem Hohenstaufen findet man nur noch ein paar aufgemauerte Reste. Die Burg wurde nach dem Bauernkrieg abgetragen und ihre Steine finden sich teilweise im Göppinger Schloss wieder.

Erstmal geht es bergab und dann ein Stück an der Landstraße entlang. Man kann hier aber auch einen der Landwege unterhalb wählen und kommt genauso auf den Rechberg. Der anstieg ist erstmal nicht so steil. Man kommt zunächst zur Burg Rechberg. Man wirft ein 2 Euro Stück in einen Schlitz und kann dann durch das Drehkreuz in die Ruine. Und das sollte man wirklich tun. Ich habe selten so eine faszinierende Ruine gesehen. Sie wird renoviert, teilweise wurden die Holzoberbauten wieder aufgerichtet, in denen man laufen kann. Es gibt Tafeln, auf denen gezeigt wird wie der nächste Raum ursprünglich ausgesehen hat. Noch nie habe ich so etwas tolles gesehen!

Nach der Ruine geht es dann wieder rauf zur Kirche. Auf dem Weg dorthin kreuzt man den geologischen Lehrpfad, der die verschiedenen Gesteinsschichten auf der Alb erklärt. Man kann die schichten beim Bergauflaufen sehen, sie wurden freigelegt. Sehr anschaulich! Auf dem Rechberg gibt es einen Gasthof, bei dem man auch im Freien sitzen kann. ich würde wirklich liebendgerne ein Bier trinken, habe aber solchen Hunger, dass ich erstmal auf einer Bank mit Aussicht Platz nehme und mein Sandwich vertilge. Nun habe ich aber auch keine Lust mehr auf ein Bier danach. Erst essen, dann trinken, das ist irgendwie komisch. Hier einzukehren wäre schön gewesen, aber ich wollte heute Abend nicht mein mitgebrachtes Sandwich wegwerfen. Manchmal sollte man vorher wissen, ob diese Ausflugslokale auch tatsächlich auf haben.

Nun geht es wieder runter und zur Landstraße rüber, die man überquert und erst ein Stück nach rechts läuft bevor man auf den Stuifen aufsteigen kann. Der ist sehr steil. Und es gibt hier auch keine Menschen. Überhaupt wirkt er etwas einsam. Beim Aufstieg sehe ich gleich ein Baumgemetzel. Es gibt wirklich Waldarbeiter, die Bäume nicht fällen, sondern abmetzeln. Es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld. Das tut mir in der Seele weh.

Oben angelangt bin ich stolz den dritten Aufstieg heute gemeistert zu haben. Das viele Laufen zahlt sich aus, ich habe tatsächlich Kondition bekommen. Oben befinden sich eine Hütte des THW und ein Grillplatz. Ich kann mir vorstellen, dass es sich hier sehr gut feiern lässt. Und ein nigelnagelneues Gipfelkreuz steht hier. Letztes Jahr errichtet. Schön, dass solche Traditionen auch heute noch fortgesetzt werden.

Hier muss man dann etwas auf den Weg achten. Der Wegweiser ist nicht so gut zu erkennen. Links neben der Hütte geht es auf einem unscheinbaren Trampelpfad durch den Wald nach oben. Und weiter geht es durch ein erneutes Baumgemetzel. Der Hang sieht unglaublich aus. Andächtig laufe ich hinunter und schäme mich für meine Artgenossen.

Der Abstieg dauert lange. Es geht viel weiter runter als vorher hoch. Ich bin tiefer als nach dem Rechberg. Und nach Waldstetten geht es noch tiefer runter. Im Ort angekommen, komme ich auch gleich wieder in der umtriebigen Zivilisation an. In einem Getränkemarkt nehme ich mir noch ein paar Flaschen Bier der örtlichen Brauereien mit. Ein schöner Tag liegt hinter mir.

Mittwoch, 4. April 2012

Wandertipp: Über die Hochalb und Nordalb

Auf der vorherigen Etappe hatte ich beschlossen wieder herzukommen und die schönen Seitentäler zu laufen. Auf der Karte bin ich dann auch fündig geworden. Man kann die Bergrücken der Nordalb und Hochalb entlanglaufen. Ein paar Monate später bin ich die Tour auch gelaufen, füge sie aber gleich hier ein, weil sie gut dazu passt. Sie ist ein Beispiel dafür wie sehr mich der Albrandweg auf neue Wege gebracht hat. Er inspiriert einen regelrecht neue Gegenden zu erkunden.

Wegverlauf: Von Deggingen nach Bad Ditzenbach über die Hochalb zum Fuchseck und zurück über die Nordalb nach Deggingen

Weglänge: 16 km


Anfahrt: Mit dem Zug nach Geislingen, dann mit dem Bus nach Deggingen.

Rückfahrt: Mit dem Bus von Deggingen nach Geislingen und dort mit dem Zug nach Stuttgart.

Ich bin die Tour mit einer Freundin gelaufen, die ich regelrecht mit meiner Albbegeisterung angesteckt habe. Sie will nun trainieren und bald mehr auf der Alb laufen. Schön wenn man Freunde zu so etwas inspirieren kann.

Die Täler zwischen Hoch- und Nordalb haben wir leider selten gesehen, weil man auf dem Bergrücken läuft. Das war schade, weil ich deswegen hin gegangen bin. Trotzdem ist es eine schöne Tour. Wir haben wieder viele Blumen gesehen: Veilchen, Anemonen, Wiesenschaumkraut, manchmal noch Lerchensporn und eine zweifarbige Blume, die wir beide nicht kennen sowie eine intensiv blaue Blume, die aussieht wie Enzian. Bärlauch gab es auch noch. Die Felsen waren auch hier wieder toll.

Den Beginn des Weges entdeckt man am Friedhof. Dort ist das erste Wegzeichen mit der roten Raute. Aber aufpassen, dass man links läuft, denn die rote Raute verzweigt auch nach rechts (dort kommt man später zurück). Zunächst läuft man also links relativ seicht den Berg hinauf und dort findet man eine hübsche kleine Kapelle, an der man selbst die Glocke läuten kann! Sehr schön.

Weiter geht es den Berg hinauf vorbei an wunderschönen Felsen. Im Frühling blühen an diesem Hang viele schöne Blumen. Und über den felsigen letzten Abschnitt kommt man dann oben an. Es lohnt sich ein Stück abseits des Weges nach rechts zum aussichtsreichen Felsen zu gehen. Eine kleine Pause vom Aufstieg mit einem wunderschönen Blick vom Galgenberg in dieses schöne Tal um Deggingen.

Nun sind wir auf der Hochalb und müssen nur der roten Raute folgen. Nur das erste Stück läuft man am Trauf entlang, von dem aus man immer wieder schöne Blicke steil ins Tal hat, dann mitten auf dem Bergrücken. Es ist ein schöner Weg. Aber ins Tal kann man nicht mehr sehen. Dafür läuft man über eine raue Albwiese.

Auendorf lässt man links liegen und folgt weiter dem Weg bergauf an einer Wacholderheide vorbei. Man muss nun aufpassen, dass man den richtigen Weg nimmt. Von rechts kommt ein Weg von der Nordalb (unser Rückweg) mit der roten Raute markiert. Genau hier geradeaus laufen, dann kann nichts mehr schief gehen. Der Weg führt direkt zum Fuchseck, irgendwann sogar auf dem HW1 mit dem roten Dreieck geführt.

Vom Fuchseck aus hat man einen tollen Blick auf das Göppinger Umland und die drei Kaiserberge Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen. Drei bebilderte Tafeln zeigen einem wie welcher Ort heißt und hilft bei der Orientierung.

Nun geht es wieder zurück. Man folgt zunächst dem roten Dreieck. Im Frühling sind die Hänge und der Waldboden mit Unmengen von Bärlauch bedeckt. Vor lauter Bärlauch muss man aber auch auf den Weg achten. Denn das rote Dreieck geht weiter am Albtrauf entlang geradeaus, unser Rückweg jedoch biegt mit der roten Raute wieder nach links ab. An dieser Stelle kann man sich leicht verlaufen, da die Beschilderung nicht direkt an der Weggabel beginnt. Eine Karte ist daher hilfreich.

Man kommt schließlich zu der Wegkreuzung, die wir von der Hochalb erreicht hatten und hier noch nicht zur Nordalb abgebogen sind. Nun tun wir das. Es geht nun immer der roten Raute nach bis nach Deggingen zurück. Erst bergauf durch den Wald und einer wenig anstrengenden Steigung. Dann erreicht man die Nordalb. Ein schöner Bergrücken, auf dessen Mitte man über Wiesen läuft, die immer wieder knorrige alte Bäume und Wacholderbüsche ziert. An einem Aussichtspunkt kann man auf einer Bank Rast machen und den Blick über die Umgebung schweifen lassen. Man ist hier tatsächlich höher als der Rest, wie der Name des Bergrückens vermuten lässt und bekommt daher von hier einen guten Eindruck von der Landschaft.

Am Sommerberg geht es dann im Zickzack den steilen Berg runter und wieder nach Deggingen zurück zum Friedhof, dem Ausgangpunkt.

Donnerstag, 29. März 2012

6. Etappe: Neidlingen – Gingen an der Fils

Wegverlauf: Neidlingen – Boßler – Autobahnüberquerung – Kornberg – Fuchseck – Wasserberg - Gingen

Weglänge: 28,5 km


Anfahrt: Mit der S-Bahn nach Kirchheim, von dort mit dem Bus nach Neidlingen.

Rückfahrt: Von Gingen an der Fils direkt mit dem Zug nach Stuttgart.

Gelaufen am: 29.03.2011

Diese Tour ist meine bisher längste Tour auf dem HW1. Im Moment ist das aber auch die Obergrenze. Ich war lange nicht mehr wandern, und das merke ich. Vielleicht kann ich solche Strecken öfter laufen, wenn ich gut im Training bin. Mal sehen. Aber es muss immer ausgewogen sein. Denn ich möchte nicht nur lange Strecken wandern, sondern auch etwas von der Natur haben dabei.

Von Neidlingen bin ich nach hinten zu den Bergen gelaufen, aber den Aufstieg habe ich nicht so recht gefunden wie ich das letzte Mal runter kam. Ich bin lang am Bergfuß entlang gelaufen, in der Hoffnung ich werde den Weg wieder sehen. Denn von oben herunter war er beschildert gewesen. Zwar ohne blaues Dreieck oder ähnlichem, aber mit einem Schild: „nach Neidlingen, da lang“. Ich versuche auch den einen oder anderen vermeintlichen Weg hoch zu laufen, muss dann aber feststellen, dass es nicht weiter geht, dass ich nur zu einem Hochsitz komme oder der Weg einfach aufhört. Zuerst habe ich mich geärgert, dass ich mir nicht gemerkt habe wo ich runter gekommen bin, aber dann bin ich einfach querfeldein bergauf gegangen auf den Wegen der Wildschweine. Diese Wege waren überall, ich hatte jede Menge Auswahl je höher ich kam. Sie waren schmal und schwer zu erkennen, aber wenn man sich mal rein denkt sieht man sie doch recht gut. Im Zickzack bergauf, auch mal an Bäumen festgehalten, damit ich nicht ausrutsche, wenn Geröll dazu kam. Es liegen auf dem letzten Viertel recht viele Steine herum. Aber wow, hat mich das stolz gemacht! Ich habe das tatsächlich geschafft an dem steilen Hang! Und es hat so richtig Spaß gemacht mal nicht den beschilderten Wegen zu folgen. Wieder ein Abenteuer gleich neben dem Alltag. Was will man mehr?

Oben angekommen begrüßt mich die Morgensonne und ganz viele Blumen. Lerchensporn in lila und weiß und noch ein paar weiße Blumen, deren Name ich nicht kenne. Ich nehme mir vor in meinem Blumenbuch nachzusehen wie die Blumen heißen. Ich habe es bestimmt seit meiner Kindheit nicht mehr verwendet. Aber irgendwo müsste es noch im Regal stehen. Hier ist ein regelrechtes Blumenmeer. Wie herrlich der Frühling doch ist. Überall Frühlingsblumen. Ich laufe wie durch eine Blumenwiese. Mittendurch der schmale Albtraufweg auf dem Waldboden und rechts und links die Blumen. Herrlich!

Weiter vorne habe ich ein Reh gesehen, das ich nur bemerkte weil es sich bewegte. Es geht dann zum Boßler. Ein schöner Aussichtspunkt mit Bank, von dem man einen herrlichen Blick ins Tal hat. Wenn man die schöne Landschaft sieht kann man sich gar nicht vorstellen, dass genau an diesem Berg schon viele Flugzeuge zerschellt sind. Wenn die Sicht schlecht ist und der hohe Berg plötzlich auftaucht ist es wohl für viele bereits zu spät gewesen.

Weiter geht es am Naturfreundehaus Boßler vorbei, das leider zu hatte. Es gibt hier auch einen hübschen Brunnen, der aus dem Albgestein gemacht ist. Und hier sieht man auch schon die Autobahn. Sie führt von Stuttgart nach München. Und bisher kannte ich sie auch nur vom Autofahren, aber gewandert bin ich hier noch nie. Für mich ist das ein Meilenstein auf der Wanderung: ich überquere die Autobahn! Wie weit ich schon gekommen bin! Und alles zu Fuß. Voller Stolz überquere ich die Autobahn. Man kann gut die Straße hoch schauen und ich erinnere mich an den Blick aus dem Auto. Die Sonne scheint und es sind einige wenige Wolken am Himmel. Eine beeindruckende Ansicht (wenn man mal den Autolärm ausblendet). Die Straße zwischen den Hügel führt bergan, am Himmel eine tolle Stimmung. Um diesen Meilenstein sich setzen zu lassen lege ich mich auf eine Wiese und entspanne eine Weile in der Sonne. So weit bin ich gekommen! Ich hatte letztes Jahr nicht die 1:50.000 Karte dabei, die ich hier empfehle, sondern die 1:75.000 er Karte der Westalb und so habe ich die Karte raus gezogen und konnte die komplette Strecke sehen, die ich bisher gelaufen war. Das finde ich das Reizvolle an Fernwanderwegen: zu sehen wie weit man zu Fuß kommen kann und durch welche vielfältige Landschaft einen das führt.

Nach der Autobahnüberquerung ist die Alb langweiliger geworden. Sie ist dort sanfter, nicht so rau wie auf der Westalb. Dafür gibt es mehr Wacholderheiden und zum ersten Mal auch Nadelbäume, meist Lerchen.

Es geht nun am Kornberg entlang, am Segelfluggelände vorbei, das man nicht richtig sieht, wenn man nur auf dem HW1 läuft, und zum Sielenwang. Den Sielenwang fand ich sehr interessant, weil hier Ackerbau betrieben wird auf einem relativ kleinen Feld, das voller Albsteine ist. Man sieht fast keine Erde vor lauter Steinen. Erstaunlich, dass sich dieses Feld überhaupt lohnt!

Es geht dann durch den Wald schön den Berg runter zu einer wenig befahrenen Landstraße und einem wunderschönen Tal. Der Blick ist einmalig schön. Es handelt sich hier um ein schönes Seitental der Alb wie es hier in der Gegend viele gibt. Rechts und links wieder Berge. Ob es dort auch schöne Wege gibt? Es sieht jedenfalls sehr einladend aus.

Es geht gleich wieder den Berg rauf und zum schönen Fuchseck. Auf dem Weg dorthin gibt es an den Hängen und auch sonst am Waldboden riesige Felder von Bärlauch! Wohin man auch schaut nur Bärlauch! So viel auf einmal habe ich noch nie gesehen. Die Bäume sind noch nicht grün, aber der Waldboden erstrahlt in einem satten grün von Bärlauch. Manchmal hat er dezent gerochen, meist gar nicht. Das hat mich überrascht. Denn so viel Bärlauch im Wald kenne ich nur in Verbindung mit einem intensiven, manchmal auch unangenehmen Geruch. Das kommt vielleicht noch. Leider verwelkt Bärlauch schnell, sonst hätte ich mir welchen mitgenommen. Es gibt ja so leckere Rezepte mit Bärlauch. Nur in einer Plastikschüssel sollte man ihn nicht aufbewahren. Ich habe das einmal gemacht und dann nie wieder. Ich habe ihn klein gehackt so eingefroren. Als ich ihn aufgetaut habe konnte ich die Schüssel wegwerfen, weil ich den Geruch nicht mehr rausbekommen habe.

Ich laufe also auf dem Weg zum Fuchseck und bewundere den Bärlauch und bemerke gar nicht, dass mich zwei Rehe beobachten. Erst als ich meinem Blick vom Hang löse und rechts in den Wald hineinschaue sehe ich zwei Geweihe aus dem Grün auftauchen und neugierige aber vorsichtige Gesichter der Rehe. Sie stehen mitten im Bärlauch, vielleicht vier Meter von mir entfernt. Ich bleibe stehen und bin ganz ergriffen. Wie lange die wohl schon dort stehen und mich beobachten? Ich schaue sie an. Lange. Und sie bleiben stehen. Ein magischer Moment. Wer hier wohl wen beobachtet? Nach einer gefühlten schönen Ewigkeit laufen sie schließlich weg. Wie ungewöhnlich. Normalerweise laufen Rehe gleich weg wenn sie einen sehen. Umso beeindruckender war es, sie so lange sehen zu dürfen.

Glücklich setze ich mich auf den Rottelstein, der gleich daneben ist. Die Sonne scheint warm und ich setze mich vorne an den Aussichtsfelsen statt auf die Bank und bleibe lange sitzen und genieße die Wärme. Was gibt es schöneres als draußen in der Sonne zu sitzen?

Weiter vorne am Fuchseck hat man einen breiteren Blick. 3 große Tafeln mit Photos der Landschaft darauf erzählen einem wie die Ortschaften und Berge dahinter heißen. Man kann sich so sehr gut orientieren. Man sieht von hier aus die 3 Hausberge von Göppingen, die Kaiserberge: Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen.

Es geht dann noch ein Stück am Trauf und dem Bärlauch entlang, und dann bergab vor den Wasserberg. Auch hier hat man einen tollen Blick nach rechts in das einschneidende Tal. Ich frage mich wieder ob es hier wohl weitere Wege gibt. Es scheint hier einige Seitentäler zu geben und Albtrauf, der in diesen Ausbuchtungen verläuft. Ich beschließe diese Seitentäler einmal zu laufen. Wieder etwas Neues entdeckt.

Der Aufstieg zum Wasserberg ist extrem steil und anstrengend. Es geht geradewegs den Weg hinauf anstatt wie sonst in Serpentinen. Das liegt vielleicht daran, weil hier auch Autos fahren können.

Oben angelangt findet man das Wasserberghaus. Eine Station des HW1, in der man im Sommer auch übernachten kann. Der Schwäbische Albverein betreut es. Heute ist es allerdings zu. Leider. Es ist ein schönes großes Haus aus den 30er Jahren. Davor ein toller Biergarten. Im Sommer muss das phantastisch sein. Ich suche mir eine leere Bank (welche nehme ich nur?) und mache trotzdem Pause. Leider habe ich kein Bier dabei, nur Wasser. Ich stelle mir vor wie es hier im Sommer ist und vermisse sofort ein schönes kühles Bier.

Der restliche Weg nach Gingen ist sehr lieblich. Ein ganz deutlicher Unterschied zur rauen Westalb. Es geht sanft ins Tal runter und dort schlängelt sich der Weg um einen Hügel, Radfahrer sind unterwegs und es gibt viele Wacholderheiden. Ein wirklich schöner Anblick. Der Weg läuft nach Gingen richtig aus.

In Gingen wollte ich eigentlich ein Kaiser Bier suchen gehen, da ich das gerne trinke und Geislingen, dem Brauort des Bieres ja nicht weit ist. Auf dem Weg zum Bahnhof war allerdings kein Laden und der Bahnhof ist außerhalb des Ortes bzw. am Ortsrand und so hatte ich dann keine Lust mehr zurück zu laufen und ewig nach einem Laden zu suchen. Heutzutage findet man in Ortsmitten ohnehin kaum mehr Läden, nur noch am Ortsrand riesige Einkaufszentren und ich wollte nicht um den ganzen Ort rum laufen.

Der Zug fuhr in einer halben Stunde. Eine Direktverbindung nach Stuttgart. Darauf hatte ich mich gefreut. Die Strecke hier (Stuttgart – Ulm und dann Richtung Bodensee oder München) ist gut befahren. Ich setze mich auf einen Bauwagen, lese, genieße die Abendsonne und lasse die vorüberfahrenden Züge an mir vorbei rauschen. Ganz unterschiedliche Züge sind das. IC, ICE, Güterzug. Und schließlich mein Regionalzug, der auch in Gingen hält.

Heut bin ich richtig weit gekommen. Auch auf der Karte sieht das sehr weit aus. Das liegt wohl daran, dass es hier kaum verschlungene Pfade gab, sondern meist weitläufige Strecke.

Mittwoch, 28. März 2012

Wandertipp: Limburg, Neidlinger Wasserfall, Ruine Reußenstein, Randecker Maar

Eine schöne Rundwanderung in der Nähe des HW1. Ein Teil davon verläuft auch auf dem HW1.

Wegverlauf: Weilheim an der Teck - Limburg - Weilheim - Egenfirst - Neidlingen - Wasserfall - Ruine Reußenstein - Bahnhöfle - Heimensteiner Höhle - Randecker Maar - Hepsisau - Weilheim an der Teck

Weglänge: 30 km

Anfahrt: mit der S-Bahn nach Kirchheim an der Teck, von dort mit dem Bus nach Weilheim, Haltestelle Kreissparkasse

Rückfahrt: mit dem Bus nach Kirchheim Teck, von dort mit der S-Bahn zurück nach Stuttgart

Die Limburg sieht man schon bei der Einfahrt nach Weilheim, so dass man sich gleich orientieren kann. Sie ist ein Vulkankegel, auch ein Zeugenberg, der bezeugt, dass die Albkante mal dort war bevor sie abgetragen wurde. Auf der Limburg stand mal eine Burg des Geschlechts der Zähringer. Von der Burg sind nur noch wenige Reste von Grundmauern zu sehen und ein aufgemauerter Brunnen. Der Blick von oben jedoch ist phantastisch. In die nähere Umgebung auf den Egenfirst, welcher auch ein Vulkankegel ist, das Randecker Maar, den Breitenstein und die Burg Teck. Und wenn es schönes Wetter ist, sieht man sogar bis zum Schwarzwald.

Von der Haltestelle ein Stück geradeaus laufen bis zur Kreuzung. Dort findet man ein Schild mit einem blauen liegenden V. Diesem folgen und dann den Hinweisschilder "Lehrpfad". Auf dem Lehrpfad findet man einige Hinweisschilder zur Limburg und den Streuobstwiesen. Man schraubt sich so rundum die Limburg den Berg hinauf. Runter läuft man wieder den gleichen Weg oder einen der andern unzähligen Pfade, die alle irgendwie auf die Limburg führen. Da man weit sieht ist die Orientierung auf diesen Pfaden auch ohne Schilder problemlos möglich.

Zurück an der Kreuzung im Ort läuft man ein Stück nach rechts (Richtung Neidlingen / Gruibingen) und biegt dann links auf der Straße nach Gruibingen ab. Diese geht man eine Weile entlang, überquert sie dann nach rechts und folgt dem blauen Dreieck. Dieses bringt einen hinauf auf den Egenfirst. Wer gerne etwas schneller (aber dafür steiler) den Berg hinauf möchte, nimmt den Weg mit der Nummer 14 und kommt oben wieder auf den Weg mit dem blauen Dreieck. Dem Weg folgt man durch den Wald bis nach Häringen, einem nett gelegenen Dorf, das wenig Häuser, aber 3 Restaurants hat. Interessante Verteilung!

Hier geht es steil geradeaus den Berg hinauf, immer noch dem blauen Dreieck folgend. Dieses geht dann auch wirklich geradeaus über eine Wiese hinauf zum Wald (die Wegmarkierung hier it nicht so eindeutig, ob es nun weiter auf dem Weg oder rechts die Wiese hoch geht - wählt die Wiese). Man trifft auf einen Waldweg und geht diesen aber nicht weiter, sondern geradeaus den Hang hinauf. Im März wachsen hier viele Märzenbecher. Der Aufstieg ist steil, aber schön.

Oben angelangt hat man die Möglichkeit zu den kaum sichtbaren Resten der Burg Windeck zu gehen, muss dazu aber vom markierten Wegweg und den Trampelpfad den Berg hinauf. Der markierte Weg führt mit dem Schild "Neidlingen" rechts um den Berg herum und führt dann entlang von Felsen hinunter nach Neidlingen. Von weitem sieht man schon die Turmuhr des Rathauses. An dem kann man sich orientieren und läuft am Rathaus vorbei immer der Straße entlang zum Ort hinaus. Nun geht es über Streuobstwiesen bis zum Wasserfall. Diesen erreicht man sobald man auf die Brücke zuläuft und dort nach links abbiegt. Der Wasserfall ist unbedingt sehenswert! Man läuft den berg hinauf am Wasserfall vorbei, sieht beim Hinauflaufen wie er über eine Tuffnase ähnlich dem Bad Uracher Wasserfall, in die Tiefe stürzt. Oben kann man über eine Brücke den Bach überqueren, der links vom Hang hinunter geflossen kommt über bemooste Steine.

Wichtig ist hier nicht dem Holzschild "Bahnhöfle" zu folgen, auch wenn die Tour letztendlich dorthin führt. Der Weg ist verfallen und extrem gefährlich zu laufen. Steine rollen hinunter, Bäume liegen über dem Weg und der Weg bricht stellenweise auch ab. Ohne Trittsicherheit und Abenteuerlust geht hier gar nichts. Jedem gelegentlichen Wanderer ist der Weg auf keinen Fall zu empfehlen. Vor allem Kindern nicht.

Zur Ruine Reußenstein geht der Weg links vom Wasserfall hinauf. Von der Burg ist noch ziemlich viel übrig und man hat einen wunderschönen Ausblick, auch auf den gegenüberliegenden Heimenstein und seine benachbarten weißen Felsen, die sich über den ganzen Berg gegenüber erstrecken.

Von der Ruine geht man nach rechts und folgt nun dem roten Dreieck bis nach Randeck. Man kommt am Bahnhöfle vorbei, der Mulde, die zwischen Reußenstein und Heimenstein liegt. Und dann schließlich am Heimenstein, von dem man aus eine tolle Aussicht auf die Ruine hat. Im Fels des Heimenstein ist eine Durchgangshöhle, die jedoch nur in der zweiten Jahreshälfte begangen werden kann. Davor ist sie zum Schutz der Fledermäuse und brütenden Vögel geschlossen. Der Sage nach lebte in dieser Höhle der Riese, der die Burg Reußenstein errichten ließ.

Dem roten Dreieck folgend kommt man nach Randeck und zum Biohof Ziegelhütte, dem man einen Besuch abstatten kann. Dort werden selbst hergestellter Käse, Honig aus dem Biosphärengebiet und Schnäpse aus der Umgebung verkauft. Man kann dort auch etwas essen und trinken. Im Herbst gibt es frischen Most. Alle selbstverständliche Bioqualität. Der Hofladen ist Do-Fr von 15 bis 18 Uhr geöffnet und Sa, So, Feiertags von 11 bis 18 Uhr.

Vom Hof läuft man zurück zur Straße und dort links hinunter durch Randeck. Bevor die Strasse eine Linkskurve macht läuft man geradeaus weiter über die Wiese dem blauen Dreieck hinterher. Weiter unten überquert man dieselbe Straße und kommt zu einem Bach, dem man bis nach Hepsisau folgt.

In Hepsisau wieder dem blauen Dreieck bis nach Weiheim folgen. Wichtig: nach der Kirche nach links abbiegen. Das blaue Dreieck taucht hier erst mehrmals auf und dann kaum mehr. Da man aber weit sieht und rechts an der Limburg vorbei nach Weilheim läuft, ist die Orientierung kein Problem.

Donnerstag, 22. März 2012

5. Etappe: Bissingen an der Teck – Neidlingen

Wegverlauf: Bissingen an der Teck – Breitenfels – Randecker Maar – Bahnhöfle – Ruine Reußenstein – Neidlingen

Weglänge: 20 km


Anfahrt: Mit der S-Bahn nach Kirchheim an der Teck, dann mit dem Bus nach Bissingen an der Teck.

Rückfahrt: Mit dem Bus nach Kirchheim. Von dort mit der S-Bahn nach Stuttgart.

Gelaufen am: 22.03.2011

Als ich morgens mit der S-Bahn in Kirchheim ankomme ist es noch empfindlich kalt und ich mache mir Sorgen, ob ich warm genug angezogen bin. Doch der Tag wird noch richtig schön! Bald wird die Kälte durch die Sonne vertrieben. Und die Sonne hält auch noch den ganzen Tag an! Ein richtig schöner Frühlingstag.

Mit dem Bus geht es weiter nach Bissingen und dort laufe ich den Weg wieder hoch zum Breitenfels. Das ist eine knackige Steigung und ziemlich anstrengend. Der Breitenfels ist einige hundert Meter höher als Bissingen. Oben angekommen bin ich glücklich. Der Breitenfels ist einfach eine Wucht. Ich laufe nochmals an ihm entlang und bestaune den tollen Fels. Ich erinnere mich daran als ich das erste Mal hier hoch gelaufen bin. Es war ein kalter und nebliger Tag. Und als ich oben war schwappte der Nebel über die Kante des Breitenfels vom Tal hinauf. Aber heute ist es sonnig und ich habe eine tolle Aussicht.

Weiter geht es am Trauf entlang. Link der Wald am Hang und rechts Wiese, an der man entlang läuft. Bald geht es einen Hügel hoch und hier würde der HW1 rechts abgehen Richtung Randecker Maar. Ich habe diese Abzweigung aber verschlafen, weil ich so gerne am Trauf entlang laufe und nicht darauf geachtet habe. Der Trauf ist im Allgemeinen auch eine sehr gute Orientierung für den Nordrandweg. Man kann sich fast nicht verlaufen, weil er eben so häufig am Trauf entlang führt. Und so habe ich auch erst am Mörikefels gemerkt, dass die Wegzeichen keinen Sinn mehr machen. Ein Blick auf die Karte zeigte mir, dass ich die Abzweigung verpasst hatte. Aber ich wollte nicht mehr zurück laufen, denn hier am Mörikefels gefiel es mir. Ich suchte mir also einen Weg zurück zum HW1 und folgte zunächst dem blauen Dreieck durch den Wald und fand einen romantischen Weg, der zu einem Bach führte, der in der Nähe der Straße Richtung Hepsisau über Steine nach unten plätscherte. Eine hölzerne Brücke überquerte ihn. Wow. Wie schön verlaufen doch sein kann. Ich ging dann an der Straße entlang wieder rauf. Hier fahren wenige Autos, daher war das nicht besonders schlimm. Und ich konnte den Vulkantrichter des Randecker Maars von unten sehen, was ein Blick wert ist! Oben angelangt sehe ich den HW1 wieder und laufe noch schnell nach rechts zum Ziegelhof, um mir die Öffnungszeiten aufzuschreiben. Hier wollte ich schon mal einkehren, aber auch da war der Hof zu.

Nun folge ich also wieder dem roten Dreieck. Erst geht es eine Anhöhe über freie Fläche hoch und dann wieder in den Wald hinein. Und hier beginnt ein besonders schöner Abschnitt. Ich war hin und weg, da ich auf der rückwärtigen Seite schon oft war, aber diesen Weg noch nicht kannte und sich hier so ein Kleinod verbirgt! Der Weg führt entlang schöner Felsen und eine Höhle gibt es auch. Man kann auch auf die andere Seite des Taleinschnitts schauen, da die Bäume noch keine Blätter tragen. Die Felsen gefallen mir wieder mal richtig gut. Albfelsen sind einfach was Schönes. Auf der Karte ist der Hang als besonders schöne Landschaft vermerkt. Das kann ich absolut unterschreiben. Die Höhle, die ich für die Heimensteiner Höhle hielt, schaue ich mir an. Sie ist schmal und geht ein wenig bergab. Mit dem Rucksack passe ich fast nicht durch. In der Höhle angelangt finde ich einen kleinen runden Raum. Weiter gehe ich nicht, da ich keine Taschenlampe dabei habe und Fledermauszeit ist. Ich finde es schön, dass diese kleinen Höhlen jenseits der allerseits bekannten Schauhöhlen nicht verschlossen sind. Das ist jedes Mal wieder ein Abenteuer und eine Entdeckungsreise. Auf dem Weg aus der Höhle schlage ich mir gehörig den Kopf an, da ich einen von der Decke herabhängenden Stein übersehen habe. Ich muss mich draußen erstmal hinsetzen und den Kopf halten. Das hat verdammt weh getan!

Zu Hause google ich die Heimensteiner Höhle und finde heraus, dass ich wohl an der richtigen Höhle gewesen sein muss, aber eben an deren Ausgang und man darf wegen der Brutzeit im Moment nicht rein. Der Sage nach soll hier ein Riese gewohnt haben. Vielleicht muss ich nochmals herkommen und dann durchgehen.

Es geht dann vor zu einem Wanderparkplatz und dort macht der Weg die Kehre, die auch der Fels macht. Man läuft nun genau gegenüber der schönen weißen Heimendinger Felsen. Von hier sehen sie noch besser aus.

Sobald man aus dem Wald heraustritt läuft man direkt auf die Ruine Reußenstein zu. Vor der Ruine ist ein Felsplateau, auf dem ich mich in der Sonne gebadet und lange Pause gemacht habe. Der Frühling ist da! Es blühen auch schon verschiedene Blumen. Märzenbecher, gelbe Albblumen und auch in lila. Wunderschön. Die meisten Namen der Blumen kenne ich nicht. Sie wachsen hier im Wald zwischen herabgefallenem Laub und Zweigen und verschönern den Weg.

Der gleiche Riese, der in der Heimensteiner Höhle gelebt haben soll, soll auch den Auftrag zum Bau der Burg Reußenstein gegeben haben. Wilhelm Hauff erzählt in seinem Ritterroman „Lichtenstein“ wie sie erbaut wurde und dass sich keiner traute den letzten Nagel ganz oben einzuschlagen. Ein mutiger junger Handwerker meldet sich, er wolle es versuchen. Und der Riese ist von seinem Mut beeindruckt und nicht ihn und hebt ihn hoch, so dass er den Nagel einschlagen kann. Zum Dank gibt der Riese ihm gleich die Burg als Mitgift für den Handwerker und seine Braut.

Auf die Burg kann man bis auf den Turm steigen. Von dort hat man einen wunderschönen Blick ins Tal und die gegenüberliegenden Felsen.

Eigentlich hätte ich hier schon nach Neidlingen absteigen können, aber ich wollte unbedingt so viel wie möglich auf dem HW1 laufen bevor ich absteige und habe daher die spätere Abzweigung gewählt. Sie hat sich gelohnt. Auf dem Weg dorthin säumen unzählige Frühlingsblumen meinen Weg. Und auch der Abstieg nach Neidlingen war viel schöner als ich mir das vorgestellt hatte. Ein wunderschönes Tal und unten ein Holzbrunnen, an dem ich noch eine Stunde lang gelesen habe und meine Füße im kalten Wasser gebadet habe. Spontanes Kneipen! Was für ein schöner Tag. Und dann ist es auch egal, dass man hat das Gefühl nicht weit gekommen zu sein, wenn man auf der Karte die Tour anschaut. Das gute Gefühl überwiegt das Bedürfnis lange Strecken zu laufen.

Donnerstag, 15. März 2012

Wandertipp: von der Falkensteiner Höhle zum Breitenfels

Auf dieser Tour gibt es jede Menge zu sehen: 3 Höhlen, den keltischen Heidegraben, das Schopflocher Moor und den Breitenfels und immer wieder einen phantastischen Ausblick. Zur Einkehr hat man 3 Möglichkeiten: in Schlattstall für den frühen Hunger, im Otto Hofmeister Haus für rustikale Küche und in der Ziegelhütte für die Bioküche. Man muss sich also viel Zeit dafür nehmen. Man braucht für die Tour auch unbedingt eine Karte, da einige Wege nicht markiert sind, aber mit Hilfe einer Karte sehr gut zu finden sind.

Wegverlauf:
Grabenstetten – Falkensteiner Höhle – Schlattstall – Gutenberg – Gutenberger Höhle – Schopflocher Moor – Ziegelhütte – Breitenstein

Weglänge: 23km


Nach Grabenstetten kommt man von Oberlenningen (dort hält die Teckbahn von Wendlingen) aus mit dem Bus. Einfach in der Stadtmitte aussteigen und Richtung Westen der Uracher Straße folgen. Am Ortsende gibt es dort den Grabenstettener Mühlenladen. Wer Mühlenprodukte mag sollte dem Laden unbedingt einen Besuch abstatten. Von hier geht es dann auf den Heidegrabenweg. Der Heidegraben ist die Begrenzung eines keltischen Oppidiums (Stadt) und ist auf der Hochebene bei Erkenbrechtsweiler und Grabenstetten überall zu finden. Wer hier ein bisschen mehr sehen will muss einfach nur in eine Karte schauen. Der Heidegraben ist immer gut eingezeichnet. Weitere Infos dazu gibt es im locker geschriebenen „Teutates & Konsorten“ von Johannes Lehmann. Ein wirklich lesenswertes Buch zum Thema Kelten in Süddeutschland und wo man die Überreste besichtigen kann.

Auf den Heidegrabenweg gelangt man, indem man vor dem Mühlenladen links abbiegt in die Uhlandstraße. Hinter den letzten Häusern geht es dann rechts auf einen Feldweg und nach wenigen Metern überquert man bereits den Heidegraben, den man sehr gut als grünen Erdwall sieht. Der Heidegrabenweg ist mit einem Keltischensymbol gekennzeichnet. Man kommt in der nächsten Linkskurve zum Falkenfels und hat auf ihm einen schönen Ausblick in das Tal Richtung Bad Urach. Man steht hier direkt über dem Portal der Falkensteinerhöhle. Auf dem Weg zurück verlässt man den Heidegrabenweg rechts bergab (rote Gabel) für einen Abstecher zur Falkensteinerhöhle.

Je nach Trockenheit kann man weiter in das Höhlenportal rein oder nicht. Normalerweise fließt ein kleiner Bach aus der Höhle und man kann nur durch das riesige Höhlenportal in den ersten Teil der Höhle gelangen und mit einer Taschenlampe in die Tiefen der Höhle hineinleuchten. Wer Glück hat und bei Trockenheit kommt kann etwas weiter rein, aber hier ist Vorsicht angesagt. Die Höhle ist eine Wasserhöhle und die Decke erstmal extrem niedrig. Als ich an einem solchen Tag rein gegangen bin haben wir lange gezögert, da wir nicht wussten, was uns erwartet. Todesmutig sind wir weiter, die Taschenlampe immer im Griff und in gebückter Haltung. Wir sind bis zur ersten Biegung gekommen wo der Höhlenbach ein Fortkommen ohne weitere Ausrüstung unmöglich und viel zu gefährlich machte. Auf den Bildern strahlen wir wie Honigkuchenpferde. Was für ein Erlebnis! Auf youtube gibt es ein tolles Video, das ein Team zeigt, das die Höhle bis zu 4km durchläuft.

Auf dem gleichen Weg geht man nun zurück zum Heidegrabenweg und folgt diesem aus dem Wald hinaus. Man überquert die Straße und geht weiter zur großen Schrecke. Hier ist der Weg extrem schlecht markiert. Ich habe mich jedes Mal dort verlaufen, aber irgendwie dann doch den Weg nach unten durch die kleine Schrecke gefunden (rote Gabel). Der Abstieg hier ist wildromantisch und unbedingt zu empfehlen. Selbst das Verlaufen lohnt sich! Man sollte hier trittsicher sein, da man auf einem sehr schmalen Weg über Steine und abgebrochene Bäume steigt.

Dem Weg folgt man weiter bis nach Schlattstall. Dort befindet sich das Goldloch, durch das die Quelle der schwarzen Lauter fließt. Man muss dafür von der Straße rechts weg zum Hang laufen. Ein Blick lohnt sich in jedem Fall! In diese Höhle kann man übrigens auch rein, jedoch nicht durch das Portal, durch das das Wasser heraus fließt, sondern von oben, was sich auch sehr lohnt. Angeblich soll das Goldloch sogar mit der Falkensteinerhöhle verbunden sein.

Durch Schlattstall läuft man durch. Hier gibt es auch ein gutes Restaurant, das zur Einkehr einlädt. Man folgt bis zur Bundesstraße der roten Gabel, verlässt diese Markierung dann aber und überquert die Straße auf unmarkiertem Weg und läuft dann nach rechts Richtung Gutenberg. Hier dient als Orientierung die Kirche. An ihr läuft man nach links der roten Raute folgend. Nach kurzer verlässt man mit der roten Raute die Straße und läuft bergauf auf schmalem Waldweg.

Oben erreicht man zunächst die Gussmannshöhle, welche durch ein Fledermaustor verschlossen ist und nicht ohne Führung zu besichtigen ist. Man muss hier auch schon auf die Uhr schauen und überlegen, ob man diese und die Gutenberger Höhle zeitlich schafft oder lieber nur eine davon anschaut. Die Gutenberger Höhle erreicht man, indem man dem Weg weiter folgt. Am Ende des Wegs befindet sich diese. Man hat von hier einen phantastischen Blick auf Gutenberg. Auch diese Höhle ist mit einem Tor verschlossen und nur geführt zu betreten. Es lohnt sich auf jeden Fall! Wann sie geöffnet ist erfährt man auf Showcaves.com. Die Seite hat übrigens zu fast allen Höhlen der Schwäbischen Alb Informationen. Eine sehr nützliche Adresse.

Von der Gutenberger Höhle läuft man den Weg ein paar Meter zurück und folgt dann nach rechts bergauf wieder der roten Raute. Man erreicht nun die Hochebene und läuft am Schopflocher Moor vorbei. Das Moor ist größtenteils trocken gelegt, weswegen eine intensive Besichtigung nicht wirklich lohnt. Da es aber am Wegesrand liegt kann man den Abstecher über die Holzplanken auch kurz machen. Etwas weiter gibt es auch das Otto Hofmeister Haus, indem man sehr gut essen kann. Wer auf Bio steht geht den Weg aber weiter zur Ziegelhütte. Dort gibt es selbstgemachten Käse, Honig und Schnaps aus der Region, Kuchen, Most je nach Jahreszeit. Ein richtig schöner kleiner Hof, auf dem auch die Hennen frei rum laufen und man die Kühe streicheln kann. Man kann hier draußen sitzen.

Durch den Ziegelhof läuft man links. Man ist nun am Randecker Maar. Ein Maar ist ein Vulkansee. In der Eifel kann man davon sehr schön welche sehen, aber hier auf der Alb versickert eben das Wasser schnell im Karstgestein und so ist das Maar heute auch kein See mehr, aber eine wunderschöne Landschaft. Den Vulkantrichter kann man noch regelrecht erahnen. Man geht hier weiter geradeaus Richtung Ochsenwang und durch den Ort hindurch. Am Ortsende läuft man auf Feldwegen nach links zum Albtrauf. Dieser Weg führt dann rechts am Trauf entlang direkt zum Breitenfels, einem hoch aufragenden Fels, der steil abfällt und daher einen wunderschönen Blick über das Albvorland und die benachbarten Berge gibt. An der Kante läuft man rechts entlang bis man leicht bergab geht und hier schon auf das rote Dreieck stößt. Man muss ein wenig aufpassen, um links den Abstieg zu finden. Er sollte theoretisch mit dem blauen Dreieck gekennzeichnet sein, aber gerade der Anfang des Weges hat leider kein Wegzeichen. Wenn man genau hinschaut sieht man aber wo es runter geht und nach ein paar Metern findet man auch schon das erste blaue Dreieck. Der Abstieg ist wunderschön und führt nach dem bewaldeten Hang auf Obstwiesen. Es geht dann rechts auf dem geteerten Feldweg nach Bissingen hinein. Am See ist direkt eine Bushaltestelle. Oder wenn man der Straße folgt und den Ort sehen möchte, findet man am Marktplatz eine weitere Bushaltestelle. Der Bus bringt einen dann nach Kirchheim, wo man in die S-Bahn umsteigen kann.