Freitag, 9. März 2012

4. Etappe: Neuffen – Bissingen an der Teck

Wegverlauf:
Neuffen – Erkenbrechtsweile-Hochwang – Brucker Fels – Owen – Burg Teck – Breitenfels – Bissingen an der Teck

Weglänge: 25 km


Anfahrt:
Mit dem Zug von Stuttgart nach Nürtingen und dort umsteigen in die Tälesbahn nach Neuffen.

Rückfahrt:
Mit dem Bus nach Kirchheim unter Teck und von dort mit der S-Bahn nach Stuttgart.

Gelaufen am: 08.03.2011

Wenn ich mich das letzte Mal ein bisschen über die vielen Aufstiege beschwert habe, so muss ich sagen: es geht noch mehr. Diese Tour zum Hohenneuffen, später rauf zur Burg Teck (sehr steil!) und zum Abschluss zum Breitenfels fordert einen noch mehr. Noch anstrengendere Aufstiege hatte ich erst ganz am Schluss wieder Richtung Plettenberg. Alles andere ist dagegen echt ein Spaziergang.

Und auch heute hatte ich wieder einen Tag mit strahlendem Sonnenschein und endlich war es dazu passend auch wärmer, so dass ich oft beide Jacken ausgezogen habe. (Ich laufe mit einer Doppeljacke, die innen eine herausnehmbare Fliesjacke hat.) Die ersten Frühlingsblumen lassen sich bereits sehen!

Also wieder den steilen Berg zum Hohenneuffen rauf und zurück zum HW1 wo ich ihn das letzte Mal verlassen hatte, um wieder nach Hause zu kommen.

Dort geht es nun wieder am Waldrand entlang Richtung Erkenbrechtsweiler. Man kommt hier an einem nachgebauten Zangentor des Heidegrabens vorbei. Der Heidegraben stammt aus keltischer Zeit und ist hier auf der Hochebene immer wieder zu sehen. Man erkennt ihn sehr leicht, wenn man erstmal weiß, dass die grünen  Wälle nicht einfach so von den Bauern aufgehäuft wurden, sondern einmal zur Befestigung eines keltischen Oppidums (Stadt) dienten. Und hier bei Erkenbrechtsweiler wurde ein Zangentor nachgebaut, wie es als Stadttor verwendet wurde. Kam jemand Ungebetenes, konnte man ihn hier regelrecht in die Zange nehmen und von drei Seiten angreifen. Ziemlich effektiv. Wer ein bisschen mehr über die Kelten in Süddeutschland und deren Hinterlassenschaften wissen möchte, dem sei das locker geschriebene Buch Teutates & Konsorten von Johannes Lehmann ans Herz gelegt. Hier kann man alle Hintergründe erfahren und wo es noch mehr auf der Alb dazu zu besichtigen gibt.

Vom Zangentor geht es dann im Wald zum Brucker Felsen, der einen tollen Ausblick auf die Burg Teck und das Lenninger Tal bietet. Ein wunderbares Tal, das man unbedingt mal besuchen sollte. Hier kann man auch schön Rad fahren. Hier oben auf der Bassgeige stand einmal eine Burg, aber von der ist nichts mehr zu sehen. Es geht nun steil bergab. Auf den Weg fallen immer wieder Gesteinsbrocken. Der Fels scheint hier nicht sehr stabil zu sein. Und auch nicht miteinander verwachsen. Er ist viel mehr bröselig und zerteilt sich schnell in kleine Steine. Man muss hier sehr auf den Weg achten. Ein bisschen abenteuerlich ist das, wenn man dann das gleiche auch auf den schmalen Hangwegen hat. Kommt man aus dem Wald raus geht es aber sanft ins Tal runter nach Owen (Auen ausgesprochen – bloß kein faut-pas begehen und „Ooohwenn“ sagen!). Owen ist das Tor zum Lenninger Tal. Und das sieht auch von hier unten richtig gut aus. Soll ich da rein laufen und einen erneuten HW1 Umweg machen? Reizen würde mich das ja schon sehr. Aber mittlerweile bin ich auf der 4. Etappe und die Idee, den Weg bis nach Donauwörth zu gehen, hat sich unweigerlich in meine Gedanken geschlichen. Soll ich abbiegen oder nicht? Nein, ich werde ein andermal hierher zurückkommen und ganz durchs Tal laufen oder vielleicht auch mit dem Fahrrad.

Das Tal ist richtig lieblich und hier sehr weitläufig. Noch ahnt man nicht welch Aufstieg zur Burg Teck gleich kommt. In Owen führt der Weg direkt am Bahnhof vorbei. Das wäre jetzt praktisch gewesen, wenn meine Etappe hier enden würde. Aber ich bin ja erst mittendrin. Am Bahnhof suche ich vergeblich ein Klo. Das Bahnhofsgebäude ist wie so oft heute abgeschlossen und wird anderweitig verwendet. In Owen gehe ich noch in die Drogerie und kaufe mir etwas zum Trinken. Dadurch, dass es heute so warm ist brauche ich mehr als gedacht.

Und dann geht es im Grunde genommen geradeaus die Teck hoch. Ja genau, das ist ein Berg mit ordentlicher Steigung, aber der Weg geht nahezu gerade aus, nur ab und an im Zickzack, wie man das sonst von solchen Bergen gewohnt ist. Zunächst noch etwas harmlos, dann überquert man die Fahrstraße zum Burgparkplatz zum ersten Mal. Und während diese Fahrstraße in einer großzügigen Kurve sanfter den Berg hoch geht, geht der Wanderer immer noch gerade aus quer durch die Wiesen. Diesesmal steiler als vorher. Schließlich überquert man die Fahrstraße ein zweites Mal und kann sich auf der Wiese ein wenig niederlassen, um schon mal den Blick zu genießen und ein letztes Mal vor dem richtig steilen Anstieg auszuruhen. Die einzige Genugtuung: die Autos können auch nicht mehr weit fahren, dann müssen auch deren Fahrer laufen. Und jetzt geht es richtig steil bergauf. Ich keuche und fluche, dass ich kaum, dass ich runter bin schon wieder hoch muss, aber es hilft alles nichts. Ab und an mal Pause machen und weiter. Und als ich dann oben bin ist die Freude umso größer! Ich habe es geschafft! Ich habe es tatsächlich geschafft! Ich packe alles hier! Juhu! Egal was kommt, ich werde es erlaufen!!!! Kein Weg wird mich unterkriegen, kein Berg wird mir zu steil sein, ich schaffe alles!

Oben auf der Teck ist es schön warm. Der Gastrobetrieb beginnt bereits und hier gibt es auch das ersehnte Klo. Ich sonne mich auf der östlichen Mauer, ziehe die Socken aus und lass die Füße baumeln und schaue an den Bergen entlang, um ein Gespür dafür zu bekommen, wo mich der weitere Wegverlauf hinbringen wird. Ich finde es immer wieder faszinierend die Bergkette entlang der Alb anzuschauen. Man sieht sehr weit. Und wenn ich zurück schaue bin ich immer wieder richtig stolz darauf wie viel ich bereits gelaufen bin. Ich verspeise mein Vesper und fühle mich so richtig wohl. Der Sommer kann kommen.

Die Teck ist übrigens ein Wanderheim des schwäbischen Albvereins. Die Burg wurde von dem Verein aufgekauft und erst dann wurde der weithin sichtbare Turm gebaut. Man kann dort auch gut übernachten.

Aber alles Schöne hat ein Ende und so zog ich irgendwann schweren Herzens die Socken wieder an und ging weiter. Unterhalb der Burg Teck gibt es im Übrigen das Sibyllenloch, eine Höhle, die man erreicht, indem man nach dem Burgtor links den schmalen Weg hinunter steigt. Die Höhle ist ausgeschildert und lohnt sich auf alle Fälle. Ich habe sie an diesem Tag nur ausgelassen, da ich schon zweimal dort war.

Auf der Karte habe ich nur kurz geschaut wie der Weg weiter geht. Eben nur kurz, sonst wäre mir aufgefallen, dass es nicht nur auf dem Bergrücken, der von der Alb wie ausgestreckt vor zur Teck reicht, weiter geht und dann zum Breitenfels, sondern nach dem Bergrücken erstmal runter in die Wanne, um dann abermals aufzusteigen! Ich war echt platt als mir das bewusst wurde. Schon wieder ein Aufstieg! Ich schaue mir ja nie irgendwelche Höhenprofile meiner Touren im Voraus an, weil ich nicht wissen will wie oft ich den Berg rauf muss, aber diesesmal hätte ich es glaube ich ganz gerne gewusst. Da ich so überrascht davon war fiel mir der Aufstieg relativ schwer. Und ich musste zugeben, dass ich diesen Weg kannte, da ich vor ein paar Jahren mal mit einem Freund von Bissingen über den Breitenfels und die Wanne zur Teck gelaufen bin. Manche Erinnerungen kommen eben spät

Als ich oben war, war ich natürlich wieder stolz wie Bolle. Das war nun wirklich der letzte Aufstieg für heute. Drei richtig intensive Aufstiege an einem Tag. Das kann sich sehen lassen. Heute Abend werde ich gut und glücklich schlafen.

Den Breitenfels hatte ich noch in guter Erinnerung und freute mich schon richtig darauf. Das ist einer der Orte, an den man immer und immer wieder kommen kann und es wird nie langweilig. Im Gegenteil ist es jedes Mal wieder so phantastisch wie beim ersten Mal. Der Breitenfels sieht von weitem aus wie wenn jemand eine Ritter Sport Schokolade beim Aufmachen abgeknickt hätte und der Breitenfels das größere Stück der Schokolade ist während der erste Riegel vorne bereits gegessen ist. Er fällt steil ab und so muss man an der Kante schon sehr vorsichtig sein. Die Kante ist auch sehr langgezogen, so dass sich der meist recht rege Besucherstrom gut verteilt. Und der Blick vom Breitenfels war wie immer unschlagbar! Einfach einer der schönsten Felsen auf der Alb.

An diesem Felsen gibt es für die Albumrundung auch einen Gedenkstein für das 100 jährige Bestehen des Weges in 2007. 365km sind es von Tuttlingen nach Donauwörth auf dem Nordrandweg offiziell. Ich werde ein bisschen mehr laufen, da ich bereits ein paar Umwege gelaufen bin. Das stört mich aber nicht weiter.

Hier verlasse ich den HW1 und steige entlang der blauen Markierung hinab nach Bissingen, um dort meinen Bus zu bekommen, der mich zurück nach Kirchheim bringt. Der Abstieg ist nicht ganz leicht zu finden und ich bin mir auch erst unsicher. Ich bin hier noch nie runter, aber schon einmal rauf. Und der Weg ist an der Abzweigung nicht markiert. Ich beschließe dort runter zu gehen was mir am ehesten nach Weg aussieht und liege prompt richtig! Der Weg schlängelt sich im Zickzack an Felsen vorbei, was mir sofort gefällt. Ein schmaler Hangweg mit Felsen. Welcher Abstieg könnte schöner sein? Die Felsen hören irgendwann auf und es geht weiter durch den Wald. Ich drehe mich oft um, aber den Breitenfels sehe ich nicht. Es dämmert schon leicht und ich muss schauen, dass ich aus dem Wald raus komme. Das schaffe ich auch grad so und als ich auf den Obstwiesen anlange sehe ich endlich hinter mir den steil aufragenden und imposanten Breitenfels! Auch wenn er jetzt bei der Dunkelheit nur noch schwarz ist bin ich tief beeindruckt. Der Himmel malt dazu eine schaurig schöne Szenerie. Gegenüber sehe ich die Burg Teck auch nur noch schwarz gegen den ebenfalls nahezu schwarzen Himmel sich gerade noch so abheben. Bilder, die mir immer im Kopf bleiben werden. Der Ort beginnt, ein See ist hier und dort ist auch schon die Bushaltestelle. Aber ich bin zu früh, der Bus kommt erst in einer Weile und so laufe ich noch ein Stück in den Ort hinein bis zum Marktplatz und setze mich dort an die Bushaltestelle. Zuvor habe ich noch in der Bäckerei Brot gekauft. Ein Mitbringsel der anderen Art.

Montag, 5. März 2012

Wandertipp: Seeburger Tal (auf den Spuren von Rulaman)

Diese Wanderung stand schon lange auf meiner Liste, da mir das Seeburger Tal ausgesprochen gut gefällt. Und als ich dann das Buch Rulaman gelesen hatte, das hier spielt, musste ich gleich am Wochenende drauf ins Seeburger Tal.

Wegverlauf:
Bad Urach – Michelskäpple – Hochbergfelsen – Kunstmühlefels – Wittlingen – Hofgut Wittlingen – Hohenwittlingen – Schillerhöhle – Rulamanweg – Bad Urach

Weglänge: 16,5km


Mit dem Zug kommt man über Metzingen, dann mit der Ermstalbahn direkt nach Bad Urach. Kaum zu glauben, dass früher einmal hier in Urach 7 Gleise für den Abtransport der Güter (vor allem Holz) waren! Heute ist nur noch ein kleiner Rest übrig: eine kleine aber feine Bahn, die zwischen Metzingen und Bad Urach einmal die Stunde pendelt: die Ermstalbahn.

Am Bahnhof ganz vorne aussteigen, durch die Unterführung gehen und nach rechts dem roten Dreieck folgen. Kurz nach der Überquerung der Erms ist linker Hand der dicke Turm. Hier die Straße überqueren und rechts dem gelben Dreieck folgen. Bis nach Wittlingen führt dieses Dreieck – zumindest laut Landkarte. Beim Aufstieg zum Michelskäpple ist es aber nicht zu sehen. Den mittleren steilen Fußweg nehmen, Straße überqueren und nun im Zickzack den schmalen Waldweg rauf auf den Berg. Manchmal sieht man runde rote Schilder mit der 13. Diesen folgen bis zum Michelskäpple. Es geht hier steil bergan. Ich finde überhaupt, dass es gut ist eine Tour mit einem ordentlichen Anstieg zu beginnen. Zum einen hat man ihn dann gleich hinter sich und im Winter wärmt er von innen. Ich habe diese Tour im Winter gemacht und als ich aus dem Zug ausstieg war ich erstaunt wie kalt es war und fror gleich. Nach wenigen Höhenmetern war das aber schon wieder vorbei und ich habe Mütze und Handschuhe ausgezogen.

Von dem Käpple hat man einen schönen Blick auf Bad Urach und die Berge dahinter, auch auf den Hohenurach.

Weiter geht es immer am Albtrauf entlang. Selbst wenn man mal nicht auf die Wegbeschilderung achtet kann man bis Wittlingen nichts falsch machen, wenn man immer dem schmalen Weg am Trauf entlang folgt. Anfangs hat man noch eine tolle Aussicht von den Felsen des Hochbergs, rüber auf den Hanner Felsen und auch auf die Felsen des eigenen Bergs. Anschließend geht der Weg aber bis kurz vor Wittlingen ausschließlich durch den Wald.

Vor Wittlingen geht es über offene Landschaft bis zu den ersten Häusern rein in die Stadt. Dann wird es leicht, den Übergang von unserem gelben Dreieck zur gelben Raute zu finden: einfach immer den grünen Schildern Richtung Hohenwittlingen durch den Ort folgen.

Wenn diese gelbe Raute vom Fahrweg in den Wald geht, bleibt man auf dem Fahrweg bis zum Wittlinger Hofgut. Hier hat Weinland, der Autor von Rulaman, gelebt. Das ist doch ein Blick wert. Man sagt jeder Bauer auf der Alb hat mindestens zwei Bücher: die Bibel und den Rulaman. Rulaman von Weinland ist ein Standardwerk auf der Alb und wird in den Schulen gelesen. Es erzählt eine Geschichte um den Häuptlingssohn Rulaman aus der Steinzeit, der in der Tulkahöhle (Schillerhöhle) mit seinem Volk lebt. Es wird beschrieben wie dieses Volk lebt und jagt und wie es von den Kelten verdrängt wird. Das Buch hat mich schwer beeindruckt. Vor allem, weil ich die Gegend zuvor kannte und die Beschreibung davon außerordentlich genau ist. Ich hatte beim Lesen immer die Täler und Hochebenen der Alb vor meinem inneren Auge. Die Geschichte ist zudem historisch fundiert und genau. Allerdings soll es ein Zusammenstoßen der Steinzeitmenschen und Kelten nicht gegeben habe wie es im Buch beschrieben wird. Dennoch hat es mich tief ergriffen wie die Kelten die Helden der Geschichte, die Steinzeitmenschen, verdrängt haben, wie sie einfach ihr Land genommen habe als ob es schon immer ihres gewesen wäre. Wie man so wenig Respekt vor dem anderen und seiner Lebensweise haben kann wird mir nie begreiflich sein.

Links an dem Gut geht man vorbei bis vor zur Ruine Hohenwittlingen, auf die man rauf laufen kann. Von dort oben hat man einen schönen Blick runter auf die Erms, die sich in Kurven durch das Seeburger Tal schlängelt.

Wieder am Fuß der Ruine geht man auf der gelben Raute ein Stück bis man links runter den Hang zur Schillerhöhle geht. Das ist die Tulkahöhle aus dem Roman Rulaman von Weinland. Die Höhle hat viele Namen. Ursprünglich hieß sie Schillingshöhle nach dem Entdecker, aber die Leute dachten wohl Schillerhöhle als Name gäbe ihr etwas mehr Ruhm. Bis Mitte April ist die Höhle jedoch mit einem Fledermaustor verschlossen und vor der Höhle sind inzwischen auch Felsen abgebrochen. Daher sollte man etwas vorsichtig sein. Ich war selbst mal in der Höhle im Sommer drin. Die Erkundung erfolgt auf eigene Faust und ist mit Vorsicht zu genießen. Eine Taschenlampe sollte man unbedingt verwenden. Die ersten Meter sind unkritisch, aber  sobald der schlammige Lehm beginnt sollte man nicht mehr weiter laufen. Ein Abrutschen in den Lehmsee ist möglich und gefährlich. Ohne Taschenlampe daher auch ein absolutes No-Go.

Weiter geht es recht steil am Hang hinunter, bis man zum Bach Faitel gelangt. Man kann hier nach rechts zum Berg gehen und sehen wie der Bach aus dem Fels kommt. Wunderschön. Die Tour geht jedoch links weiter und man stößt auf den Rulamanweg. Ein Weg, auf dem die Zeit von der Steinzeit bis heute grob dargestellt wird, natürlich mit Augenmerk auf die Funde zur Steinzeit, die man auf der Alb gemacht hat. Der Weg ist auf ca. 500m beschildert.

Am Parkplatz geht man links den Berg hoch und dann weist ein Schild mit der gelben Gabel rechts den Hang hinunter nach Bad Urach. Die Straße dann überqueren und ein Stück links an dem verfallenden Hof entlang laufen, bis man rechts über eine Brücke kann. Dort der gelebn Gabel folgen. Dieser Weg führt zunächst etwas hoch in den Wald und dann wieder hinunter auf den grünen Weg durch das Tal bis nach Bad Urach und schließlich zum Bahnhof.

Freitag, 2. März 2012

3. Etappe: Bad Urach – Neuffen

Wegverlauf:
Bad Urach/Bf Wasserfall – Gütersteiner Wasserfälle – Urach Wasserfall – Hohenurach – Bad Urach – Hülben – Hohenneuffen – Neuffen

Weglänge: 25,5 km


Anfahrt:
Mit dem Zug von Stuttgart nach Metzingen und dort umsteigen in die Ermstalbahn nach Bad Urach, Haltestelle Wasserfall.

Rückfahrt:
Mit der Tälesbahn von Neuffen nach Nürtingen und dort in den Zug nach Stuttgart umsteigen.

Gelaufen am: 02.03.2011

Fast hätte ich mich vom deutschen Wetterdienst abhalten lassen, weil Sturmböen für die Region Reutlingen vorhergesagt waren. Zum Glück habe ich das nicht getan. Die Böen habe ich nur von Hülben auf den Hohenneuffen zu spüren bekommen, auf dem freien Feld. Und das war einfach nur faszinierend! Ansonsten hatte ich einen wunderschönen Tag. Manchmal darf man sich einfach nicht von seinen Vorhaben abhalten lassen.

Heute wollte ich einen extra Schlenker abseits des HW1 machen, da ich schon immer mal den Gütersteiner Wasserfall sehen wollte. Den Uracher Wasserfall habe ich schon sehr oft gesehen, auch im Wintern, wenn die Hälfte zugefroren ist, aber irgendwie hatte ich es bisher noch nie zu den Gütersteiner Wasserfällen geschafft. Also bin ich an der Haltestelle Wasserfall ausgestiegen und ort der blauen Markierung gefolgt. Es geht dann auf geteerter Straße zum Gütersteiner Hof, der ebenfalls zum Staatsgestüt Marbach gehört. Die Fohlen werden vom Fohlenhof einmal im Jahr runter zum Gütersteiner Hof getrieben. Der Weg geht genau durch den Hof durch (so dachte ich zumindest an diesem Tag, an einem anderen Ausflug hatte ich wohl bessere Augen und sah 200m vor dem Hof die blaue Markierung rechts abbiegen und um den Hof herum führen. So stand ich aber erstmal vor dem Hof, bestaunte die Gänse und beobachtete sie lange und zögerte durch das Tor zu laufen. Ist das wirklich ok wenn ich das mache? Und als ich durch das Tor in den Hof hineinluge schaut mich auch schon der Wachhund an. Von meiner letzten Erfahrung mit dem Hund auf dem Hof St. Johann weiß ich ja nun, dass Hunde mit sich reden lassen. Das beruhigte mich nur ein wenig, aber ich versuchte es. Und tatsächlich. Der Schäferhund stellt die Ohren neugierig hoch und schaut mich an. Ich gewinne sein Vertrauen und er lässt mich durch. Puh, noch mal gut gegangen. Der Gütersteiner Hof ist wirklich schön. Ich glaube hier lässt es sich gut arbeiten.

Es geht dann ein Stück den Hang hoch und dann sieht man schon rechts Wasser, das gemächlich über Tuff plätschert. Ich war enttäuscht. Das soll der Gütersteiner Wasserfall sein? Kein Wunder, dass der nicht so bekannt ist wie der Uracher Wasserfall. Wie sich ein Jahr später herausgestellt hatte, hatte ich an diesem Tag jedoch nur den Ausläufer des Wasserfalls gesehen. Ich bin in einer Tour dort noch weiter hinauf, um zum runden Berg zu gelangen (siehe Wandertipp) und habe dann den Wasserfall in seiner vollen Pracht gesehen und wie schön dieser ist! Viel romantischer als der Uracher Wasserfall. Allerdings muss man dazu fast den gesamten Hang hinauf steigen. Es lohnt sich also nicht diesen Wasserfall in den HW 1 einzubauen, so wie ich mir das gedacht hatte, sondern eine eigene Wanderung dafür zu machen.

Ein bisschen enttäuscht bin ich also den gleichen Weg zurück gelaufen, aber anstatt bis vor zur Fahrstraße zu laufen habe ich mich an den runden Berg gehalten und bin an diesem außen herum gelaufen bis ich zum Bad Uracher Wasserfall kam. Dieses Tal zu durchlaufen ist wirklich schön. Sowohl auf dieser Seite als auch auf der anderen. Den Weg neben den Wasserfall bin ich hoch gestiegen und dann an der Wasserfallhütte dem roten Dreieck zum Hohenurach gefolgt. Der Hohenurach ist eine schöne Ruine. Zum einen hat man einen phantastischen Ausblick auf das Umland und zum anderen ist viel erhalten. So zum Beispiel ein Brunnen in der Mitte und am Eingang auch Zimmer, die nach unten führen. Man kann hier richtig was entdecken! Ich stelle mir vor, dass das mit Kindern bestimmt auch spannend ist.

Es geht dann den gleichen Weg hinunter und durch Bad Urach durch, nur um dort wieder Richtung Hülben hinauf zu gehen. Diese Tour stellt wirklich Ansprüche! Auf halber Höhe mache ich auf der Wiese Rast, genieße die Sonne und die herrliche Albwiese und esse etwas. Ich sitze eine ganze Weile dort, schaue auf Urach hinunter und beobachte wie ein Mann einen gefällten Baum zerlegt und die Holzstücke mit der Schubkarre zu seinem Haus fährt. Schön ist es hier. Und so warm am Südhang.

Den Platz verlasse ich wirklich ungern, aber irgendwann muss man ja weiter. Es geht durch den Wald, dann über die Straße und hier verliere ich den Weg. Da ich aber ein bisschen faul bin und ungefähr weiß wo ich hin muss laufe ich einfach einem ungekennzeichneten Waldweg entlang den Berg hinauf zu einem kleinen Staubecken. Es ist kein Wasser drin und alles sieht sehr alt und kaum besucht aus. Genau richtig für meinen Entdeckergeist. Und verwunschen sieht es auch noch aus.

Der Weg hat an der Mauer geendet und anstatt zurück zu gehen und einen anderen Weg zu suchen beschließe ich einfach quer durch den Wald nach oben zu gehen. Ich weiß, Gemeinden und Waldschützer sehen das nicht so gerne wenn man den Weg verlässt, aber es hat einfach zu sehr Spaß gemacht sich seinen eigenen Weg zu suchen. Ein Stück weiter oben sehe ich dann das große Staubecken, in dem auch tatsächlich Wasser ist und komme dann auf einem Feldweg oben raus. Den kenne ich. Hier war ich schon einmal. Ein Grinsen huscht über mein Gesicht. Ja, hier war ich schon einmal, um links zum Trauf vor zu den Bad Uracher Höllenlöchern zu laufen. Die sind ähnlich die die Dettinger Höllenlöcher, aber viel weitläufiger und laden richtig dazu ein die verschiedenen Spalten zu erkunden. Man kann dort richtig nachempfinden, wie sich Teile der Alb über tausende von Jahren lösen und irgendwann in die Tiefe abbrechen. Ich bin versucht vor zu laufen, weiß aber, dass ich noch ein ganzes Stück vor mir habe und entscheide mich dagegen.

Man läuft dann am linken Rand von Hülben entlang bis zur Bundesstraße und verlässt diese nach links zum Segelflughafen. Dort überrascht mich die Wegführung. Mitten über das Segelfluggelände? Sind die Wegemacher wahnsinnig? Soll ich nicht doch außen rum laufen? Aber hier oben weht nun ein sehr kräftiger Wind. Bei dem Wind wird bestimmt niemand starten, oder? Mit großem Respekt überquere ich die Wiese. Und es ist nichts passiert.

Jetzt durch den Wald und ein Stück am Trauf entlang. Wie ich diesen Trauf liebe! Die Wege dort sind grundsätzlich nur auf Waldboden. Kein Kies, kein Teer, einfach nur Erde. Und gerade so breit, dass man alleine dort laufen kann.

Als ich aus dem Wald auf die Fläche trete fegt mir der Wind sturmartig in die Haare! Im Wald habe ich das als Wind wie er eben so als Wind immer mal wieder bläst wahrgenommen, aber hier auf der freien Grasfläche trete bläst er mir ordentlich um den Kopf. Ich finde es natürlich toll und lass mich eine ganze Weile so auspusten. Das sind also die vom Wetterdienst versprochenen Windböen. Super.

Man läuft jetzt noch eine Weile so zwischen Wald und Albwiese entlang bis man zu der Straße kommt, die zum Hohenneuffen führt. Dort verlasse ich den HW1 und laufe zur Burg Hohenneuffen vor. Lustig, dass hier die Burgen alle Hohen – Stadtname heißen. Hoehnurach, Hohenneuffen. Gut zu merken. Die Burg war leider gesperrt, da die Zugbrücke neu gemacht wurde. So bin ich nur außen rum gelaufen. Schade, ich hätte mich gerne auf den Hof gesetzt. Im Sommer war ich schon einmal hier, wenn auf der Burg Bands spielen (Kulturkalender). Ein klasse Erlebnis und auch was Gutes zum Essen gibt es dort.

Der Abstieg links von der Burg ist steil. Dort wo man einen schönen Ausblick auf Neuffen und das Tal hat ist eine Holzbank, auf der ich nochmals Rast mache. Schade, dass der Tag schon vorbei ist. Meinetwegen hätte es grad noch mal so weiter gehen können.

Die Spätnachmittagssonne lacht mir auch hier ins Gesicht. Viel Sonne, ein kleiner Sonnenbrand, aber ich bin unglaublich zufrieden!

Den Ausblick genieße ich eine ganze Weile bevor ich nach Neuffen und zum Bahnhof hinab steige. Von der Stammstrecke Stuttgart – Tübingen gibt es einige regionale Bahnen, die direkt zur Alb in die verschiedenen Täler fahren. Ein echter Mehrwert, um die Gegend zu erkunden. Die Ermstalbahn fährt von Metzingen nach Bad Urach, die Tälesbahn von Nürtingen nach Neuffen und die Teckbahn von Wendlingen über Owen nach Lenningen.

Bevor ich die Reutlinger und Uracher Alb verlasse möchte ich auf einen schönen Bildband zu dieser Gegend verweisen: Die Reutlinger und Uracher Alb (leider nur noch gebraucht zu haben). Man findet auf der Reutlinger und Uracher Alb sehr viele schöne Ecken und man kann hier sehr viel wandern und immer wieder Neues sehen. Der Bildband lädt hier zu einer Entdeckungsreise ein.

Dienstag, 28. Februar 2012

Wandertipp: Die Dettinger Höllenlöcher

Die Dettinger Höllenlöcher sind ein klasse Erlebnis, weil man durchlaufen kann und mit einer metallenen Leiter hinein steigt. Ab dem Fohlenhof läuft man jedoch größtenteils auf dem HW1. Für Albumrunder lohnt sich diese Wanderung nicht gerade kurz nachdem sie den Weg ohnehin schon gelaufen sind. Aber es ist auch eine schöne Möglichkeit, nochmals schöne Abschnitte zu passieren nach einiger Zeit und / oder Freunden zu zeigen wo man entlang gelaufen ist.

Wegverlauf:
Dettingen – Dettinger Höllenlöcher – Fohlenhof – Rutschenfels – Uracher Wasserfall – Bad Urach, Haltestelle Wasserfall

Weglänge: 14,5km


Mit dem Zug bis zur Haltestelle Dettingen Bahnhof. Wer mit dem Auto unterwegs ist stellt an diesem Bahnhof das Auto ab und fährt am Schluss der Wanderung von Bad Urach mit dem Zug nach Dettingen zum Auto zurück.

Vom Bahnhof auf die Durchfahrtsstraße von Dettingen laufen und dort rechts einbiegen und dem blauen Dreieck folgen (rechts zum Supermarkt und über die Bahngleise Richtung Berg, an einem Minivulkankegel vorbei). Es geht gleich steil in Serpentinen auf Waldboden nach oben. Aber oben angelangt halten sich weitere Höhenmeter in Grenzen.

Man ist gleich bei den Höllenlöchern. Zum Einstieg geht es eine Metalleiter runter. Die Höllenlöcher auf der Alb (es gibt noch die Uracher Höllenlöcher bei Hülben) sind Spalten im Fels, durch die man durchgehen kann. Sie sind nicht immer eine einzige durchgehende Spalte, sondern wenn man es von oben betrachten würde, würde es eben rissig aussehen. Die Höllenlöcher jedenfalls sind absolut super. Ich gehe immer wieder gerne durch. Am Ende angelangt, einfach wieder zurück bis zum Einstieg gehen.

Weiter auf  der Tour immer der roten Gabel folgen nach rechts (wenn man die Höllenlöcher hinter sich hat). Man läuft wunderschön am Trauf entlang und hat in der Laublosen Zeit auch tolle Blicke auf die Berge dahinter. Vorbei am gelben Felsen bis ein Weg rechts raus aus dem Wald führt und hoch zum Fohlenhof.

Der Fohlenhof gehört zum Landgestüt Marbach und beherbergt die jungen Tiere. Weitere Gestüte gibt es im Gütersteiner Hof (gleich den Berg runter im Tal) und in St.Johann, und natürlich in Marbach selbst.

Auf dem Fohlenhof sind immer Pferde auf der Weide, die sich streicheln lassen. Und wenn man über den Hof läuft kommt man zu einem runden Holzbau, in dem die Pferde wie wild im Kreis laufen und sich gegenseitig jagen oder necken.

Nach dem Rundbau geht es links ab auf dem roten Dreieck. Diesem immer folgen bis zum Rutschenfelsen, der wie immer phantastisch ist. Ich habe ihn hier schon verschiedentlich erwähnt. Weiter auf dem Weg bis zum Uracher Wasserfall. Man kann oben beobachten wie er in die Tiefe stürzt. Auf dieser Zwischenebene gibt es eine große Schutzhütte und auch einen Kiosk, der Speisen und Getränke verkauft.

Weiter dem roten Dreieck folgen und ganz nach unten steigen. Man läuft dabei am Wasserfall entlang. Ein wunderschöner Weg. Der Wasserfall stürzt 37m im freien Fall in die Tiefe und fließt dann weitere 50m über Tuff ins Tal.

Dann dem blauen Dreieck im Tal vor bis zur Haltestelle Wasserfall laufen. Man läuft an einem schönen Bach entlang.

Samstag, 25. Februar 2012

2. Etappe: Eningen – Bad Urach

Wegverlauf:Eningen – Aufstieg zum Übersberg – Eninger Weide – Gestüt St. Johann – Rutschenfels – Bad Uracher Wasserfall – Bad Urach

Weglänge: 24,5 km

Karte: F524 Bad Urach Freizeitkarte 1:50.000

Anfahrt:
Mit dem Zug von Stuttgart nach Reutlingen und dort mit dem Stadtbus nach Eningen

Rückfahrt:
Mit der Ermstalbahn von Bad Urach nach Metzingen, dort umsteigen in den Zug nach Stuttgart.

Gelaufen am: 25.02.2011

Da ich den Weg genau dort beginnen lassen will wo ich das letzte Mal aufgehört habe, steige ich an der gleichen Bushaltestelle wieder aus und laufe durch Eningen hindurch, den Berg rauf, wieder beim Pferd vorbei, das mich wieder neugierig anschaut („die schon wieder? – Hallo“) zum Übersberg. Der Aufstieg wird von leichtem Schneeregen begleitet. Je weiter ich hoch komme, desto eher kann man von Schnee sprechen, aber auch nicht wirklich. Erst jetzt wird mir klar wie weit dieser Extraweg war! Es dauert eine ganze Weile bis ich oben bin. Das hatte ich mir gar nicht so klargemacht. Aber das war vielleicht auch besser so.

Oben angelangt stelle ich fest, dass von dem schönen Schnee vom letzten Mal leider nichts übrig geblieben ist. Ich war oft nur bei schönem Wetter wandern, aber diesesmal hatte ich mir geschworen trotzdem zu gehen. Denn wenn ich nur auf schönes Wetter warte, dann würde ich auf diesem Weg nicht weit kommen bei dem wechselhaften Wetter in Deutschland.

Es geht gleich links in den Wald hinein am schönen Albtrauf entlang bis ich zur Eninger Weide komme, über die man quer drüber läuft, vorbei am Schafhaus. Dort stehen auf einer kleinen Weide bunt gemischt Kälber, Ziegen und ein Esel, sichtlich vom Regen eingeweicht im Matsch. Ich werde es nie verstehen können wie Kühe direkt neben ihrem Haufen liegen können. Die Tiere beobachten mich, ich beobachte die Tiere, spreche ein wenig mit ihnen. Wer beobachtet hier wohl wen? Jedenfalls stelle ich fest, dass die Tiere, denen ich auf der Alb begegne, allesamt sehr neugierig sind. Und dann steht das Kalb auf und schnuppert am Esel, dem das gar nicht gefällt. Er weicht immer wieder aus, doch das Kalb schnuppert weiter, natürlich auch am Hintern. Und dann platzt dem Esel der Kragen und er schlägt aus. Wamm! Mit voller Wucht auf die Stirn des Kalbes. Ich dachte ich sehe nicht richtig. Die Wucht des Schlages hätte dem Kalb locker den Schädel spalten können und es taumelt auch ordentlich. Zum Glück ist nichts weiter passiert. Das Kalb steht nur benommen rum. Der Blick lässt vermuten, dass einige Gehirnzellen bei dem Schlag abgestorben sind. Armes Kalb denke ich noch. Aber was schnuppern die Tiere auch immer gegenseitig am Hintern rum. Das würde mir auch nicht gefallen.

Es hat inzwischen aufgehört zu regnen und ich laufe weiter zum Glemser Pumpspeicherbecken. Zwei Techniker sind dort auf ihrem regelmäßigen Prüfgang unterwegs. Das Speicherbecken ist echte Ökoenergie. Wenn zu viel Energie vorhanden ist, wird in das Becken auf dem Berg Wasser gepumpt und wenn Energie benötigt wird, wird es abgelassen und am Bergfuß durch Turbinen geschleust, die wiederum Strom erzeugen. Die Albbewohner sind bezüglich Ökoenergie sehr rege. Das werden wir noch an anderer Stelle sehen.

Und dann komme ich zu einem Highlight: dem Landesgestüt St. Johann. Von weitem sehe ich schon draußen die Pferde wild miteinander rumtoben. Sie gehen spielerisch aneinander hoch und galoppieren über die Weide. Ein Anblick, der mir immer wieder gefällt. Und wie ich über den Hof gehen will stellt sich mir der Hofhund entgegen. Ein echter Wuschelhund. Ob der mich wohl durchlassen wird? Was mache ich denn jetzt? Ich fange einfach mal an mit ihm zu reden, versuche ihm zu zeigen, dass ich ganz harmlos bin und einfach nur durchlaufen möchte. Eine ganze Weile tut sich nichts und ich gehe schon in Gedanken durch wie ich den Hof umlaufen könnte, aber dann kommt er zu mir her und schnuffelt erstmal. Ganz ruhig bleiben. Offenbar hat er mich als harmlos eingestuft, denn im nächsten Augenblick weicht er schon nicht mehr von meiner Seite und will immer mehr Streicheleinheiten. Bin ich froh! Und süß ist er auch der Wuschelhund.

Über der Straße ist dann der zweite Teil des Gestüts. Mir gefällt es hier. Ich war schön öfters in dem Gasthof (Mo Ruhetag) essen. Er kommt so richtig urig daher und hat eine klasse schwäbische Küche. Schade, dass ich heute mein Vesper schon dabei habe. Direkt am Parkplatz gibt es einen Hofladen mit leckeren lokalen Spezialitäten wie Honig, Marmelade, Brot, Nudeln oder auch dem Holunderblütensirup, den man unbedingt mal probieren sollte. Geöffnet ist der Hofladen leider nur am Wochenende, heute also zu. Schade, denn ich hätte gerne was mitgenommen. Auf diese Hofläden stehe ich total.

Von dem Gestüt geht es über eine wunderschöne Allee zum Turm Hohe Warte. Der schwäbische Albverein hat auf der Alb einige Aussichtstürme errichtet und die Hohe Warte ist einer davon. Da ich aber lieber wandern will gehe ich weiter zum Fohlenhof. Ich war noch nie dort und bin neugierig. Was ist dieser runde Holzbau? Er hat einige Öffnungen und ich muss auf das Fundament klettern, um hindurchzuschauen. Und dann wäre ich vor Schreck gleich wieder runter gefallen! Direkt an meinem Gesicht galoppiert ein schwarzer Hengst vorbei! Ich kann es kaum glauben und schaue vorsichtig nochmals rein. Eine runde Bahn, mit Rindenmulch bedeckt, auf der junge Pferde im Kreis rennen. Und das ziemlich schnell! Ich bin begeistert. Sie jagen sich gegenseitig, tollen herum und steigen hoch. Alles ist leise, nur die Laufgeräusche der Pferde sind zu hören. Gespenstisch. Eine Welt für sich. Ich fühle mich wie ein Entdecker, der ein bis dato unbekanntes Tal entdeckt hat. Und in der Mitte, abgetrennt von der Laufbahn, steht ein Baum, auf dem Spatzen munter umherfliegen. Eine richtige Oase für die Vögel. Ab und an kommt ein Pferd und lässt sich streicheln. Aber sie sind zu ungestüm, um länger zu bleiben und rennen weiter.

Als ich mich endlich lösen kann und noch ein wenig über den Hof gelaufen bin, gehe ich weiter, erst über Weiden, dann vor zum Rutschenbrünnele und Rutschenfels. Ich habe mich hier ein bisschen verlaufen. Man muss aufpassen, dass man nicht zu weit rechts läuft. Der eigentliche Weg wäre links am Gatter entlang in den Wald rein gegangen. Da ich am Rutschenfelsen aber schon öfters war wusste ich zum Glück wie ich wieder auf den Weg komme. Hier oben hat es noch etwas Schnee.

Das Rutschenbrünnele ist ein Loch inmitten von ebenem Ackerland auf der Albhochfläche. Eine Doline. Hier ist die Erde über einer Höhle eingebrochen. Diese Doline hat mich schon immer fasziniert. Immer wenn ich da bin, laufe ich runter zur Quelle, die ein paar Steine runter fließt und dann einfach so im Boden versickert. Jedes Mal schaue ich mir den Boden an, ob ich nicht doch einen Tunnel entdecken kann, durch den das Wasser abfließt. Aber ich habe nie einen gesehen. Das Wasser versickert schlicht und ergreifend im Boden.

Und dann geht es zu einem weiteren Highlight: dem Rutschenfelsen. Man hat von hier aus eine prächtige Aussicht über die umliegenden Berge. Der Fels geht steil nach unten. Man muss aufpassen nicht zu nah an den Rand zu gehen, auch wenn das sehr verlockend ist! Ich gehe an verschiedene Stellen und da der Fels sehr breit und leicht gebogen ist kann ich ihn immer wieder gut sehen, wenn ich mich etwas vorbeuge. Der Wind vom Tal weht mir ins Gesicht. Auch als ich weiter in den Wald rein laufe muss ich mich immer wieder umdrehen und begeistert den Felsen hinter mir anschauen.

Im Wald geht es bald links runter zum Bad Uracher Wasserfall. Eine der wildromantischsten Albabstiege wie ich finde. Man läuft an Felsen vorbei, es ist steil, der Weg schmal. Ich erreiche dann eine Zwischenebene. Hier war ich noch nie und erkunde sie gleich. Man kann direkt an den Wasserfall wo er in die Tiefe stürzt! Und ich verfolge den Bach nach hinten und schaue wo er aus dem Berg kommt. Ist dieser Wasserlauf vielleicht mit der Quelle vom Rutschenbrünnele verbunden? Was oben versickert muss ja auch irgendwo wieder raus kommen. Ich weiß es nicht, aber der Gedanke macht Spaß. In der großen Schutzhütte setze ich mich eine Weile hin und lese das Schwäbische Tagblatt, das jemand hier gelassen hat.

Der HW 1 würde jetzt auf dem Berg weiter gehen, aber mein Tag ist leider schon wieder zu Ende. Ich laufe nun am Wasserfall entlang nach unten. Neugierig wie ich bin muss ich auch immer wieder direkt ans Wasser. Überall hängen noch Eiszapfen. Wenn der Wasserfall im Winter richtig gefroren ist muss das toll aussehen! Bisher kenne ich das nur von Photos. Aber hier wird es schon wärmer. Am Boden liegen auch schon jede Menge abgebrochene Eiszapfen.

Durch das Tal geht es dann am Bach entlang zur Haltestelle Wasserfall. Da der Zug nur zweimal die Stunde fährt und ich noch eine Weile habe, laufe ich zusätzlich am Fuß des Hohenurachs vor bis zur Haltestelle Bad Urach und fahre von dort zurück nach Hause.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Wandertipp: Schloss Lichtenstein, Bärenhöhle, Nebelhöhle

Am Traifelberg kann man eine wunderschöne Wanderung zu einem Schloss und 2 der schönsten Tropfsteinhöhlen machen, die die Alb zu bieten hat. Man kann wie ich bei meiner ersten Etappe mit dem Bus zum Traifelberg fahren und am Schluss in Unterhausen den Bus zurück nehmen, oder aber mit dem Auto zum Parkplatz am Schloss Lichtenstein fahren und dort von der Nebelhöhle wieder hinlaufen. Es führt ein direkter Weg von der Höhle zum Schloss.

Im Sommer schafft man es vielleicht alle 3 Highlights dieser Tour anzuschauen, aber sonst würde ich nur zwei davon empfehlen, weil einem sonst die Zeit davon rennt. Von den Höhlen ist die Nebelhöhle die Schönere. Hier sind mehr Tropfsteine zu sehen. Aber prinzipiell lohnen sich beide Höhlen.

Wegverlauf:
Traifelberg – Schloss Lichtenstein – Bärenhöhle – Nebelhöhle – Unterhausen

Weglänge: 21km



Mit dem Bus zum Traifelberg und dort in Richtung Westen auf dem Weg mit dem roten Dreieck den Berg hoch laufen, vorbei an einem Skilift, dort rechts in den Wald rein. Weiter bis zum Schloss Lichtenstein. Vor dem Schloss hat man einen tollen Ausblick. Das Schloss selbst lohnt ein Besuch. Man kann nur in den Schlosshof hinein oder auch in das Schloss selbst. Daneben gibt es eine Schlosschenke und im Wald gleich bei der Schlosschenke einen Klettergarten. Hierher muss man aber mal einen eigenen Ausflug machen -  das ist definitiv zu viel für eine Tour. Ich kann den Kletterpark sehr empfehlen! Es macht riesig Spaß dort angeseilt durch die Bäume zu klettern.

Auf der geteerten Zufahrtsstraße dann den Berg runter laufen bis zur T-Kreuzung und dort nach rechts entlang der Straße. 100m später geht links ein Weg ab. Von hier an immer der roten Gabel bis zur Bärenhöhle folgen.

Die Höhle kann nur im Rahmen einer Führung begangen werden und ist total interessant und lohnenswert. Davor gibt es reichlich Möglichkeit zum Essen und Trinken.

Das letzte Stück des Weges von der Höhle bis zur T-Kreuzung wieder zurück laufen. Dort nach links abbiegen und dann der roten Gabel bis zum Golfplatz folgen. Man läuft hier direkt am Rand des Golfplatzes. Also Achtung – fliegende Golfbälle! Der Wegmarkierung weiter folgen - erst auf einer geteerten Straße, dann durch den Wald bis man wieder zu einer geteerten Straße kommt. Dort rechts ein paar Meter der Straße entlang und dann links den Berg rauf. Und dann dem Schild Richtung Nebelhöhle folgen.

Die Nebelhöhle kann ohne Führung begangen werden und ist eine der schönsten Tropfsteinhöhlen überhaupt. Die schiere Fülle der Tropfsteine allein beeindruckt. Es gibt auch den Überrest eines abgesägten Tropfsteines, so dass man den Querschnitt sehen kann.

Wer das Auto am Schloss abgestellt hat läuft nun auf dem beschilderten Weg direkt zum Schloss zurück.

Ansonsten den Weg Richtung Schloss ein paar Meter folgen, dann aber auf der Lichtung links runter nach Unterhausen auf dem Weg mit dem blauen Dreieck. Ein schöner Albabstieg erst durch den Wald am Hang und dann im Tal an schönen Wiesen entlang. In Unterhausen gibt es ein gutes Restaurant (der Stern), in dem man einkehren kann.

Von hier kann man mit dem Bus zurück nach Reutlingen.

Mittwoch, 1. Februar 2012

1. Etappe: Traifelberg – Eningen

Wegverlauf:
Traifelberg – Holzelfingen - Übersberg - Abstieg beim Mädlesfels nach Eningen

Weglänge: 18 km

Karte: F523 Tübingen und Reutlingen Freizeitkarte 1:50.000

Anfahrt:
Mit dem Zug von Stuttgart nach Reutlingen und dort mit dem Bus zur Haltestelle Traifelberg

Rückfahrt:
Mit dem Reutlinger Stadtbus von Eningen nach Reutlingen Bahnhof. Von dort mit dem Zug nach Stuttgart.

Gelaufen am: 01.02.2011


Als ich diese Tour plante hatte ich noch nicht im Sinn die Alb mal komplett zu umrunden. Ich wollte einfach eine schöne Tour machen und erinnerte mich an die Felsen beim Traifelberg. Ich war dort schon mal wandern und es hat mir so gut gefallen, dass ich dort nochmals hin wollte. Allein die Busfahrt auf die Alb gefällt mir immer wieder gut. Man fährt die Honauer Steige in Serpentinen hoch und hat einen tollen Blick auf das Schloss Lichtenstein. Und vom Bus aus noch besser als vom Auto, weil man im Bus erhöht sitzt. Direkt nach dem Albaufstieg ist die Haltestelle „Traifelberg“. Hier oben hatte es Schnee! In Stuttgart und Reutlingen gab es noch keinen, aber kaum fährt man ein paar Höhenmeter rauf liegt dort Schnee! Ich war zwar nicht darauf vorbereitet und hatte nur meine Trekkingschuhe dabei, aber egal, die Freude überwiegt.

Aussteigen und erstmal genießen und umschauen: ich bin auf der Alb. Wieder. Und immer wieder gut. Über die Straße und erst geradeaus, dann links zu den Felsen. Wie damals kann ich mich wieder nicht entscheiden: soll ich unten rum laufen oder oben über die ersten Felsen. Ich entscheide mich für unten und laufe direkt an den Felsen vorbei. Die Albfelsen haben mich schon immer fasziniert. Sie haben eine interessante Struktur und inmitten von Waldhängen tauchen sie plötzlich auf und verleihen der Landschaft ihr einzigartiges Gesicht. Die Alb war einmal ein Meer, man glaubt es kaum! Das schwäbische Meer. Und die Felsen, die jetzt so schön herausragen waren einmal Korallenriffe. Das muss man sich erstmal vorstellen wo man hier vorbei läuft! Man könnte genauso gut auf dem Meeresboden sein.

Man läuft nur an den ersten Felsen unten entlang und dann nur noch oben am Trauf und kann jederzeit auf die Felsen raus und die Aussicht genießen. Ich bin mal wieder begeistert. Auf den verschiedenen Felsen sitze ich lange (zum Glück habe ich mein aufblasbares Sitzkissen mitgebracht – ohne wäre es doch etwas kalt) und schaue einfach nur so raus in die Landschaft. Auch nach unten ist der Blick phantastisch. Es sind doch einige Höhenmeter Unterschied! Eigentlich kann ich meine Augen kaum davon lösen und könnte den ganzen Tag hier sitzen. Vielleicht mache ich das mal im Sommer.

Von den Felsen gibt es wirklich reichlich, aber irgendwann sind auch die zu Ende und da stand ich hoch über Honau und überlegte wohin ich gehen soll. Mir war aufgefallen, dass ich auf dem Hauptwanderweg 1, dem Albnordrandweg laufe, ohne es direkt beabsichtigt zu haben. Mein eigentlicher Plan war jetzt abzusteigen und auf der anderen Seite rüber zum Schloss Lichtenstein zu laufen, um am Traifelberg wieder in den Bus zu steigen. Aber da war er: der Hauptwanderweg 1. Das rote Dreieck. Meine Kollegin hatte erzählt wie sie im Sommer des letzten Jahres diesen in 15 Etappen mit „Wandern ohne Gepäck“ gelaufen war. Beeindruckend. 15 Tage lang, jeden Tag wandern, von Donauwörth bis Tuttlingen. Was für eine Strecke! Mmmh. Und wenn ich das auch mache? Ich habe zwar nicht in Donauwörth angefangen, aber ich könnte doch von hier aus dorthin laufen. Aber das ist weit. Mmh. Und wenn ich nur mal in die Richtung laufe? Ich muss ja nicht den ganzen Weg gehen. Einfach mal schauen wie weit ich komme. Mmh. Soll ich absteigen oder weiter laufen? Aber wo könnte ich wieder zurück? Aber schon war die Idee in meinem Kopf. Schnell die Karte raus gezogen und geschaut wie der HW1 hier verläuft. Der verläuft nur oben auf der Alb und von dort fahren meines Wissens nach keine Busse zurück zum Bahnhof. Ich müsste also irgendwo absteigen. Eningen. Das klingt gut. Ist zwar ein Stück vom HW1 entfernt, wird aber schon nicht so schlimm sein. Und am Mädlesfelsen würde ich auch vorbei kommen. Ein Grinsen breitet sich auf meinem Gesicht aus. Ich packe die Karte ein und laufe los. Es ist beschlossen.

Jaja und so reift die Idee in meinem Kopf. Oder sollte ich besser sagen, sie begann von mir Besitz zu ergreifen? Ich wollte einfach mal schauen wie weit ich komme. Donauwörth als Endpunkt war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in meinen Gedanken, erschien mir das doch ziemlich weit weg.

Also lief ich vom Trauf weg nach Holzelfingen, dort über die Straße – ich konnte mich erinnern hier schon einmal mit dem Auto die Holzelfinger Steige hochgefahren zu sein und laufe am Ortsrand weiter wieder zum Albtrauf und zur Ruine Stahleck, die ich mir nicht angeschaut habe, weil man vom Weg etwas weg müsste und ich war jetzt nur noch auf den Weg konzentriert. Keine Ablenkungen. Ich! Laufe! Auf! Dem! HW1! Hätte sich bestimmt gelohnt die Ruine, aber egal.

Der Schnee ist mittlerweile tiefer. Von 5 bis 10cm habe ich alles und meine Jeans ist am Saum bereits eingefroren. Aber besser als nass. Beim Trinken fiel mir jedoch auf, dass mein Wasser auch zur Hälfte eingefroren war! Ich hatte einen halben Liter in einer Plastikflasche dabei und obwohl das ziemlich wenig Wasser war nun mit der größeren Tour schwenkte ich es begeistert hin und her und beobachtete wie der innere Eisblock hin und her schwamm. Wow. Ein Abenteuer mitten im Alltag. Ganz nach meinem Geschmack. Ein bisschen kalt, aber genial!

Und dann komme ich in dieser wunderschönen Winterlandschaft auf den Segelflughafen Übersberg. Vor zwei Jahren war ich schon einmal hier und es sah wieder genauso aus. Ich war beeindruckt. Wie schön, wenn sich tolle Erlebnisse wiederholen. Es war ein wenig windig auf dem Flugfeld und Schnee wurde durch die Luft getrieben. Und der Schnee war tiefer. Vielleicht durch die Verwehungen? Ein Traum von einer Winterlandschaft. Vereinzelt schauen hohe Grashalme aus der Schneedecke und eine Schutzhütte steht einsam in der Landschaft. Ich laufe raus auf das Flugfeld und weiß ich muss mich nach links halten, um zum Hangar und Waldrand zu kommen. Wahrscheinlich hätte ich es auch so gefunden, weil ich zum Glück ein gutes Orientierungsgefühl habe, aber eine Reifenspur führte mich genau dorthin. Mittendrin blieb ich stehen. Um mich herum nur weiß. Feiner Schnee, der durch die Luft fliegt. Vor mir: nichts. Neben mir: nichts. Hinter mir: nichts. Das Schneetreiben hat mich komplett eingehüllt. Ich sehe nur noch weiß, keinen Wald, nichts. Wie schön! Ich bleibe lange stehen und genieße es. Als ich weiter laufe taucht irgendwann vor mir der Hangar erst undeutlich, dann besser sichtbar aus dem Schneenebel auf. Ich bin glücklich. Hierher werde ich wieder kommen wenn es schneit. Das möchte ich wieder erleben.

Von dort verlasse ich nun den HW1, um dem blauen Dreieck folgend, nach Eningen abzusteigen. Der Straße entlang, beim Gasthaus, das im Winter geschlossen hat vorbei und zu einem Pferd, das mich neugierig anschaut. Zu dieser Jahreszeit kommen offenbar nicht viele Leute vorbei. Von hier aus einen kleinen Abstecher abseits des blauen Weges zum Mädlesfelsen, von wo aus man wieder eine schöne Sicht hat. Den gleichen Weg zurück und dann auf dem blauen Dreieck in Serpentinen auf einem schmalen Waldweg runter. Solche Abstiege gibt es überall auf der Alb: der Weg ist gerade mal so breit, dass man darauf laufen kann und fädelt sich am Hang entlang nach unten. Und obwohl ich nicht schwindelfrei bin laufe ich liebendgerne auf solchen Wegen. Auf der einen Seite den Berg hoch, auf der anderen runter und der Weg genau dazwischen. Weiter unten verbreitert sich der Weg und läuft sanft ins Tal hinab. Laut Karte bin ich nun kurz vor Eningen. Ob und wenn ja wo es dort eine Bushaltestelle gibt weiß ich nicht. Ich laufe einfach mal drauf los. Es wird dort schon was geben. Durch das Industriegebiet und einfach mal vor zur Hauptstraße. Und tatsächlich! Eine Bushaltestelle. Dort verkehrt der Reutlinger Stadtbus direkt zum Bahnhof. 6 Minuten später war auch gleich einer da. Was für ein Glück! Aber man muss sich eben auch einfach mal treiben lassen. Irgendwas ergibt sich immer.

Da ich noch nicht von der Idee besessen bin, noch in diesem Jahr komplett um die Alb rum zu wandern, hatte ich es auch nicht so eilige mit der nächsten Tour und habe einige andere Wanderungen gemacht. Weiter geht es daher erst am 25.2. Aber dazwischen gibt es noch einen Wandertipp zu den Höhlen. Also einfach mal wieder reinschauen, oder den Blog per Email abonnieren.